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05.04.2006

15:50 Uhr

Fußball WM

"Dienstjeans" sollen deeskalierend wirken

Die Leipziger Polizei geht beim Umgang mit potentiellen Störenfrieden während der WM neue Wege. Lockere Dienstkleidung mit Jeans, Basecap und T-Shirt solle deeskalierend wirken, erklärte Polizeipräsident Rolf Müller.

Die Leipziger Polizei will während der WM mit einer speziellen Hundertschaft in "Dienstjeans" und mit Basecaps offensiv auf potenzielle Störenfriede zugehen. "Diese auch durch T-Shirts mit Logo kenntlich gemachte Einsatzgruppe soll deeskalierend wirken", sagte Leipzigs Polizeipräsident Rolf Müller. Es würde schließlich Leute geben, die schon beim Ansehen einer Uniform unerwünschte Reaktionen zeigen. Die Idee stammt aus Portugal und sei beim Konföderationen-Cup in Leipzig erfolgreich getestet worden.

Bei der Vorstellung des regionalen Sicherheitskonzeptes erklärte Müller zudem, dass im Leipziger Raum rund 120 sogenannte Gefährdeansprachen als "verbale Gelb-Rote Karte" für bereits auffällig gewordene Gewalttäter gestellt werden. Das Ordnungsamt der Stadt Leipzig werde entsprechende Aufenthaltsverbote oder Meldeauflagen erteilen. Laut Müller wird es außerdem bis Anfang Mai noch einen "Sicherheitscheck" im Zentralstadion geben.

Public-Viewing-Angebot geplant

Die Kommune plant in der Sporthalle Arena unmittelbar neben dem Zentralstadion ein zusätzliches Public-Viewing-Angebot, derzeit wird mit dem Betreiber verhandelt. "Die Besucherströme sind größer als vor einem halben Jahr erwartet, darum wollen wir das anbieten", sagte Christoph Hansel, Leiter des städtischen WM-Büros. Die Polizei begrüßt auch aus Sicherheitsgründen dieses Vorhaben.

Laut Ralph Krüger, Polizeidirektor des Bundespolizeiamtes Halle/Saale, gibt es "keine konkreten Erkenntnisse" dafür, dass Leipzig oder Mitteldeutschland zum Treffpunkt für Hooligans aus osteuropäischen Ländern wie Polen wird. Aus dem östlichen Nachbarland wird großer Fan-Andrang erwartet, bisher sind 24 Sonderzüge zu Spielen mit polnischer Beteiligung angemeldet.

© SID

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