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20.01.2017

11:19 Uhr

Geldkarten im Stadion

Verbraucherschützer gewinnen gegen Schalke 04

Fußballklubs nutzen im Stadion Geldkarten mit zweifelhaften Geschäftsbedingungen. Im Falle von Schalke 04 haben die Verbraucherschützer gewonnen. Zwei Klauseln werden entfernt. Fans erhalten ihr Geld ohne Gebühr zurück.

Bezahlen im Stadion wird für Schalke-Fans ein wenig fairer: Der Stadionbetreiber streicht zweifelhafte Klauseln bei der "Knappenkarte", eine Geldkarte, mit der man eine Bratwurst oder ein Getränk kaufen kann. dpa

Schalke-Fans

Bezahlen im Stadion wird für Schalke-Fans ein wenig fairer: Der Stadionbetreiber streicht zweifelhafte Klauseln bei der "Knappenkarte", eine Geldkarte, mit der man eine Bratwurst oder ein Getränk kaufen kann.

DüsseldorfDie Verbraucherschützer haben sich im Streit um Bezahlkarten im Stadion gegen den Fußballkonzern Schalke 04 durchgesetzt. Die Schalke 04 Arena Management GmbH habe sich gegenüber der Verbraucherzentrale NRW verpflichtet, verbraucherfeindliche Klauseln aus den Vertragsbedingungen ihrer Bezahlkarte zu streichen.

Die Betreibergesellschaft des vereinseigenen Stadions reagierte damit auf eine Abmahnung der Verbraucherschützer. Hintergrund: Wer innerhalb der Veltins-Arena an einem der 32 Kioske und Verkaufsstände zahlen will, braucht dafür die "Knappenkarte".

Das ist eine Chipkarte, die mit einem Geldbetrag von mindestens fünf Euro aufgeladen werden muss. Sie soll das Bezahlen mit Münzen und Scheinen im Stadion ersetzen. So sind die Servicekräfte dann in der Lage, die Schlangen vor den Bratwurst- und Getränkeausgaben in der 15-minütigen Halbzeitpause schneller abzuarbeiten.

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Das Problem: Wer eine Knappenkarte kaufte, musste erhebliche Nachteile in Kauf nehmen. So sahen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Geldkarte unter anderem vor, dass für die Auszahlung eines Restguthabens auf der Karte eine Gebühr von drei Euro verlangt werden kann.

Die teuerste Bratwurst in der Bundesliga

Platz 10

Durchschnittlich 3,10 Euro kostet eine Bratwurst in der Saison 2015/2016 in der Bundesliga. Die günstigste Wurst gibt es beim BVB für 2,60 Euro.

Quelle: Sponsor, Daten der Saison 2015/16

Platz 9

Beim FC Schalke 04 bleibt es mit 2,70 Euro für eine Brautwurst auch noch günstig.

Platz 8

Beim VfL Wolfsburg ist der Wurstpreis im Vergleich zur Vorsaison um zehn Cent gestiegen – 2,80 Euro.

Platz 7

Drei Vereine – FSV Mainz 05, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach – verlangen 2,90 Euro für eine Wurst.

Platz 6

Drei Euro kostet eine Bratwurst bei den Erstligisten SV Darmstadt, Hannover 96 und 1. FC Köln.

Platz 5

In Hoffenheim kostet eine Wurst 3,10 Euro.

Platz 4

Zehn Cent teurer ist die Wurst bei den Klubs Werder Bremen und Eintracht Frankfurt – 3,20 Euro.

Platz 3

3,30 Euro kostet eine Bratwurst beim Hertha BSC und FC Augsburg.

Platz 2

3,50 Euro verlangen der VfB Stuttgart, Hamburger SV und FC Ingolstadt. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Preis beim Hamburger SV um 50 Cent und Ingolstadt um 30 Cent gestiegen.

