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11.09.2012

13:55 Uhr

Ganz Österreich träumt vom Sieg gegen DFB-Team

„Lasst uns Jubeln“

Fußball-Österreich strotzt vor dem Deutschlandspiel vor Selbstbewusstsein, die Erwartungshaltung ist groß – ein Hauch von Cordoba liegt in der Luft. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich die Alpenrepublik überschätzt.

Im Freundschaftsspiel gegen die Türkei sammelten Österreichs Spieler - hier Andreas Ivanschitz (links) und Christian Fuchs - Selbstbewusstsein. Reuters

Im Freundschaftsspiel gegen die Türkei sammelten Österreichs Spieler - hier Andreas Ivanschitz (links) und Christian Fuchs - Selbstbewusstsein.

WienÖsterreich hofft. Weil die eigenen Fußballer zuletzt deutlich besser als in den zurückliegenden Jahren gespielt haben, soll es heute Abend im WM-Qualifikationsspiel gegen den übermächtigen Gegner Deutschland nach sieben Niederlagen in Folge endlich wieder einmal einen Sieg geben. „Lasst uns Jubeln“, fordert die U-Bahn-Zeitung „Heute“. Im „Spiel des Jahres“ im Wiener Ernst-Happel-Stadion könnte es nach der langen Pleiten-Serie gegen Deutschland vielleicht doch eine Überraschung geben.

Nach der Papierform sind die Kräfteverhältnisse für heute Abend eigentlich ziemlich klar. In der aktuellen Fifa-Weltrangliste liegen die Österreicher auf Platz 49, die Deutschen auf Rang zwei. Die deutsche Mannschaft kommt auf einen Marktwert von 425 Millionen Euro, das Team aus der Alpenrepublik auf klägliche 71 Millionen Euro. Trotzdem sind die hohen Erwartungen aus Österreich nicht ganz ungerechtfertigt.

Das Team aus der Alpenrepublik hat die Türkei im August in einem Vorbereitungsspiel 2:0 geschlagen. Der neue Nationaltrainer, der Schweizer Marcel Koller, seit einem knappen Jahr im Amt, hat die Mannschaft deutlich verbessert. Dass neun der elf Team-Spieler von heute Abend ihr Geld in der deutschen Bundesliga verdienen, hat das Selbstbewusstsein der Österreicher zusätzlich gesteigert. „Die heutige Mannschaft besitzt mehr Qualität als etwa das Team bei der Heim-EM vor vier Jahren“, konstatiert der frühere Nationaltrainer Josef Hickersberger.

Die Kommentatoren von Österreichs führenden Zeitungen freuen sich darüber, dass der deutsche Bundestrainer Joachim Löw vor den Österreichern warnt und die deutliche Verbesserung bestätigt. „Das muss vorerst schon einmal als kleiner Sieg gewertet werden“, schreibt Wolfgang Wiederstein in der „Presse“. Team-Kapitän Christian Fuchs, in Deutschland in Diensten von Schalke 04, möchte der deutschen Mannschaft auf jeden Fall „ein Haxl stellen“. Er hofft darauf, dass die jüngste Schwäche-Phase des DFB-Teams auch heute Abend anhalten möge.

Österreichs Fußballer hatten in der Vergangenheit allerdings allzu häufig das Problem, dass sie ihre eigenen Fähigkeiten zu schnell zu hoch angesetzt haben. Vor dieser sehr typischen österreichischen Selbstüberschätzung warnt Christian Hackl im „Standard“. „Da die Welt aber keine Scheibe ist, bleibt Deutschland Favorit“, schreibt er.

Unterstützung kommt für die Elf der Alpenrepublik immerhin aus der heimischen Politik. Die Regierung setzt unisono auf einen Sieg der eigenen Mannschaft, da ist sich die Große Koalition ausnahmsweise einmal einig. „Ich bin Realist. Aber als Bundeskanzler habe ich einen Hoffnungstipp: 2:1 für Österreich“, meint Regierungschef Werner Faymann (SPÖ). „Wir gewinnen mit einem Tor Vorsprung. Immer optimistisch, jetzt haben wir einen Lauf“, glaubt auch der konservative Vizekanzler Michael Spindelegger.

Kommentare (5)

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svebes

11.09.2012, 14:05 Uhr

Ich hoffe Deutschland bekommt heute mal eine Lektion - das tut zwar weh richtet aber wenig Schaden an. Eventuell wird dann überlegt ob diese Trainerpfeife von Löw endlich mal zurück tritt. Kein anderer Trainer hat über eine derartige Zeit mit so guten Spielern so wenig erreicht. Aber Sammer hat ihm ja noch schnell vor dem Ausscheiden bei der EM den Vertrag verlängert. Das ist ja mittlerweile so korrupt wie bei "unseren" Politikern.

Vicario

11.09.2012, 14:50 Uhr

Das kann ich nur bestätigen : Löw ist genauso überschätzt wie es Ballack war, wie es dieser Fußballdilettant Sammer ist, wie es Merkel ist, Schäuble noch ist...?!
Dieser Haufen um Löw muß genauso schnell weg, wie unsere ahnungslose Parteienlandschaft in der Politik.
Die Ösis fangen mal an, dies heute zu richten..!
2 versaute EM's, eine versaute WM, wie lange müßen wir diesen Nichtskönner noch ertragen ? Der hat bei der WM in Brasilien nichts zu suchen !

Anklage

11.09.2012, 15:05 Uhr

ich sehe es etwas differentierter und werde mich nicht zum löw-bashing verleiten lassen. zwar stimmt es teilweise, dass bei löw die spieler zwar tollen fußball spielen, aber wenn es darauf ankommt, haben sie noch nicht die titelreife erlangt. hier sehe ich dringenden nachholbedarf. man fasst die spieler meiner meinung nach zu sehr mit samthandschuhen an. der einzige, der da eine entsprechende philosophie hatte, also sammer, der ist nun auch weg. auch ist mir das defensivverhalten zu sehr vernachlässigt worden in letzter zeit. lahm hat eher abgebaut anstatt besser zu werden (das liegt halt am ständigen wechsel von links nach rechts und zurück und wieder zurück usw.). die iv ist gerade so akzeptabel aber wird auch immer neu aufgestellt und wird somit destabiliesiert. das einzige gute ist halt das mittelfeld, eines der besten der welt, aber wenn die anderen mannschaftsteile dafür nicht so gut sind, wirds halt nix mit dem titel´und ich denke, dass es gegen die ösis zwar wieder zum sieg reicht(hier wird künstlich druck aufgebaut, um eine reaktion zu bekommen), aber wenn mal ne große mannschaft kommt, wirds wieder eng. die wm-quali wird kein selbstläufer. sollte die dfb-elf wider erwarten gegen die ösis verlieren, wirds wohl nix mit der quali zur wm.

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