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08.12.2015

16:39 Uhr

Gladbach und Wolfsburg

Deutsche Endspiele in der Champions League

VonThomas Schmitt

Der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach können die Engländer heute auf Distanz halten. Und gleichzeitig Millionen verdienen. Mit Siegen gegen die beiden Großklubs aus Manchester – und gegen Bastian Schweinsteiger.

Volkswagen-Arena in Wolfsburg: Bastian Schweinsteiger and Ashley Young von Manchester United trainieren in der Arena - vor dem Endspiel der Gruppenphase am Dienstag. Reuters

Manchester United Training

Volkswagen-Arena in Wolfsburg: Bastian Schweinsteiger and Ashley Young von Manchester United trainieren in der Arena - vor dem Endspiel der Gruppenphase am Dienstag.

DüsseldorfDeutschland gegen Manchester: Das steht heute auf dem Programm der Fußball-Königsklasse. Für den VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach sind es echte Endspiele. Die Wölfe wollen gegen Manchester United ins Achtelfinale der Champions League, und die Gladbacher spielen gegen Manchester City um den Einzug in die Zwischenrunde der Europa League (Wolfsburg-Manchester United im Liveticker).

Dafür müssen am besten Siege her. Zwar reicht Wolfsburg auch ein Remis, doch das ist gefährlich, weil der Gegner Manchester United (mit Weltmeister Bastian Schweinsteiger) einen Sieg benötigt, um in der Königsklasse sicher ins Achtelfinale einzuziehen. Und die Gladbacher sollten ebenfalls lieber nicht auf die gütige Mithilfe von Juventus Turin gegen Sevilla hoffen. Dafür sind die Spanier zu stark (Manchester City-Mönchengladbach im Liveticker).

Siegen sollten die deutschen Klubs auch aus anderen Gründen. Bisher fuhren die sieben Bundesliga-Teilnehmer  in 37 Spielen nur 17 Siege ein. Sieben Mal gingen die Spiele remis aus, neun Mal wurden sie verloren. Das ist eine magere Bilanz für die Liga des Weltmeisters. Zum Vergleich: Die sieben spanischen Klubs siegten 22 Mal.

Die Ausschüttungen in der Champions League (2015/16)

Insgesamt

2012 bis 2015: 1,002 Milliarden Euro
2015 bis 2018: 1,257 Milliarden Euro

Steigerung: 25,4 Prozent

Antrittsprämie

Saison 2015/16: 12 Millionen Euro pro Teilnehmer
Saison 2014/15: 8,6 Millionen Euro pro Teilnehmer

Gruppenphase (2)

Saison 2015/16: 1,5 Millionen Euro pro Sieg, 0,5 Millionen Euro pro Unentschieden
Saison 2014/15: 1,0 Millionen Euro pro Sieg, 0,5 Millionen Euro pro Unentschieden

Achtelfinale

Saison 2015/16: 5,5 Millionen Euro
Saison 2014/15: 3,5 Millionen Euro

Viertelfinale

Saison 2015/16: 6,0 Millionen Euro
Saison 2014/15: 3,9 Millionen Euro

Halbfinale

Saison 2015/16: 7,0 Millionen Euro
Saison 2014/15: 4,9 Millionen Euro

Finale

Saison 2015/16: 15,0 Millionen Euro für den Sieger, 10,5 Millionen Euro für den Finalteilnehmer
Saison 2014/15: 10,5 Millionen Euro für den Sieger, 6,5 Millionen Euro für den Finalteilnehmer

Bei Niederlagen gegen die Engländer besteht zudem die Gefahr, dass die Premier League in der Fünfjahreswertung der Uefa aufholt. Diese ist wichtig für die Vergabe der Startplätze. Spanien führt hier mit großem Vorsprung. Doch jeder Sieg gegen die direkten Konkurrenten aus England und Italien hilft, die vier Startchancen in der Champions League zu wahren.

Fragen und Antworten zur Champions League 2015/2016

Wer sind in dieser Saison die Favoriten?

Die üblichen Verdächtigen: Der FC Barcelona, Real Madrid und Bayern München. Wahrscheinlich die härtesten Konkurrenten: Paris St. Germain, Manchester City, FC Chelsea.

Quelle: sid

Warum spielen fünf spanische Mannschaften mit?

Der FC Barcelona (Titelverteidiger), Real Madrid und Atletico Madrid belegten in der Meisterschaft die Plätze 1 bis 3. Der viertplatzierte FC Valencia qualifizierte sich über die Play-offs. Der FC Sevilla erhielt als Gewinner der Europa League 2015 einen automatischen Startplatz.

Was ist neu?

Zum ersten Mal hat der Europa-League-Sieger (FC Sevilla) einen automatischen Startplatz erhalten. Und: Es gibt mehr Geld.

Was ist zu verdienen?

1,257 Milliarden Euro werden ausgeschüttet, 25,4 Prozent mehr als in der Vorsaison. Für die Teilnahme gibt es 12 Millionen (bislang 8,6), pro Sieg 1,5 Millionen (bislang 1), hinzu kommen dann 5,5 Millionen für das Achtelfinale, 6,0 Millionen für das Viertelfinale, 7,0 Millionen für das Halbfinale. Der Champions-League-Sieger erhält noch einmal 15 Millionen Euro (bislang 10,5), der Verlierer 10,5 (6,5). Hinzu kommen anteilig die Einnahmen aus dem sogenannten Marktpool.

Welche Mannschaften haben die meisten Titel in Europa?

