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21.07.2016

14:09 Uhr

Gomez und Podolski in Istanbul

Vertrag ist Vertrag

VonDiana Fröhlich

Mario Gomez ist der erste internationale Star, der der türkischen Liga wegen der Unruhen im Land den Rücken kehrt. Auch DFB-Teamkollege Lukas Podolski spielt in Istanbul – für ihn wäre ein Rückzug wesentlich komplizierter.

Keine Rückkehr nach Istanbul: Rechtlich ist die Sache für Mario Gomez klar – er steht ohnehin noch in Florenz unter Vertrag. dpa

Mario Gomez

Keine Rückkehr nach Istanbul: Rechtlich ist die Sache für Mario Gomez klar – er steht ohnehin noch in Florenz unter Vertrag.

DüsseldorfMario Gomez hat sich entschieden, „wegen der angespannten politischen Lage und der schrecklichen Geschehnisse der letzten Tage“, in Zukunft nicht mehr für Besiktas Istanbul spielen zu wollen. Der deutsche Fußball-Nationalspieler, der in der abgelaufenen Saison vom AC Florenz an den Bosporus ausgeliehen war und gleich Torschützenkönig der Süper Lig wurde, teilte dies auf seiner Facebook-Seite offiziell mit. Gomez, 31, ist seit Juli 2016 wieder Vertragsspieler in Italien, seine Zeit in Istanbul war ohnehin bereits beendet. Das Klub-Präsidium von Besiktas hatte zwar Interesse daran bekundet, Gomez noch länger an den Verein binden zu wollen, doch mit der Absage ist ihm der Profi nun zuvor gekommen.

Dabei hat der Stürmer ein durchaus erfolgreiches Jahr in der Türkei hinter sich. Er hat sich wohl gefühlt in der Stadt, in der Mannschaft, im Klub. Gomez legt Wert darauf zu sagen, dass der Grund einzig und allein die brisante Lage des Landes ist, die ihn zu der Entscheidung getrieben hat. Das bestätigte sein Management am Donnerstag dem Handelsblatt.

Damit zieht der erste internationale Star in der Süper Lig die Konsequenzen. Gomez‘ Nationalmannschaftskollege Lukas Podolski, der beim Stadtrivalen Galatasaray spielt, hatte einen Wechsel in der Vergangenheit unter dem Eindruck der zahlreichen Terroranschläge zumindest in Erwägung gezogen. Mit den beiden Niederländern Wesley Sneijder, ebenfalls Galatasaray, und Robin van Persie, Fenerbahce, spielen weitere große Namen des Weltfußballs in Istanbul.

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Eine außerordentliche Kündigung von Seiten des Spielers ist im Übrigen gar nicht so einfach. Im internationalen Fußball gilt das Fifa-Reglement, entschieden wird nach Schweizer Recht. Und das besagt: Wer einen Vertrag kündigt, der muss mit einer Strafe – zum Beispiel einer Sperre, einem Transferverbot oder Schadenersatz – rechnen. Die politischen Umstände in einem Land werden dabei berücksichtigt.

Gomez, der unmittelbar vor der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich noch mit seinem Team die Meisterschaft am Bosporus gefeiert hatte, sprach von einer „schwierigen Entscheidung", die ihn sehr beschäftigt habe. Er führte aus, er habe „ein überragendes Jahr mit der absoluten Krönung der Meisterschaft gehabt“, in dem ihm „der Verein und das Land sehr ans Herz gewachsen" seien.

Zurzeit ist Gomez weder in Florenz, noch in Istanbul. Er ist im Urlaub. Wohin er in der kommenden Saison wechseln wird, ist noch nicht bekannt. Der Angreifer, der mit zwei EM-Toren bis zu seinem Muskelfaserriss im Viertelfinale gegen Italien ein starkes Turnier abgeliefert hatte, gab zuletzt an, seine Optionen in Ruhe abklopfen zu wollen. Florenz jedenfalls will Gomez aus finanziellen Gründen verkaufen. Präsident Andrea Della Valle sei bereit, den Stürmer für sieben Millionen Euro Ablösesumme gehen zu lassen, berichtete am Mittwoch die Sportzeitung „Gazzetta dello Sport“.

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