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08.08.2016

16:48 Uhr

Hoeneß-Rückkehr

Warum der Steuermann wieder ans Ruder darf

VonJoachim Hofer

Der Patriarch kehrt zurück: Uli Hoeneß wird wieder Präsident des FC Bayern. Für den Rekordmeister ist das eine gute Sache. Aber nur, wenn der 64-Jährige sich selbst zurücknimmt – und an die Rente denkt. Ein Kommentar.

Hoeneß kehrt als Präsident zurück

Nicht alle begrüßen Hoeneß Präsidentenkandidatur

Hoeneß kehrt als Präsident zurück: Nicht alle begrüßen Hoeneß Präsidentenkandidatur

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München„Das war´s noch nicht!“ Mit jenem inzwischen berühmten Satz hat Uli Hoeneß schon vor gut zwei Jahren seine Rückkehr beim FC Bayern angekündigt. Das war noch vor seinem Haftantritt. Inzwischen hat der Unternehmer seine Strafe verbüßt, die ihm das Gericht wegen Steuerhinterziehung aufgebrummt hatte.

Daher ist es nicht überraschend, wenn er nun tatsächlich wieder an die Spitze drängt. An diesem Montag hat der erfolgreichste deutsche Fußballverein in ein paar dünnen Zeilen verkündet, dass sich Hoeneß im November auf der Hauptversammlung wieder zur Wahl stellen wird. Dass ihn die Mitglieder auf den Thron heben, gilt als ausgemacht.

Verwerflich ist das nicht, schon gar nicht aus Sicht des FC Bayern. Erstens hat der 64-Jährige einen hohen Preis für seine Vergehen bezahlt. Zweitens aber hat Hoeneß unbestritten das Zeug, den Verein durch eine kritische Phase zu führen. Die Bayern sind zwar in der Bundesliga nahezu konkurrenzlos. International aber rüsten die Wettbewerber enorm auf. Am Wochenende hat Manchester United den französischen Nationalspieler Paul Pogba für 120 Millionen Euro verpflichtet. Da können selbst die reichen Münchener kaum mehr mithalten. Hoeneß muss als Präsident einen Weg finden, mit finanziell besser ausgestatteten Rivalen mitzuhalten.

Der Präsident soll dem Verein einen Kurs für die Zukunft vorgeben. dpa

Uli Hoeneß

Der Präsident soll dem Verein einen Kurs für die Zukunft vorgeben.

Parallel dazu ist es an Hoeneß, auch personell die Weichen für die Zukunft zu stellen. Sportdirektor Matthias Sammer hat sich im Sommer verabschiedet, wer ihm folgt ist offen. Langfristig noch wichtiger wird es sein, einen Nachfolger für Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge aufzubauen. Der Ex-Nationalspieler führt das Geschäft zwar höchst erfolgreich, ist aber auch schon 60.

Damit nicht genug: Hoeneß kann seinem Klub den größten Dienst erweisen, wenn er sich selbst nicht zu wichtig nimmt. Dass er jetzt zurückkommt ist menschlich verständlich und fachlich vertretbar. Doch auch Hoeneß kommt bald ins Rentenalter, und die Welt dreht sich schnell. Daher sollte er nicht an seinem Amt kleben. Ein paar Jahre ist Hoeneß für den FC Bayern sicher noch ein Gewinn. Doch dann sollte er an einen Jüngeren übergeben. Vielleicht folgt ihm eines Tages ja Rummenigge. Dann hätten Beide einen gelungenen Abgang und die Bayern einen geschmeidigen Generationswechsel.

Kommentare (3)

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Herr Paul Kersey

08.08.2016, 17:14 Uhr

Die Re-Inthronisierung des Uli H. passt exakt in das Bild, das man vom FCB hat, wenn man nicht gerade zur Münchner Bussi-Schickeria gehört. Mit Gefängnis vorbestrafter Krimineller als Präsident des Sportvereins (und nicht etwa als Vorstand der FCB AG). Die beiden Botschaften sind klar: Wer zur Familie gehört, den lässt der FCB nicht hängen. Und wer eine solche Geltungssucht hat wie Uli, kann gar nicht anders. Er muss wieder Präsident werden, egal welches Licht das auf den Sportverein werfen könnte. Also eigentlich wie immer "Ohne Rückicht auf Verluste".

Herr Toni Ebert

08.08.2016, 18:02 Uhr

Das ist echt krass.

Egal, wie man zur Steuerhinterziehung steht, aber dass man Kriminelle als Präsident, (Big Boss) einstellt, das gibt es sonst nur bei der Mafia. Kein Wunder, dass sich hier bald 50 mio. Migranten tummeln werden.


Das was man früher mal als dt. Rechtschaffenheit angesehen hat, ist weg und vorbei.

Herr Robbie McGuire

09.08.2016, 12:46 Uhr

Ich bin mal gespannt, wie es die Großsponsoren wie AUDI, Allianz und adidas im Hinblick auf die Einhaltung der Complaince halten. Eigentlich müssten diese sich doch als Sponsoren verabschieden.

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