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22.10.2013

23:43 Uhr

Heimklatsche vor Derby gegen BVB

Schalke kommt gegen Chelsea an seine Grenzen

VonMarc Renner

Der FC Schalke 04 hat im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League einen kräftigen Dämpfer erhalten und die Generalprobe für das Prestigederby gegen Borussia Dortmund am Samstag versaut. Gegen den FC Chelsea London verloren die Knappen am dritten Spieltag der Königsklasse ihr Heimspiel mit 0:3 (0:1). Im Duell Königsblau gegen die „Blues“ war es am Ende ein Sieg der Cleverness für die Gäste, der aber ein Tor zu hoch ausfiel.

Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes (li.) kann es nicht fassen: Wieder ist eine Chance vergeben. Chelseas Frank Lampard (Mitte) ist es nur Recht. Ganz rechts Julian Draxler. ap

Schalkes Kapitän Benedikt Höwedes (li.) kann es nicht fassen: Wieder ist eine Chance vergeben. Chelseas Frank Lampard (Mitte) ist es nur Recht. Ganz rechts Julian Draxler.

GelsenkirchenFür die Tore vor 54.442 Zuschauern in der ausverkauften Schalke-Arena sorgten zweimal Fernando Torres (5./51.) und Eden Hazard nach einem klassischen Konter drei Minuten vor dem Ende. Dabei hatten die keinesfalls enttäuschenden Schalker durchaus ihre Chancen, scheiterten aber gegen das Team von Startrainer José Mourinho an Chelsea-Torwart Petr Cech und dem Unvermögen, die eigenen Chancen auch in Zählbares umzuwandeln.

„Wir haben es selbst verbockt“, meinte anschließend Schalkes Kapitän Bendedikt Höwedes nach der höchsten Heimniederlage der Schalker in der Champions-League-Geschichte. „In der zweiten Halbzeit haben wir alles riskiert. Da hat Chelsea unsere Fehler brutal ausgenutzt.“

So sah es auch der vom Ergebnis, aber nicht vom Auftritt seiner Mannschaft enttäuschte Schalker Coach Jens Keller: „0:3 hört sich sehr deutlich an. Aber dieses Ergebnis spiegelt nicht den wahren Spielverlauf wieder“, bilanzierte er ernüchtert. „Ich ärgere mich über den frühen Gegentreffer. Aber danach kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen: Sie hat sich aufgebäumt, hat Moral gezeigt und ist marschiert – aber hat ihre Chancen liegen lassen. Und das wird gegen eine Mannschaft wie Chelsea eben bestraft, das zeigt auch die Qualität dieses Teams.“ Einen Beinbruch wollte er denn in dieser Niederlage auch nicht erkennen. „Chelsea war immer der Favorit dieser Gruppe. Wir müssen uns an Basel und Bukarest orientieren. Auch wenn diese Niederlage ärgerlich ist: Wir haben weiter alles selbst in der Hand.“

Tatsächlich haben die Gelsenkirchener nun nach der Hinrunde der Gruppenspiele dennoch weiter alle Chancen, am Ende in die Runde der letzten 16 Teams einzuziehen. Denn die Knappen liegen mit sechs Punkten gleichauf hinter Chelsea, aber zwei Zähler vor dem FC Basel, der im Parallelspiel zwei Minuten vor dem Ende seine Führung in Bukarest noch verspielte. Die Königsblauen müssen in zwei Wochen am nächsten Spieltag in London antreten, danach in Bukarest. Am 11. Dezember könnte es dann in der Schalke-Arena zum Endspiel um den Einzug ins Achtelfinale gegen das Team aus der Schweiz kommen.

Schalkes Taktik früh dahin

Chelsea war mit viel Respekt nach Gelsenkirchen gereist – und mit dem Druck unbedingt gewinnen zu müssen, um im Achtelfinalrennen nicht schon frühzeitig ins Hintertreffen zu geraten. Und an der Stätte seines größten Triumphes – 1994 gewann er in Gelsenkirchen mit dem FC Porto gegen Monaco die Champions League – wollte sich José Mourinho offenbar nicht nur auf die sportlichen Fähigkeiten seiner Mannschaft verlassen. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn stattete er jedenfalls erst der kleinen Arena-Kapelle nahe den Mannschaftkabinen noch einen Besuch ab, bevor er aufmerksam die Aufwärmübungen des Tabellenzweiten der englischen Premier League verfolgte. Falls er um Beistand von oben für das richtungsweisende Spiel gebeten hatte – sein Anliegen wurde erhört.

Denn das Spiel war noch keine fünf Minuten alt, da war die Schalker Taktik schon komplett über den Haufen geworfen: Nach einer Ecke von Lampard verlängerte Ivanovic den Ball an den zweiten Pfosten, wo Neustädter noch nicht bei der Sache Torjäger Torres mutterseelenallein stehen und zum 0:1 einköpfen ließ.

Dabei hatten die Gastgeber aus einer sicheren Abwehr agieren wollen, auf ihre Chance warten. Schließlich waren sie es, die sechs Punkte aus zwei Spielen geholt und dabei kein Gegentor kassiert hatten. Ein Dreier gegen das Starensemble aus London – und die Achtelfinaltür wäre ganz, ganz weit aufgestoßen gewesen.

Nun mussten sie also mit einem überflüssigen Gegentor im Kopf einem Rückstand hinterher laufen. Wieder einmal. Sportvorstand Horst Heldt hatte angesichts der Verletztenmisere schon vor der Partie davon gesprochen, dass das Spiel auch eine Kopfsache werden würde – und dass den Fans eine ganz entscheidende Rolle zukommen werde.

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