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16.11.2012

12:42 Uhr

Gefahrenzone 2. und 3. Liga

Insolvenz: Aachen im finanziellen Abseits

In den unteren Ligen herrscht Katerstimmung. Alemannia Aachen muss Insolvenz anmelden, der MSV Duisburg versucht mit Sanierung Gleiches zu verhindern. Von Erstliga-Zeiten können Klubs nur drei Jahre lang profitieren.

Die Einnahmen aus den TV-Übertragungen sind ein wichtiger für den schnellen Wiederaufstieg: Drei Jahre lang profitieren Absteiger noch von ihrer Zeit aus der ersten Liga, doch von Jahr zu Jahr wird der Bonus kleiner. dpa

Die Einnahmen aus den TV-Übertragungen sind ein wichtiger für den schnellen Wiederaufstieg: Drei Jahre lang profitieren Absteiger noch von ihrer Zeit aus der ersten Liga, doch von Jahr zu Jahr wird der Bonus kleiner.

Frankfurt/Aachen/DuisburgGleich zwei Fußball-Traditionsklubs drohen derzeit an ihren leeren Kassen zu ersticken. Der eine ist Drittligist Alemannia Aachen. Der Verein ist zahlungsunfähig und wird deshalb in der kommenden Woche beim zuständigen Amtsgericht in Aachen einen Insolvenzantrag einreichen.

Wie der von der Alemannia beauftragte Rechtsanwalt Michael Mönig am Freitagmittag bekanntgab, fehlen dem Verein zum jetzigen Zeitpunkt mehr als vier Millionen Euro an Liquidität. „Da dieser Fehlbetrag mit jedem weiteren Monat deutlich zunehmen würde, ist ein Insolvenzantrag unvermeidlich“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

Ziel dieser Maßnahme sei es, den Spielbetrieb bis zum Saisonende aufrechtzuerhalten, den Verein über ein Insolvenzverfahren zu sanieren und dann einen Neuanfang in der Regionalliga zu starten. Alle bisherigen Versuche, den finanziell angeschlagenen und abstiegsgefährdeten Tabellen-17. vor diesem Schritt zu bewahren, waren erfolglos geblieben. Sogar die Stadt hatte dem Klub noch im Frühjahr ein Darlehen von knapp 19 Millionen Euro gewährt.

Auch die Fans könnten die Folgen nun zu spüren bekommen. Der Verein schuldet seinen Anhängern, die Anleihen der Alemannia gezeichnet haben, im nächsten Jahr fünf Millionen Euro. Die Alemannia war in der Saison 2006/07 aus der Bundesliga und in der vergangenen Spielzeit aus der 2. Liga abgestiegen.

Erhält der DFB vom Amtsgericht Aachen die offizielle Mitteilung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens, werden alle bisherigen Saisonspiele des Vereins gestrichen. Der einstige Bundesligist steht dann als erster Absteiger in die Regionalliga fest und rückt am Saisonende ans Tabellenende. Sollte Aachen nicht sofort den Spielbetrieb einstellen und weiterhin an der Liga teilnehmen, werden die noch ausstehenden Spiele des Clubs ebenfalls nicht gewertet

Spielertransfers in der 2. Bundesliga, Teil 1

Hertha BSC Berlin

Zugänge: Peer Kluge (Schalke 04 / 250.000 Euro), Sami Allagui (Mainz 05 / 1,6 Millionen Euro), Marcel Ndjeng (FC Augsburg), Sandro Wagner (Werder Bremen), Ben Sahar (Espanyol Barcelona / alle ablösefrei), Elias Kachunga (Borussia Mönchengladbach / ausgeliehen), Shervin Radjabali-Fardi (Alemannia Aachen / war ausgeliehen), Marvin Knoll (Dynamo Dresden / war ausgeliehen), Daniel Beichler (SV Ried / war ausgeliehen), Harry Mukhtar, Philip Sprint (beide eigene Jugend)

