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31.03.2006

15:27 Uhr

Fußball WM

WM-Teilnehmer sorgen gemeinsam für Sicherheit

Die 32 Teilnehmer der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wollen gemeinsam dafür sorgen, dass während der Endrunde die Sicherheit gewährleistet ist. Das ist das Ergebnis der Sicherheitskonferenz in Berlin.

Gemeinsam wollen die 32 Teilnehmer der Weltmeisterschaft in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli) für die bestmögliche Sicherheit sorgen. Das haben die Teilnehmerländer auf Anraten der Bundesregierung beschlossen. "Die Zusammenarbeit mit den ausländischen Behörden ist ein entscheidender Punkt, den wir hier unterstrichen haben", sagte August Hanning, Staatssekretär im Bundesinnenministeriums, zum Abschluss der zweitägigen Sicherheitskonferenz in Berlin mit 280 Delegierten aus den 32 Teilnehmerländern.

Die deutschen Behörden pflegen bis zum Ende des Turniers nicht nur den engen Kontakt zu Kollegen aus den großen Fußballnationen wie England oder den Niederlanden, um gewaltbereite Fans aus diesen Ländern besser kontrollieren zu können. Sogar WM-Neuling Angola beteiligt sich mit der Abstellung von Sicherheitsbeamten zum Turnier. "Wir haben keine Hooligans, aber wir wollen trotzdem einen guten Beitrag auf bilateraler Ebene leisten", sagte Angolas Vertreter Jose Eduardo Sambo.

Handlungsfreiheit für EU-Staaten

Die größten Kompetenzen während der WM erhalten neben den deutschen Beamten die Kollegen aus den teilnehmenden EU-Staaten, die nach EU-Recht auch auf deutschem Boden mit Exekutivrechten ausgestattet sind und somit eigenhändig Krawallmacher festnehmen dürfen. Doch Aggressionen wollen die Behörden bereits im Keim ersticken, benötigen dazu aber die Hilfe der Bevölkerung. "Die Gästefans sollen sich hier sicher und geborgen fühlen", sagte Hanning. Die Kontakte von deutschen Fans mit ausländischen Anhängern sollen den friedlichen Umgang miteinander fördern.

Irritiert zeigte sich Staatssekretär Hanning allerdings über die Kreativitiät der Hooligan-Szene. Die seit vielen Jahren gängige Praxis der Gewalttäter, sich weit entfernt vom eigentlichen Spielort zu Massenprügeleien zu verabreden, drang offenbar erst kürzlich bis ins Innenministerium vor. "Das hat uns überrascht", gestand Hanning. Doch auch auf diese möglichen Ausbrüche sei man nun vorbereitet.

Kontrolliertes Zugangssystem für "Public Viewing" geplant

Beim so genannten "Public Viewing" - dem gemeinsamen Fußballschauen auf Großbildleinwänden in den deutschen Innenstädten - geht die Tendenz zu einem kontrollierten Zugangssystem, das auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble bevorzugt. Bereits vor vier Jahren bei der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea war das Public Viewing nicht frei zugänglich und sogar Alkohol strikt verboten. Die Sicherheitskonferenz nutzten die deutschen Behörden nun zum intensiven Austausch mit Verantwortlichen aus Südkorea.

Auf die Gefahren von terroristischen Anschlägen sei Deutschland ebenfalls gut vorbereitet. "Das ist eine ganz andere Dimension als das Problem mit den Hooligans", so der Staatssekretär. Allerdings gäbe es zum jetzigen Zeitpunkt keinen Hinweis auf derartige Gefahren. Hanning: "Dennoch sind wir vorsichtig".

© SID

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