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11.01.2010

15:00 Uhr

Hobby-Hallenfußball

Grätschen für das Betriebsklima

VonMathias Peer

Beinahe im Wochenrhythmus entstanden in den vergangenen Jahren neue Hallen für Hobby-Fußballer. Nun ist der Wettbewerb härter geworden, denn das Geschäft mit Hobbyspielern schrumpft. Können Turnierserien für Firmenkunden den Indoor-Kick wieder rentabel machen?

Daran kann auch Michael Rummenigge nichts ändern: Der Boom der Fußballhallen ist vorbei. dpa

Daran kann auch Michael Rummenigge nichts ändern: Der Boom der Fußballhallen ist vorbei.

KÖLN. Es waren ehrgeizige Pläne, mit denen Georg Kofler den Weg zurück ins Fußballgeschäft finden wollte. Früher war er als Chef des Bezahlsenders Premiere einer der größten Geldgeber der Bundesliga. Nur wenige Wochen nach seinem Ausstieg vor zwei Jahren verkündete er sein neues Ziel: Nach dem Profisport wolle er den Amateurfußball erobern. Kofler stieg bei der Hallenfußball-Kette Soccafive ein. Gleichzeitig mit dem neuen Investor gab das Unternehmen gewaltige Ausbaupläne bekannt: 50 Fußballhallen wollte Soccafive bis 2012 in Deutschland errichten und dafür 100 Mio. Euro ausgeben. Auch die Expansion nach Dubai, China und Südafrika schien kurz bevor zu stehen.

Von den großen Ambitionen ist nicht viel übrig geblieben. Heute betreibt Soccafive erst zwei Fußballhallen, eine in Wolfsburg, die andere in Kaiserslautern. Statt 50 peilt das Unternehmen nur mehr zehn bis 15 neue Sportstätten an. Und statt mit Südafrika und Dubai, verhandelt die Firma jetzt mit Turkmenistan. „Die Situation ist schwieriger, als wir uns das vorgestellt haben“, sagt Geschäftsführer Stefan Schaffelhuber.

Am Spielfeldrand applaudiert der Abteilungsleiter

So wie Soccafive haben derzeit viele Betreiber mit Problemen zu kämpfen. Seit Anfang des Jahrzehnts die ersten Anlagen in Deutschland eröffnet wurden, entstanden neue Hallen beinahe im Wochenrhythmus. Nun ist der Wettbewerb härter geworden. „Hobbykicker allein reichen meist nicht mehr aus, um die Hallen auszulasten“, sagt Peter Hoenig, Geschäftsführer des Branchenverbands gewerblicher Sport- und Freizeitanlagen IZF. Nun setzen die Betreiber auf eine neue Zielgruppe: Unternehmen.

Auf den Plätzen von Soccerworld, dem größten Anbieter in Deutschland, gelingt das schon jetzt. Am Seitenrand applaudiert der Abteilungsleiter, während die Mitarbeiter auf dem Spielfeld um den Unternehmenspokal kämpfen. Zwölf Mannschaften hat der Aluminiumhersteller Novelis aus seinen weltweiten Niederlassungen nach Deutschland geschickt – beim Kicken sollen sich die Beschäftigten besser kennenlernen. Am Ende jubelt das Team aus Italien, das sich beim Schlusspfiff in den Armen liegt und „Forza Italia“ brüllt.

Ausgedacht hat sich die Veranstaltung der 38-jährige griechischstämmige Unternehmer Spiridon Moysidis. Er ist der Geschäftsführer von Soccerworld. Moysidis gilt in der Branche als Vordenker. Zusammen mit zwei Freunden entwickelte er während seiner Studienzeit das Konzept für die erste Hallenfußball-Kette hierzulande. Amateurkicker hatten damals kaum eine Möglichkeit, ihrem Hobby auch in den Wintermonaten nachzugehen. Die Nachfrage nach Indoor-Plätzen war hoch: „In den ersten Monaten hatten wir bis zwei Uhr nachts geöffnet“, sagt Moysidis.

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