Abgänge: Raffael (Dynamo Kiew / 10 Millionen Euro), Andreas Ottl (FC Augsburg), André Mijatovic (FC Ingolstadt), Tunay Torun (VfB Stuttgart / alle ablösefrei), Patrick Ebert (Real Valladolid), Maikel Aerts, Abu Bakarr Kargbo, Christian Lell (alle unbekannt)

1. FC Köln

Zugänge: Matthias Lehmann (Eintracht Frankfurt), Dominic Maroh (1. FC Nürnberg), Thomas Bröker (Fortuna Düsseldorf / alle ablösefrei), Tobias Strobl (1899 Hoffenheim / ausgeliehen), Daniel Royer (Hannover 96 / ausgeliehen), Adam Matuschyk (Fortuna Düsseldorf / war ausgeliehen), Kevin Wimmer (LASK Linz / 200.000 Euro), Thomas Kessler (Eintracht Frankfurt / war ausgeliehen), Bienvenue Basala-Mazana (SV Ried / war ausgeliehen), Reinhold Yabo (Alemannia Aachen / war ausgeliehen), Konstantinos Giannoulis (Atromitos Halkidona / Griechenland / war ausgeliehen), Jonas Hector, Lukas Kübler, Kacper Przybylko, Dino Bisanovic (alle eigene zweite Mannschaft), Fabian Schnellhardt, Marcel Schuhen (beide eigene Jugend)

Abgänge: Lukas Podolski (FC Arsenal / 12 Millionen Euro), Sascha Riether (FC Fulham / ausgeliehen), Taner Yalcin (Istanbul BBSK / 300.000 Euro), Mitchell Weiser (Bayern München / 500.000 Euro), Simon Terodde (Union Berlin / 200.000 Euro), Stephan Salger (Arminia Bielefeld / 150.000 Euro), Martin Lanig (Eintracht Frankfurt), Miro Varvodic (FK Qarabag / Aserbaidschan), Mark Uth (SC Heerenveen), José Pierre Vunguidica (SV Wehen Wiesbaden / alle ablösefrei), Ammar Jemal (Young Boys Bern / war ausgeliehen), Henrique Sereno (FC Porto / war ausgeliehen), Petit, Andrézinho (beide unbekannt), Pedro Geromel, Michael Rensing, Milivoje Novakovic, Alexandru Ionita, Christopher Schorch (alle z.T. freigestellt)

1. FC Kaiserslautern

Zugänge: Mohamadou Idrissou (Eintracht Frankfurt / 450.000 Euro), Enis Alushi (SC Paderborn), Mimoun Azaouagh (VfL Bochum), Enis Hajri (Henan Construction / China), Kwame Nsor (FC Metz), Albert Bunjaku (1. FC Nürnberg), David Hohs (Alemannia Aachen / alle ablösefrei), Ilian Micanski (FSV Frankfurt / war ausgeliehen), Chadli Amri (FSV Frankfurt / war ausgeliehen), Gil Vermouth (De Graafschap Doetinchem / war ausgeliehen), Denis Linsmayer, Andrew Wooten, Hendrick Zuck (eigene zweite Mannschaft), Marius Müller (eigene Jugend)

Abgänge: Nicolai Jörgensen (Bayer Leverkusen / war ausgeliehen), Oliver Kirch (Borussia Dortmund / 400.000 Euro), Christian Tiffert (Seattle Sounders), Marco Knaller (Wolfsberger AC / Österreich), Clemens Walch (SV Ried / alle ablösefrei), Dorge Kouemaha (FC Brügge / war ausgeliehen), Lucas (Bayer Leverkusen / war ausgeliehen), Thanos Petsos (Bayer Leverkusen / war ausgeliehen), Olcay Sahan (Besiktas Istanbul / 800.000 Euro), Richard Sukuta-Pasu (Sturm Graz / ausgeliehen), Jakub Swierczok (GKS Piast Gleiwitz / ausgeliehen), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt / 1,5 Millionen Euro), Sandro Wagner (Werder Bremen / war ausgeliehen)

