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24.04.2017

14:42 Uhr

Hass gegen Hopp

DFB ermittelt wegen Kölner Schmähplakat

Die Angriffe gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp durch Fans des 1. FC Köln sind jetzt ein Fall für den DFB-Kontrollausschuss. Auch Frankfurt und Hamburg haben wegen anderer Vergehen Ermittlungen am Hals.

Der 1. FC Köln hat sich vom Angriff der Fans auf Dietmar Hopp distanziert, Hoffenheim geht nun jedoch in die Offensive. dpa

Schmähplakat

Der 1. FC Köln hat sich vom Angriff der Fans auf Dietmar Hopp distanziert, Hoffenheim geht nun jedoch in die Offensive.

Nach einem Bundesliga-Wochenende mit viel Aufregung um Fan-Entgleisungen ermittelt der DFB-Kontrollausschuss gleich in mehreren Fällen. Wegen der Schmähungen gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp muss sich der 1. FC Köln verantworten, wegen eines Hassplakats von Frankfurter Fans gegen die Polizei die Eintracht. Jochen Grotepaß aus dem Sprecherrat der Interessengemeinschaft der Fanorganisation „Unsere Kurve“ sieht „eine gewisse Form der Radikalisierung“ in der Fanszene. Fan-Anwalt René Lau will davon nicht sprechen: „Das ist eine subjektive Wahrnehmung, weil die Bedeutung des Fußballs und der Umfang der Berichterstattung in den Medien stark zugenommen hat.“

Der Hamburger SV muss sich verantworten, da Randalierer im Spiel gegen Darmstadt massiv mit Pyrotechnik und Rauchtöpfen gezündelt hatten. Die drei Clubs wurden vom Deutschen Fußball-Bund am Montag zu einer zeitnahen schriftlichen Stellungnahme aufgefordert.

Hopp war am Freitagabend beim 1:1 von 1899 Hoffenheim in Köln mit Sprechchören und Plakaten beleidigt worden. Die Kraichgauer wollen sich nicht mit den üblichen Mechanismen zufriedengeben: Sie forderten den DFB nachdrücklich zum Handeln auf. Der Tabellenvierte ließ ein entsprechendes Schriftstück von Anwalt Christoph Schickhardt aufsetzen, wie der Club bestätigte. „Wir erwarten, dass Recht und Gesetz durchgesetzt werden und die Person Dietmar Hopp geschützt wird“, sagte TSG-Geschäftsführer Peter Görlich.

Bereits am Samstag hatte sich Hopp selbst schriftlich bei Ligapräsident Reinhard Rauball und DFL-Chef Christian Seifert über die Vorfälle von Köln beklagt. Zudem schrieb der 76-jährige Milliardär eine E-Mail an DFB-Präsident Reinhard Grindel.

FC-Präsident Werner Spinner hat sich bereits für die Vorfälle entschuldigt. „Diese Beleidigungen sind inakzeptabel und sie spiegeln auch nicht die Werte wider, für die der 1. FC Köln steht“, sagte er. Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen sprach von einer „neuen Dimension des Hasses“.

Beim Frankfurter 3:1 gegen den FC Augsburg hatten Zuschauer am Samstag ein Plakat mit der Aufschrift „Für jedes Stadionverbot... Bulle Tod!“ aufgehängt. „Bei aller Kritik, die man gegebenenfalls an der Polizei haben kann, aber das ist abgrundtief beschämend“, sagte Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann bei bild.de. Nach Angaben der Polizei hat sich der Funktionär inzwischen für die „Entgleisung“ entschuldigt. Sie hat sich zudem an die Frankfurter Staatsanwaltschaft gewandt. Gegebenenfalls würden sich strafrechtliche Ermittlungen anschließen.

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