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22.12.2011

15:26 Uhr

Haft- und Bewährungsstrafe

Fußballprofis Koc und Kocer verurteilt

Fußballprofi Süleyman Koc vom Drittligisten SV Babelsberg ist wegen Beteiligung an einer Raubserie zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Ein Vereinskollege bekam eine Bewährungsstrafe.

Die wegen Beteiligung an einer Raubserie verurteilten Fußballprofis Süleyman Koc (2.v.l.) und Guido Kocer (l.) vor der Urteilsverkündung im Landgericht in der Turmstrasse in Berlin. dapd

Die wegen Beteiligung an einer Raubserie verurteilten Fußballprofis Süleyman Koc (2.v.l.) und Guido Kocer (l.) vor der Urteilsverkündung im Landgericht in der Turmstrasse in Berlin.

Berlin

Wegen seiner Beteiligung an einer Raubserie muss der frühere Fußballprofi Süleyman Koc vom Drittligisten SV Babelsberg 03 für drei Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Dieses Urteil wurde am Donnerstag vom Berliner Landgericht verhängt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass sich Koc des schweren Raubes und der Körperverletzung schuldig gemacht hat. Wegen Fluchtgefahr wurde der Haftbefehl gegen ihn nicht aufgehoben, sodass Koc nach seiner Untersuchungshaft weiterhin im Gefängnis bleibt.

Milder fiel indes das Urteil gegen seinen mitangeklagten ehemaligen Vereinskollegen Guido Kocer aus, der wegen Beihilfe zum Raub zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten verurteilt wurde.

Die beiden Spieler gehörten zu einer Gruppe, die zwischen Februar und April 2011 in Berlin Cafés, Spielhallen und Geschäfte ausgeraubt hat. Neben Koc und Kocer, der mittlerweile beim Zweitligisten Erzgebirge Aue spielt, mussten sich sieben weitere Männer im Alter von 18 bis 21 Jahren für die Überfälle vor dem Gericht verantworten. Gegen sie wurden Strafen zwischen 18 Monaten auf Bewährung und fast vier Jahren Gefängnis verhängt. Auf ihren Raubzügen hatte die Gruppe bis zu 20.000 Euro erbeutet.

Kocer hatte sich nur bei einem Überfall auf ein Casino in Moabit im April diesen Jahres beteiligt. Zusammen mit seinem Vereinskamerad hatte der Profifußballer den Tatort ausgekundschaftet. Kocer hatte eingeräumt, die Tat damals als „Abenteuer“ gesehen zu haben.

Koc gab bei dem Überfall später das Zeichen zum Losschlagen. Anders als Kocer war er mehr als einmal bei den Raubzügen dabei. Der 22-Jährige gab zu, sich fünfmal als Fahrer und Lockvogel beteiligt zu haben. Nach Meinung der Richter habe er spätestens beim zweiten Überfall gewusst, „dass es zur Sache geht“. So wurden bei den Überfällen Angestellte durch Schläge zum Teil schwer verletzt.

Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb ursprünglich im Prozess für Koc eine Haftstrafe von sechs Jahren zehn Monaten beantragt. Die Verteidigung plädierte indes für eine „angemessene Strafe“, die der 22-Jährige im offenen Vollzug verbüßen sollte.

Von

dapd

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