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23.04.2013

23:42 Uhr

Hoeneß im Stadion

„Mia san mia“

Zum ersten Mal seit der Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung hat sich Bayern-Präsident Uli Hoeneß in der Öffentlichkeit gezeigt - im Stadion. Dort ließ er sich von einem Spitzenspiel mitreißen.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß jubelt seiner Mannschaft zu. ap

Bayern-Präsident Uli Hoeneß jubelt seiner Mannschaft zu.

MünchenAuch von den neuen Enthüllungen in seiner Steueraffäre hat sich Bayern-Präsident Uli Hoeneß nicht vom Stadionbesuch beim Giganten-Treffen mit dem FC Barcelona abbringen lassen. Nur knapp zwei Stunden, nachdem die „Süddeutsche Zeitung“ (Mittwoch) vorab von einer vorläufigen Festnahme von Hoeneß im März berichtet hatte, stieg der Aufsichtsratschef des deutschen Fußball-Rekordmeisters am Dienstag aus einem Wagen und ging mit einem rot-weißen Schal um den Hals in die Allianz Arena.

Hoeneß wirkte äußerlich unbeeindruckt von den jüngsten Entwicklungen. Der Haftbefehl, der nach „SZ“-Informationen gegen ihn vorlag, ist außer Vollzug gesetzt worden. Dies wurde der dpa aus Justizkreisen bestätigt. Der 61-Jährige hat laut der Zeitung eine Kaution in Millionenhöhe hinterlegt.

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Der Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, befindet sich laut "Süddeutscher Zeitung" nur wegen der Zahlung einer Millionen-Kaution auf freiem Fuß. Hoeneß sei am 20. März vorläufig festgenommen worden

Der Besuch in der ausverkauften Allianz Arena war der erste Auftritt des Bayern-Patriarchen nach dem öffentlichen Outing als Steuersünder. Vor dem Anpfiff sah man ihn in der Ehrenloge in lockeren Gesprächen mit dem früheren Innenminister Otto Schily, Ex-Bayernprofi Bixente Lizarazu und seinem Bruder Dieter.

Bei der Choreographie der Fans hielt er ein rotes Pappschild mit der Aufschrift „Mia san mia“ in die Höhe. Nach Thomas Müllers 1:0 in der 25. Minute sprang er begeistert auf und klatschte mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ab.

Schon vorher war Hoeneß um Schadensbegrenzung bemüht. „Ich habe erkannt, dass ich einen schweren Fehler gemacht habe, den ich versuche, mit der Selbstanzeige zumindest halbwegs wiedergutzumachen“, betonte der Unternehmer in der „Sport Bild“ (Mittwoch). Negative Folgen für den deutschen Fußball befürchtet unterdessen der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger. „Da werden wir nun einige Häme zu spüren bekommen“, sagte Zwanziger.

Dagegen verteidigte Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer seinen langjährigen Weggefährten. „Uli Hoeneß ist kein Betrüger, da ist ihm irgendein Fehler unterlaufen, das kann sein“, sagte Beckenbauer im TV-Sender Sky Sport News HD. „Ich halte zu ihm, immer, ganz gleich was passiert, das habe ich ihm auch gestern auf Band gesprochen“, erklärte der Weltmeister von 1974.

Nach Selbstanzeige

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Nach einer Selbstanzeige im Januar hatte die Staatsanwaltschaft München II Ermittlungen gegen Hoeneß wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung aufgenommen. Hoeneß' Anwalt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen, auch vom FC Bayern gab es keinen Kommentar.

Von

dpa

Kommentare (12)

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HoWe

24.04.2013, 00:14 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

nibirus

24.04.2013, 02:13 Uhr

Das schimpft sich promi oder bonzen bonus ...

FairPlayer

24.04.2013, 06:56 Uhr

Was für ein trauriges Volk! Sobald ein paar Zeilen in einer Zeitung stehen, suchen viele fleißig nach Steinen und beginnen mit der Steinigung. Was wissen wir? Der Uli hat sich selbst angezeigt, um einen Fehler aus der Welt zu schaffen. Steuerhinterziehung in welcher Form auch immer (Schwarzarbeit, falsche Angaben in der Steuererklärung) aber auch Sozialbetrug gehört bestraft und ist nicht zu unterstützen. Trotzdem sollte man dies der Justiz überlassen und nicht einen Menschen ohne wirkliches Hintergrundwissen steinigen und vernichten wollen. Uli H. wird seine Strafe bekommen. Dann aber gut. Ein Politiker, der Milliarden für nicht gebaute Flughäfen zu verantworten hat, kommt davon. Banken die uns Milliarden kosten, kommen davon. Schön, wenn Frau Merkel jetzt vom Uli enttäuscht ist.

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