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19.01.2011

14:26 Uhr

Fußball WM

Stadien made in Germany: Fußball im Wüstensand

Albert Speer und Partner steht vor der WM 2022 in Katar im Fokus: Das deutsche Architekturbüro will mit seinen Stadienentwürfen die WM der kurzen Wege Realität werden lassen.

Die Stadienplanung für die WM in Katar läuft auf Hochtouren. Foto: SID Images/Albert Speer und Partner/Andreas Keller SID

Die Stadienplanung für die WM in Katar läuft auf Hochtouren. Foto: SID Images/Albert Speer und Partner/Andreas Keller

Das Heiligtum des weltberühmten Architekturbüros Albert Speer und Partner findet sich direkt im Eingangsbereich. In einer Glasvitrine liegen die Bidbooks des Unternehmens aus Frankfurt. Jüngste Schmuckstücke: die Bewerbungs-Wälzer zu den olympischen Winterspielen 2018 in München und zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Seitdem der Weltverband Fifa das Großereignis an den kleinen arabischen Wüstenstaat vergeben hat, geben sich die Fernsehsender bei Asundp die Klinke in die Hand.

"Vor zwei Wochen hatte ich noch keine Ahnung, wie ich mich vor der Kamera verhalten soll. Mittlerweile kenne ich sogar die Fachbegriffe," sagt Stefan Klos, Geschäftsführer der Planungsmanagement und Projektberatung Gmbh (Proprojekt), mit einem Lachen. Auch sein Kollege Axel Bienhaus, Mitglied der Asundp-Geschäftsleitung, ist mittlerweile ein Medienprofi geworden.



"Viele haben gedacht, Katar ist zu klein"

Besonders liegt den beiden am Herzen, mit den Vorurteilen gegenüber Katar aufzuräumen. "Viele haben gedacht, Katar ist zu klein, da ist es sehr heiß, da kann man kein Fußball spielen und kein Fußball sehen", sagt Bienhaus. Eine Meinung, der die beiden mit viel Engagement entgegentreten. Auch im eigenen Interesse, denn Asundp will in Katar acht der zwölf geplanten Stadien bauen.

Noch ist der Vertrag für fünf Neu- und drei Umbauaufträge allerdings nicht unterzeichnet. "Wir haben Gespräche geführt, wie wir mit einem ersten prototypischen Stadion in die Planung einsteigen wollen. Wir gehen aber davon aus, dass alle unsere Stadien gebaut werden", sagt Bienhaus zu den Chancen.

Auch eine mögliche Verlegung der WM in die Wintermonate beunruhigt die Planer nicht. "Es ist natürlich unbestritten, dass in Katar im Moment sehr angenehme Temperaturen herrschen, das wäre perfektes Fußballwetter. Wir sind aber auch darauf vorbereitet, die WM im Juni und Juli auszutragen," so Klos. Solange die Fifa keine Entscheidung getroffen hat, bleibt sowieso alles beim Alten.

Gerade die große Hitze in den Sommermonaten löste die Termindiskussion aus. Die Stadien sind daher mit einem extra entwickelten Kühlungssystem ausgestattet. "Wir haben sehr lange in akribischer Kleinarbeit mit Experten Kühlungsmethoden und-techniken entwickelt, die auf Basis erneuerbarer Energien angenehme Temperaturen in den Stadien und in den Fan-Zones erlauben", erklärt Bienhaus.



Großteil der Veranstaltungen geht drinnen über die Bühne

Der Fußball-Fan muss sich allerdings darauf einstellen, dass viele Angebote zumindest in "überdachten und verschatteten Räumen" stattfinden werden. Zwar werde Fußball unter freiem Himmel gespielt, und einige Fan-Meilen könnten auch draußen heruntergekühlt werden, der Großteil der Veranstaltungen geht aber drinnen über die Bühne.

Besonders stolz sind die Architekten auf die Möglichkeit, die Stadien nach der WM auf den Bedarf im Land anzupassen. Der Oberrang wird wieder abgebaut und die Elemente in Entwicklungsländer verschifft. Damit das Werk von Karin Bertaloth, von der die Entwürfe stammen, nicht zerstört wird, bleibt die Fassade komplett erhalten. So vermeidet es Asundp, sogenannte White Elephants zu bauen - Stadien, die nach dem Großevent nie wieder voll ausgelastet sind.

© SID

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