FC St. Pauli

Zugänge: Daniel Ginczek (Borussia Dortmund / ausgeliehen), Akaki Gogia (VfL Wolfsburg / ausgeliehen), Lennart Thy (Werder Bremen), Robin Himmelmann (Schalke 04), Sören Gonther (SC Paderborn), Florian Mohr (SC Paderborn), Florian Kringe (Borussia Dortmund / alle ablösefrei), Carlos Zambrano (Schalke 04 / 600.000 Euro), Marcel Andrijanic (eigene zweite Mannschaft), Florian Kirschke (eigene zweite Mannschaft)

Abgänge: Fabio Morena (SV Sandhausen), Moritz Volz (1860 München), Davidson Drobo-Ampem (Esbjerg fB / Dänemark), Rouwen Hennings (Karlsruher SC), Carsten Rothenbach (VfL Bochum / alle ablösefrei), Lasse Sobiech (Borussia Dortmund / war ausgeliehen), Max Kruse (SC Freiburg / 600.000), Petar Sliskovic (FSV Mainz 05 / war ausgeliehen), Philipp Heerwagen (VfL Bochum / war ausgeliehen), Petar Filipovic, Ole Springer, Charles Takyi, Deniz Naki (alle unbekannt)

SC Paderborn 07

Zugänge: Manuel Gulde (1899 Hoffenheim), Tobias Kempe (Erzgebirge Aue), Patrick Ziegler (SpVgg Unterhaching), Mario Vrancic (Borussia Dortmund II), Tobias Feisthammel (Alemannia Aachen), David Poljanec (Blau-Weiß Linz), Massimo Ornatelli (Preußen Münster/alle ablösefrei), Manuel Zeitz (1. FC Nürnberg / ausgeliehen), Deniz Yilmaz (FSV Mainz 05 / ausgeliehen), Philipp Hofmann (Schalke 04 / ausgeliehen), Sebastian Lange (SC Wiedenbrück / war ausgeliehen), Christian Rasche (eigene zweite Mannschaft)

Abgänge: Nick Proschwitz (Hull City / 2,5 Millionen Euro), Matthew Taylor (Preußen Münster / 50.000 Euro), Mehmet Kara (Genclerbirligi Ankara / 300.000 Euro), Florian Mohr (FC St. Pauli), Sören Gonther (FC St. Pauli), Enis Alushi (1. FC Kaiserslautern), Sergej Schmik (SV Wilhelmshaven), Sören Brandy (MSV Duisburg / alle ablösefrei), Lukas Rupp (Borussia Mönchengladbach / war ausgeliehen), Jens Grahl (1899 Hoffenheim / war ausgeliehen), Rolf-Christel Guié-Mien, Yasin Kocatepe (beide unbekannt)

TSV 1860 München

Zugänge: Grzegorz Wojtkowiak (Lech Posen), Moritz Volz (FC St. Pauli), Marin Tomasov (NK Zadar / Kroatien), Ismael Blanco (Legia Warschau / alle ablösefrei), Moritz Stoppelkamp (Hannover 96 / 200.000 Euro), Grigoris Makos (AEK Athen / 300.000 Euro), Korbinian Vollmann (SpVgg Unterhaching / war ausgeliehen), Liridon Vocaj (eigene Jugend)

Abgänge: Stefan Aigner (Eintracht Frankfurt), Eke Uzoma (Pécsi MFC), Jonatan Kotzke (Jahn Regensburg), Sandro Kaiser (1. FC Heidenheim), Daniel Hofstetter (SpVgg Unterhaching), Stefan Buck (Bayern München II), Antonio Rukavina (Real Valladolid / alle ablösefrei), Kevin Volland (1899 Hoffenheim / war ausgeliehen), Benjamin Schwarz, Djordje Rakic (beide unbekannt), Collin Benjamin (Karriereende)

FC Union Berlin

Zugänge: Simon Terodde (1. FC Köln / 200.000 Euro), Björn Kopplin (VfL Bochum), Adam Nemec (FC Ingolstadt), Daniel Haas (1899 Hoffenheim / alle ablösefrei), Fabian Schönheim (FSV Mainz 05 / ausgeliehen), Roberto Puncec (Maccabi Tel Aviv / ausgeliehen), Björn Jopek (eigene Jugend)