Real Madrid und der FC Barcelona. Die Königlichen gewannen zehnmal den Landesmeister-Wettbewerb/die Champions League und zweimal den UEFA-Pokal/Messepokal. Barca gewann den Landesmeisterpokal/die Champions League fünfmal, gewann dazu viermal den Europapokal der Pokalsieger und den UEFA-Pokal/Messepokal. Hinter dem AC Mailand (9, 7/2/-) und dem FC Liverpool (8, 5/-/3) folgt auf Rang fünf der FC Bayern (7, 5/1/1).

Wer sind die deutschen Rekordspieler?

103 Spiele hat Oliver Kahn in der Champions League bestritten, Philipp Lahm (93) könnte ihn in dieser Saison überholen: Rekordhalter ist Xavi (151). Erfolgreichster deutscher Torschütze ist Thomas Müller (28), Rekordtorschützen mit je 77 Treffern sind Cristiano Ronaldo und Lionel Messi.

Wie viele Spieler darf eine Mannschaft nominieren?

Es gibt eine sogenannte A-Liste, die 25 Spieler umfassen darf (mindestens zwei Torhüter). Von diesen 25 Spielern müssen acht "lokal ausgebildete Spieler" sein. Höchstens vier dieser Spieler dürfen "vom Verband ausgebildet" sein, heißt: Spieler die zwischen dem 15. und 21. Jahr drei Jahre (36 Monate) oder drei komplette Spielzeiten zu einem Verein des nationalen Verbandes gehört haben. Die anderen müssen "vom Verein ausgebildet" sein, heißt: Spieler, die zwischen dem 15. und 21. Jahr drei Jahre (36 Monate) oder drei komplette Spielzeiten zum Verein gehört haben.

Was passiert bei Transfers im Winter?

Bis zum 2. Februar 2016 kann jeder Verein 3 Spieler nachnominieren, sofern sie nicht ab der Gruppenphase schon für einen anderen Klub in der Champions League eingesetzt wurden. Einer dieser Spieler darf in der laufenden Saison für einen anderen Verein in der Europa League gespielt haben.

Wer erreicht die K.o.-Runde?

Die Mannschaften auf den Rängen 1 und 2 in den 8 Vorrundengruppen. Bei Punktgleichheit von zwei oder mehr Mannschaften zählt der direkte Vergleich der betroffenen (punktgleichen) Mannschaften (Punkte, Tordifferenz, Anzahl erzielter Tore aus den direkten Duellen). Weitere Kriterien, falls nötig: Tordifferenz, Anzahl erzielter Auswärtstore, Anzahl der Siege, Anzahl der Auswärtssiege aus allen Gruppenspielen. Ganz zum Schluss, Fair-Play-Wertung und Vereinskoeffizient.

Wo findet das Finale statt?

Am 28. Mai 2016 In Mailand, im Giuseppe-Meazza-Stadion im Stadtteil San Siro. Die Arena war zuletzt 2001 beim Sieg der Bayern gegen den FC Valencia Schauplatz des Endspiels. Ihr Fassungsvermögen beträgt 79.394 Zuschauer.

Wer ist die dominierende Mannschaft der vergangenen zehn Jahre?

Der FC Barcelona. 4 Titel seit 2006. Außerdem gewannen: AC Mailand (2007 gegen FC Liverpool), Manchester United (2008 gegen FC Chelsea), Inter Mailand (2010 gegen die Bayern), FC Chelsea (2012 gegen die Bayern), Bayern München (2013 gegen Borussia Dortmund), Real Madrid (2014 gegen Atletico Madrid).

Wer sind die größten Außenseiter?

Neuling FC Astana, erst 2009 gegründet und der erste Champions-League-Vertreter für Kasachstan. BATE Borissow (Weißrussland) mit dem ehemaligen Bundesliga-Profi Alexander Hleb. Dinamo Zagreb in der Gruppe des FC Bayern. Maccabi Tel Aviv. Belgiens Überraschungsmeister KAA Gent. Und Malmö FF.

Welche Mannschaften spielen nicht im eigenen Stadion?

Schachtjor Donezk muss wegen des Krieges in der Ost-Ukraine erneut ins 540 Kilometer entfernte Lwiw ausweichen. Maccabi Tel Aviv wegen Untauglichkeit des eigenen Stadions nach Haifa.

Welches Stadion hat den bemerkenswertesten Sitzplatz?

Das Philips Stadion in Eindhoven. Sitz 43, Reihe 22 in Block D bleibt seit dem Tod von Firmengründer Frits Philips im Jahre 2005 leer.

Darüber hinaus ist jedes Spiel der Königsklasse Millionen wert. Ein Sieg spült 1,5 Millionen Euro in die Kasse. An diesem sechsten und letzten Spieltag der Vorrunde entscheidet sich zudem, wer ins Achtelfinale einzieht. Die Qualifikation dafür bringt allein 5,5 Millionen Euro. Eine halbe Million zahlt die Uefa für das Erreichen der Zwischenrunde in der Europa League.

In Summe geht es also allein für Wolfsburg und Mönchengladbach heute um mindestens neun Millionen Euro. Hinzu kommen womöglich Prämien aus weiteren Uefa-Töpfen. Viel Geld, das im Winter oder im nächsten Sommer in neue Spieler investiert werden könnte. Besonders Wolfsburg hat Bedarf, weil der Abgang von Kevin De Bruyne nach Manchester City noch nicht kompensiert worden ist.

 

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