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05.03.2014

23:23 Uhr

Glanzloses 1:0 gegen Chile

Pfiffe für siegreiche DFB-Elf

Die Nationalmannschaft lässt WM-Titelreife noch sehr vermissen. Im Testspiel gegen Chile offenbaren sich noch große Schwächen in Abwehr und Angriff. Von den überraschend nominierten Neulingen kam nur einer zum Einsatz.

Marcel Schmelzer (r) konnte sich gegen Chile nicht für den WM-Kader empfehlen. Seine Konkurrenz allerdings genauso wenig. dpa

Marcel Schmelzer (r) konnte sich gegen Chile nicht für den WM-Kader empfehlen. Seine Konkurrenz allerdings genauso wenig.

StuttgartDie deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist mit einem glücklichen Sieg ins WM-Jahr gestartet, aber von Titelreife noch weit entfernt. Mario Götze sicherte Joachim Löw am Mittwoch den 70. Sieg als Bundestrainer, beim 1:0 (1:0) gegen Chile in Stuttgart profitierte sein Team allerdings entscheidend von der Abschlussschwäche der spielstarken und überlegenen Südamerikaner. 103 Tage vor dem ersten WM-Ernstfall gegen Portugal bestätigte das DFB-Team die Warnungen des besorgten Bundestrainers: Weder offensiv noch defensiv konnten Philipp Lahm und Co. ihre Ambitionen auf den großen Coup im Sommer in Brasilien untermauern. Denn vor 54 449 Zuschauern hatte die deutsche Mannschaft nach dem siebten Länderspieltor von Götze in der 16. Minute nicht mehr viel zu bieten.

„Wir haben gesehen, wie stark Chile spielen kann. Wir hatten wahnsinnig viel Mühe, Zugriff auf das Spiel zu finden“, analysierte Löw den holprigen Start ins WM-Jahr. Hauptsache gewonnen, lautete auch die Devise bei den Spielern. „Dass wir noch viel Arbeit vor uns haben bis zur WM, das wissen wir“, betonte Kapitän Philipp Lahm. „Wir haben schon noch ein paar Fehler gemacht“, räumte Bastian Schweinsteiger ein. Abwehrchef Per Mertesacker sprach gar von einer „guten Lehrstunde, für die Mentalität nicht schlecht“.

Zwar blieb die deutsche Elf auch im achten Länderspiel der WM-Saison unbesiegt, insgesamt fehlte ihr aber alles, um bei der Weltmeisterschaft als einer der Favoriten zu gelten. Beim letzten WM-Casting vor der Nominierung des Aufgebots für Brasilien am 8. Mai sammelte noch am ehesten Götze Pluspunkte. Der Münchner war auffälligster Akteur eines deutschen Teams, dem die Partie im zweiten Durchgang immer mehr entglitt. Götze schloss gleich den ersten guten Angriff mit einem Schlenzer in den rechten Torwinkel ab. Mesut Özil gelangen nur wenige gute Aktionen, er tauchte immer wieder ab.

Miroslav Klose konnte nicht nachweisen, dass er für die WM der Stürmer Nummer eins ist. Der 35-Jährige, der mit einer Beckenblessur angereist war, fand keine Bindung zum Spiel und muss weiter auf sein 69. Tor im DFB-Trikot warten. Nach der Pause wurde der Wahl-Römer von Andre Schürrle abgelöst. Eine Minute vor Schluss kam der Freiburger Matthias Ginter als 59. Neuling unter Löw aufs Feld.

Der Hintermannschaft fehlte oft die Kompaktheit. Kevin Großkreutz ließ bei seinem Comeback im DFB-Trikot nach drei Jahren Pause auf der rechten Seite nicht viel zu, war gegen die Südamerikaner aber fast ausschließlich nach hinten gefordert. Die neue Doppel-Sechs mit Lahm und Bastian Schweinsteiger hatte oft Probleme, gegen die flink rochierenden Chilenen die Räume vor der Abwehr dicht zu machen.

Kommentare (1)

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06.03.2014, 10:50 Uhr

Ich schaue aus Protest kein Fussball mehr und das wird auch so bleiben. Ein "Sport" an dessen Händen Blut klebt ist für mich kein Sport. Die zahlreichen Toten bei der Erbauung der Stadien haben bis dato keine Konsequenzen gehabt. Auch eine selbstkritische Aufarbeitung seitens des DFB & FIFA hat es nicht gegeben. Man nimmt die zig Toten einfach so hin. Das ist barbarisch und verachtenswert. NO Bundesliga, NO WM!

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