Abgänge: Chinedu Ede (FSV Mainz 05 / 1,2 Millionen Euro), Philip Malinowski (Berliner AK), Boné Uaferro (FC Schalke 04 II), Ahmed Madouni (FC Nantes / alle ablösefrei), Santi Kolk, Jérome Polenz (beide unbekannt)

Eintracht Braunschweig

Zugänge: Jonas Erwig-Drüppel (FC Schalke 04 II), Björn Kluft (Preußen Münster), Kevin Kratz (Alemannia Aachen), Orhan Ademi (SC Rheindorf Altach / alle ablösefrei)

Abgänge: Benjamin Fuchs (Manisaspor / Türkei), Julius Reinhardt (Kickers Offenbach), Mathias Fetsch (Kickers Offenbach), Nico Zimmermann (VfR Aalen / alle ablösefrei), Markus Unger (eigene zweite Mannschaft)

Dynamo Dresden

Zugänge: Cüneyt Köz (Bayern München II), Markus Scholz (VfL Bochum II), Anthony Losilla (Stade Laval / Frankreich), Florian Fromlowitz (MSV Duisburg), Hasan Pepic (Karlsruher SC II), Idir Ouali (FC Le Mans / alle ablösefrei), Bjarne Thoelke (VfL Wolfsburg / ausgeliehen), Tobias Müller (eigene Jugend)

Abgänge: Wolfgang Hesl (Greuther Fürth), Martin Stoll (Karlsruher SC), Marcel Heller (Alemannia Aachen), Maik Kegel (Chemnitzer FC), Sascha Pfeffer (Chemnitzer FC / alle ablösefrei), Zlatko Dedic (VfL Bochum / war ausgeliehen), Marvin Knoll (Hertha BSC / war ausgeliehen), Clemens Walch (1. FC Kaiserslautern / war ausgeliehen), Gerrit Müller, Dennis Eilhoff, Alexander Schnetzler (alle unbekannt)

Auch eine Liga höher sind die Probleme ähnlich. Der MSV Duisburg ist finanziell marode und will seine finanziellen Probleme nun durch eine Strukturreform beheben. Wie Aufsichtsrat und Vorstand des Zweitligisten am Donnerstagabend gemeinsam erklärten, stehe man einem durch eine Investorengruppe vorgelegten Sanierungskonzept offen gegenüber.

„Eine grundsätzliche Zustimmung wurde erreicht, wobei einige Punkte noch finalisiert werden und eine daraus möglicherweise resultierende Satzungsänderung nur durch die Außerordentliche Mitgliederversammlung genehmigt werden kann“, hieß es in der Erklärung.

Wird dem Sanierungskonzept zugestimmt, wäre zumindest die kurzfristige Zukunft gesichert. Dem Vernehmen nach fehlen dem MSV über zwei Millionen Euro, eine genaue Summe will der Club nicht bestätigen. „Klar ist, dass wir schnell Geld brauchen“, meinte Geschäftsführer Roland Kentsch.

Durch die prekäre sportliche Situation in der Abstiegszone und dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal beim Drittligisten Karlsruhe fehlen dem Verein eingeplante Einnahmen aus TV-Geldern. Für die Finanzierung des Stadions müssen jährlich rund 4,5 Millionen Euro aufgebracht werden. Im Zweifelsfall müssen die Duisburger wegen Verstoß gegen die Lizenzauflagen mit einem Punktabzug rechnen.

Am Dienstag war der bisherige Vereinsvorsitzende Andreas Rüttgers von seinem Amt zurückgetreten, nachdem die Stadiongesellschafter, denen die Duisburger Arena gehört, das Konzept vorgelegt hatten. Wie es heißt, fordern die Investoren mehr Mitspracherecht im Verein. Dafür müsste eine Satzungsänderung vorgenommen werden. Scheitert der Plan, droht dem MSV in letzter Konsequenz die Insolvenz.

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