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16.09.2014

08:57 Uhr

Gegen FIFA-Präsident Blatter

Champagne macht Kandidatur offiziell

Der ehemals enge Vertraute von Joseph Blatter will in die Fußstapfen des FIFA-Präsidenten treten: Der langjährige FIFA-Funktionär Jérôme Champagne macht es nun offiziell und wird für das Amt des Präsidenten kandidieren.

Joseph Blatter bekommt Konkurrenz: Champagne will für das Amt des FIFA-Präsidenten kandidieren. dpa

Joseph Blatter bekommt Konkurrenz: Champagne will für das Amt des FIFA-Präsidenten kandidieren.

ZürichDer ehemalige stellvertretende FIFA-Generalsekretär Jérôme Champagne hat seine Ambitionen für den Präsidentenposten des Fußball-Weltverbandes nun offiziell gemacht. „Ich habe die Ehre, Sie darüber zu informieren, dass ich gerade dem FIFA-Wahlkomitee und dessen Präsidenten, Mr. Domenico Scala, geschrieben habe, um meine Absicht zu bestätigen, für das Amt des FIFA-Präsidenten zu kandidieren“, teilte der 56-Jährige am Montag auf seiner Kampagnen-Website mit.

Der langjährige FIFA-Funktionär und ehemals enge Vertraute des Verbandspräsidenten Joseph Blatter hatte seine Kandidatur um den Führungsposten im Februar als erster Bewerber offiziell angekündigt und im Mai seine Pläne noch einmal bekräftigt – unabhängig von den Plänen Blatters. Der Schweizer, der seit 1998 Präsident ist, hatte erst vor einer Woche angekündigt, die Kandidatur für eine fünfte Amtszeit noch in diesem Monat einzureichen.

Fifa: Die Organisation des Fußballweltverbandes

Fifa-Kongress

Er ist die Vollversammlung des Fußball-Weltverbandes. Der Kongress wird von den 209 nationalen Mitgliedsverbänden gebildet und ist das höchste legislative Gremium der Fifa. Jeder Verband hat dabei eine Stimme. Der Kongress tritt mindestens einmal im Jahr zusammen. Er trifft Entscheidungen über die Fifa-Statuten und über die Aufnahme oder den Ausschluss von Mitgliedern.

Aufgaben des Kongresses

Zu den wichtigen Aufgaben des Kongresses gehört auch die Wahl des Fifa-Präsidenten. Künftig soll die Vollversammlung darüber entscheiden, wer die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft ausrichtet - wie, ist aber noch offen. Mit dieser Reform aus dem Jahr 2011 reagierte der Verband auf die schweren Korruptionsvorwürfe bei der Vergabe der Titelkämpfe 2018 nach Russland und 2022 nach Katar.

Exekutivkomitee

Das Exekutivkomitee ist das ausführende Organ der Fifa, vereinigt aber sehr viel Macht auf sich. Kopf ist der auf vier Jahre gewählte Präsident, seit 1998 Joseph Blatter. Darüber hinaus gehören dem Komitee 24 Mitglieder an, darunter acht Vizepräsidenten. Sie werden nicht vom Kongress gewählt, sondern durch die Fußball-Konföderationen (Kontinentalzusammenschlüsse) und Verbände ernannt.

Aufgaben

Das Exekutivkomitee ernennt die Vorsitzenden und die Mitglieder der Ständigen Kommissionen, zum Beispiel für Finanzen und für Medizin. Es besetzt aber auch Rechtsorgane wie zum Beispiel die Ethikkommission, die sich um Betrugsvorwürfe kümmert. Bis 2011 bestimmte das Exekutivkomitee den Ort und die Daten der Fußball-Weltmeisterschaften.

Verdacht

Am Prinzip wurde erst gerüttelt, als zehn Mitglieder des Exekutivkomitees unter Korruptionsverdacht standen. Einige wurden suspendiert, andere lebenslang gesperrt - wie im Juli 2011 Fifa-Präsidentschaftskandidat Mohamed bin Hammam aus Katar. Die Ethikkommission sah es als erwiesen an, dass er Stimmen für seine Wahl zum Fifa-Chef kaufen wollte - bin Hammam bestritt das. Fifa-Vize Jack Warner trat bereits im Juni 2011 von allen Ämtern zurück, die eingeleiteten Verfahren wurden damit einfach beendet.

Präsident

Seit 1998 steht der Schweizer Joseph Blatter an der Spitze der Fifa. Bei den beiden letzten Wahlen hatte er keinen Gegenkandidaten. Trotz der Korruptionskrise wurde Blatter Anfang Juni 2011 mit großer Mehrheit wiedergewählt - 186 der 203 abstimmenden Delegierten votierten für ihn. Allein schon eine Verschiebung dieser Wahl zur Klärung aller Vorwürfe wäre schwierig geworden. Denn dafür ist eine Dreiviertel-Mehrheit der 209 Mitgliedsverbände nötig.

Aufgaben

Der Präsident führt nicht nur die Kongressverhandlungen. Über das Exekutivkomitee, das er einberuft und leitet, hat er ebenfalls große Machtfülle. Bei Patt-Situationen in Abstimmungen gibt seine Stimme den Ausschlag. Auf Vorschlag des Präsidenten ernennt und entlässt das Exekutivkomitee auch den Generalsekretär, der die Verwaltung der Fifa leitet. Um den Präsidenten zu zwingen, eine außerordentliche Sitzung einzuberufen, müssen sich mindestens 13 der 24 Mitglieder auf einen Antrag dafür einigen.

Da der lange Zeit als möglicher Widersacher gehandelte UEFA-Präsident Michel Platini auf eine Kandidatur verzichtet, gilt die Wahl ddes hochumstrittenen Blatter als ungefährdet. Champagne werden kaum Chancen eingeräumt. Das Komitee um Domenico Scala entscheidet, ob die Bewerbungen für die Wahl am 29. Mai rechtmäßig sind.

Von

dpa

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