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11.03.2006

10:00 Uhr

Harald „Toni“ Schumacher

Der Türöffner

VonUli Schulte-Döinghaus

Er war der Torwart-Titan schlechthin: Harald "Toni" Schumacher. Heute ist Schumacher Mitglied der Geschäftsleitung der Kölner Sportmarketingagentur b+d Sports, die unter anderem Partner von Fußballvereinen wie Bayer Leverkusen 04 ist oder Unternehmen, die im Sportsponsoring engagiert sind, etwa der Postbank.

Toni Schumacher wurde mit dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund Deutscher Fußballmeister.

Toni Schumacher wurde mit dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund Deutscher Fußballmeister.

KÖLN. Wenn Harald "Toni" Schumacher auf die Dürener Straße in Köln schaut, dann wird er an seine frühen Fußballjahre im Verein Schwarz-Weiß Düren 1896 erinnert. Damals, als er zehn war, beschloss er auf Anraten seiner Mutter, Torhüter zu werden. "Das schien mir eine gemütliche Position zu sein", grinst er heute, sozusagen nachträglich.

Und wenn Schumacher dann ein zweites Mal in die Fenster des Kölner Bürohauses schaut, dann sieht er auf Papptafeln mit allerlei sinnigen Sinnsprüchen aus seinem Munde, die Kollegen dort aufgestellt haben.

"Es ist enorm wichtig", hat er da beispielsweise hinterlassen, "seinen Kritikern ebenso wenig Glauben zu schenken wie den wunderbarsten Lobeshymnen. Denn wenn du tief drinnen nicht selbst weißt, wo deine Stärken und Schwächen liegen, hast du deinen Beruf verfehlt."

Was sich auf der Fensterbank ein bisschen heroisch liest wie ein Motivationsseminar, muss man sich abmildernd im Schumacherschen rheinischen Singsang vorstellen, am besten in Tateinheit mit gelegentlichen Lachanfällen, häufigem Lächeln oder seltenem Tiefernst, der sowieso seine Sache nicht ist, jedenfalls nicht im lockeren Kundengespräch.

Also immer dann, wenn er sich entspannt und verbindlich zugleich gibt, kenntnisreich, aber nicht besserwisserisch und manchmal so prinzipienfest, dass seine besten Kumpels das Entsetzen packt: Schumachers schon fast manischer Hass auf Unpünktlichkeit hält sie alle auf Trab. "Ich bin ich", sagt Schumacher dazu lakonisch und auf Rheinisch klingt das, mit einer Prise Selbstironie gewürzt, allemal wie: "Isch bin isch."

Mit Kunden, zumal dann, wenn sie auf obersten Unternehmensetagen führen und managen, kommt einer wie er fast problemlos in Kontakt. Keiner, der nicht gerne über Fußball plauderte - und noch dazu mit einer Legende, die im Kölner Raum auch schon mal respekt- und liebevoll "dä Tünn" genannt wird.

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