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12.03.2006

07:59 Uhr

Fußball WM

WM-Countdown: Noch 89 Tage bis zum ersten Anpfiff

Heutzutage wäre es undenkbar, dass ein Fußballer Spiele für zwei verschiedene Nationen absolviert. In den 30er Jahren jedoch war Torjäger Ernst Willimowski sowohl für Polen als auch für Deutschland im Einsatz.

Nach den Fifa-Statuten ist es ein klarer Fall: Obwohl Deutschlands Nationalspieler Lukas Podolski oder Miroslav Klose in Polen geboren sind, haben beide nie - auch nicht im Jugendalter - ein Länderspiel für ihr Geburtsland absolviert. Glück für Deutschland, sonst wäre das Duo im Paragraphen-Dschungel des Weltverbandes Fifa hoffnungslos verloren gegangen und dürfte nun nicht auf einen Platz im deutschen im WM-Kader hoffen.

Solche Unwägbarkeiten gab es in den 30er Jahren nicht. Torjäger Ernst Willimowski spielte vor dem Zweiten Weltkrieg 25-mal für Polen und schoss bei der Weltmeisterschaft 1938 beim 5:6 im Achtelfinale gegen Brasilien sage und schreibe vier Tore. Nach dem Einmarsch der Deutschen in seine Heimat erhielt Willimowski die deutsche Staatsbürgerschaft und feierte am 1. Juni 1941 in Bukarest gegen Rumänien sein Debüt für die DFB-Auswahl. Insgesamt absolvierte er 1941/42 acht Länderspiele für Deutschland (13 Tore). Beim 5:3-Erfolg am 18. Oktober 1942 gegen die Schweiz erzielte er abermals vier Treffer.

Willimowski gilt heute noch neben Grzegorz Lato und Zbigniew Boniek als einer der besten polnischen Fußballer aller Zeiten. Er starb 1997 im Alter von 81 Jahren in Karlsruhe.

© SID

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