Platz 1

Die teuerste Wurst für 3,90 Euro gibt es in der Allianz Arena bei Spielen des FC Bayern München und TSV 1860 München. Beim Zweitligisten kostet die Wurst beinahe doppelt so viel wie die günstige beim MSV Duisburg (2,20 Euro).

Praktisch funktionierte dies so: Wenn ein Pils 3,80 Euro kostet, wird das bargeldlos etwa mit der „Knappenkarte“ bei Schalke 04 bezahlt. Einzahlen konnte man allerdings nur in Schritten von fünf Euro. Die Differenz bei einem Bier wäre also 1,20 Euro.

Wer nun während der zwei Stunden im Stadion nichts weiter konsumieren möchte als drei Bier, musste die Knappenkarte mit 15 Euro aufladen. Übrig blieben also 3,60 Euro, die nicht für ein viertes Bier reichen und rückerstattet werden müssten. Glatt auf ginge diese Rechnung nur ab 25 Bier á 3,80 – was einer Aufladung von 95 Euro entspricht. Solch eine Aufladung ist jedoch unrealistisch.

Außerdem hatte die FC Schalke 04 Arena Management GmbH das Recht, die Rückzahlung der Karte innerhalb eines Zeitraums von bis zu eineinhalb Jahren nach entsprechender Aufforderung einfach vorzunehmen. Beide Klauseln hält hielt die Verbraucherzentrale NRW für rechtlich unwirksam. Das sah nun auch Schalke 04 ein.

Die Möglichkeit einer Gebührenerhebung habe lediglich für die Überweisung des Restguthabens, nicht die Auszahlung am Counter oder der Geschäftsstelle gegolten, erklärte eine Sprecherin von Schalke 04 dazu. De facto seien sowohl diese Klausel der AGB als auch die andere von der Verbraucherzentrale angemahnte Klausel (1,5 Jahre) niemals angewandt und/oder erhoben worden. "Gerade deshalb war es für den Verein überhaupt kein Problem, sie aus den AGB herauszunehmen", so die Sprecherin.

Das teuerste Bier in der Bundesliga

Durchschnittspreis für Bier

Bei den 18 Bundesliga-Klubs ist eine Erhöhung der Bierpreise zu beobachten. Im Durchschnitt verkaufen die Erstligisten einen Liter Bier für 8,10 Euro. In der Saison 2013/2014 gab es den Liter im Schnitt noch für 7,90 Euro. Nur vier Vereine verlangten damals mehr als acht Euro für diese Biermenge. Heute sind es bereits sieben Klubs.

Quelle: Sponsor, Daten der Saison 2015/16

Platz 6

Es gibt auch Klubs, die seit Jahren an ihren vergleichsweise günstigen Preisen festhalten. Einer davon ist Borussia Dortmund mit umgerechnet 7,40 Euro für einen Liter Bier. 0,5 kostet also 3,70 Euro.

Platz 5

Der FC Schalke 04 hält wie der BVB an dem vergleichsweise günstigen Preis fest: 7,80 Euro. Bayer Leverkusen und der 1. FSV Mainz verlangen genauso viel für ein Liter Bier.

Platz 4

Sieben Vereine verkaufen den Liter Bier für acht Euro: VfL Wolfsburg, SV Darmstadt, Hertha BSC, Hannover 96, FC Ingolstadt, Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln

Platz 3

8,25 Euro kostet ein Liter Bier beim TSG Hoffenheim.

Platz 2

Fünf Vereine verlangen 8,40 Euro für einen Liter Bier: VfB Stuttgart, Hamburger SV, Bayern München, FC Augsburg und Eintracht Frankfurt.

Platz 1

Das teuerste Bier in der Bundesliga gibt es beim Werder Bremen. Im Gegensatz zum Vorjahr verzichten die Grün-Weißen zwar auf einen erneuten Preisaufschlag, nehmen für ihr Bier jedoch einen Literpreis von 8,60 Euro. Das sind 50 Cent mehr als der Liga-Schnitt.

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