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01.04.2017

17:00 Uhr

HB10: Was wäre wenn

Das Märchenschloss

VonRüdiger Schmitz-Normann

Der König von Amerika regiert aus einem Lustschloss heraus – und dankt dann aus Scham ab. Eine fast wahre Geschichte. Eine Vision präsentiert von Handelsblatt 10.

Es war einmal der König von Amerika. dpa

Märchenschloss

Es war einmal der König von Amerika.

DüsseldorfEs war einmal ein König in Amerika, der hatte nicht nur ein Schloss in der Hauptstadt des Reiches, sondern auch noch ein Vergnügungs-Shangri-La am Meer, mit 118 Zimmern, einem fast 2.000 Quadratmeter großen Ballsaal und Blattgold für sieben Millionen US-Taler an den Decken. Von dort aus regierte er jedes zweite Wochenende das Land, was die Bürger aus dem Steuersäckel bezahlten: Für Transport und Sicherheit der Entourage des Königs fielen pro Wochenende drei Millionen US-Taler an.

Natürlich wohnte der König nicht allein im Palast. Er verkaufte Zutrittsrechte zu seinem Domizil für viel, viel Geld. Als es daranging, für sein Königreich neue Minister und Reichsmarschälle zu bestellen, bedachte der König nach alter Feudaltradition die Mitglieder seines Hofstaates und die ständigen Besucher des Strandschlosses, die ihm seit Jahren ihr millionenstarkes Scherflein entrichteten, mit stattlichen Pfründen des Staates: Einen benachbarten Schlossherrn kürte er zum Minister des Handels, diverse Gäste wurden kurzerhand zu Botschaftern in fernen Ländern ernannt.

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Einen Konzertpianisten, dessen wesentliche Qualifikation es war, ein Musical über einen österreichischen Militär zu mögen, entsandte der König nach Österreich. Einer Investorengattin vertraute er den Posten in Barbados an, passenderweise in der Nähe der bevorzugten Segelreviere des stets gut gebräunten Milliardärs an ihrer Seite. Als die Bürger das alles erfuhren und ein Sturm der Entrüstung losbrach, wurde dem König klar, dass er Unrecht getan hatte – er grämte sich gar sehr und verfügte schnell die Einrichtung einer waschechten Demokratie. Und alles wurde gut.

Im Unterschied zu sonst haben wir übrigens diesmal für unsere Kolumne nichts erfunden, jedes Detail ist wahr. Bis auf die letzten beiden Sätze natürlich.

Dieser Artikel ist exklusiv in der Smartphone-App Handelsblatt 10 erschienen, die jeden Tag mit 10 Autorenstücken die wichtigsten Themen des Tages zusammenfasst. In unregelmäßigen Abständen präsentieren wir Ihnen Visionen wie diese. Was Handelsblatt 10 sonst noch alles zu bieten hat, erfahren Sie hier.

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