Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.03.2006

16:05 Uhr

Fußball WM

Schiri Merk bei WM dabei, Fandel aussortiert

Für Schiedsrichter Markus Merk wird der WM-Traum wahr. Da aus jedem Land nicht mehr als ein Referee von der Fifa für die Endrunde nominiert wurde, kann Herbert Fandel nun seinen Sommerurlaub planen.

Außer "Weltschiedsrichter" Markus Merk (Otterbach) wird bei der WM kein weiterer Deutscher zur Pfeife greifen. Der hoch gehandelte Herbert Fandel (Kyllburg) wurde vom Weltverband Fifa nicht für die Endrunde vom 9. Juni bis 9. Juli berücksichtigt. Insgesamt benannte die Fifa-Schiedsrichterkommission am Freitag 23 Referees und verzichtete wie schon zuletzt bei den Turnieren 1998 in Frankreich sowie 2002 in Südkorea und Japan auf Doppel-Nominierungen aus einem Land.

Während sich Merk wie erwartet auf die zweite WM-Teilnahme nach 2002 freuen kann, erfüllt sich das erhoffte WM-Debüt von Fandel im eigenen Land nicht. "Das ist schade, weil es der absolute Höhepunkt meiner Karriere gewesen wäre. Aber so eine Entscheidung muss man akzeptieren und sportlich nehmen", sagte der 42 Jahre alte Pianist und Leiter einer Musikschule.

Die Nominierung von Merk war ohnehin so gut wie sicher. Der 44-Jährige, der inzwischen nicht mehr als Zahnarzt praktiziert, sondern als Motivationslehrer tätig ist, war zuletzt zum zweiten Mal zum "Weltschiedsrichter" gewählt worden. Der Pfälzer hofft nun auf einen Einsatz in Kaiserslautern: "Das Fritz-Walter-Stadion ist meine fußballerische Wiege, das ist mein Kinderzimmer." Sicher ist, dass das Turnier im eigenen Land die letzte WM-Teilnahme für Merk sein wird. Bei der WM in vier Jahren in Südafrika wird er die Fifa-Altersgrenze von 45 Jahren überschritten haben.

DFB-Schiedsrichter-Boss Volker Roth aus Salzgitter nahm die Nichtnominierung von Fandel mit Fassung. "Für Herbert Fandel tut es mir leid, aber man hat nun mal keinen Einfluss auf so eine Entscheidung", sagte Roth.

"Beste Unparteiische der Welt"

Die Fifa hatte ihre Wahl aus 44 Referees getroffen, die sich in der vergangenen Woche zum Lehrgang in Neu-Isenburg in der Nähe von Frankfurt/Main getroffen hatten. "Die 23 Spielleiter sind die gegenwärtig besten Unparteiischen der Welt", erklärte Fifa-Boss Joseph S. Blatter: "Das ist auch notwendig, schließlich fällt ihnen bei diesem Turnier eine Schlüsselfunktion zu, denn es werden sehr hohe Anforderungen gestellt."

Erstmals werden bei der WM-Endrunde ausschließlich Schiedsrichtergespanne aus dem gleichen Land oder zumindest der gleichen Konföderation eingesetzt. Die Assistenten müssen allerdings im April noch einen abschließenden Test bestehen.

Die Liste aller 23 Schiedsrichter bei der WM 2006 im Überblick:

Uefa (10): Massimo Busacca (Schweiz), Frank de Bleeckere (Belgien), Massimo de Santis (Italien), Valentin Ivanov (Russland), Manuel Mejuto Gonzalez (Spanien), Markus Merk (Deutschland), Lubos Michel (Slowakei), Graham Poll (England), Eric Poulat (Frankreich), Kyros Vassaras (Griechenland)

Conmebol (5): Carlos Amarilla (Paraguay), Horacio Elizondo (Argentinien), Jorge Larrionda (Uruguay), Oscar Ruiz (Kolumbien), Carlos Simon (Brasilien)

Concacaf (3): Benito Archundia (Mexiko), Carlos Batres (Guatemala), Peter Prendergast (Jamaika)

AFC (2): Toru Kamikawa (Japan), Shamsul Maidin (Singapur)

CAF (2): Essam Abd el Fatah (Ägypten), Coffi Codjia (Benin)

OFC (1): Mark Shield (Australien)

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×