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25.01.2007

09:48 Uhr

Hopp ist immer Unternehmer geblieben

Start-up aus der badischen Provinz

VonRoland Karle

Die TSG Hoffenheim gilt im deutschen Fußball als ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Doch Dietmar Hopp hat große Pläne mit dem Regionalligisten. Der SAP-Gründer und Mäzen des Vereins will die Mannschaft mit Hilfe eines knallharten Business-Plans und erfahrenen Kräften bis zum Jahr 2011 in die Bundesliga bringen.

Dietmar Hopp beim Heimspiel in Hoffenheim. Foto: dpa dpa

Dietmar Hopp beim Heimspiel in Hoffenheim. Foto: dpa

HOFFENHEIM. Für die TSG Hoffenheim hätte die Saison kaum schlechter beginnen können. Keines der ersten vier Spiele hat der selbst ernannte Aufstiegsfavorit der Regionalliga Süd gewonnen. Schon reagierte Trainer Ralf Rangnick genervt auf Reporterfragen, und die Besserwisser referierten ausführlich, dass Geld eben doch keine Tore schießt. Schließlich lebt der Verein aus der badischen Provinz von der Großzügigkeit des SAP-Gründers Dietmar Hopp, der früher selbst in der Kreisklasse für seinen Heimatverein spielte. Und der Mäzen verfolgt hehre Ziele: Spätestens 2011 will der Milliardär die TSG Hoffenheim in der Bundesliga spielen sehen.

Vor Beginn der Rückrunde redet in Hoffenheim niemand mehr von den Startschwierigkeiten im Spätsommer. Das Projekt Profifußball läuft planmäßig. Der Verein aus dem Kraichgau, 20 Kilometer südlich von Heidelberg, ist Tabellenzweiter hinter dem SV Wehen mit sechs Punkten Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz. Rangnick spricht jetzt von einer „hervorragenden Ausgangsposition“ und von „einer richtig geilen Truppe mit Teamgeist.“

Im Kader stehen Erstliga erfahrene Spieler wie Kapitän Selim Teber (früher 1. FC Kaiserslautern), Tomislav Maric (VfL Wolfsburg), Francisco Copado (Eintracht Frankfurt) und Jochen Seitz (VfB Stuttgart). Den Rest der Mannschaft bilden ein halbes Dutzend langjähriger TSG-Kicker und eigene Nachwuchsspieler.

Dahinter stehe eine klare Philosophie, sagt Geschäftsführer Jochen A. Rotthaus. „Wir wollen hier eine Mannschaft aus jungen, überwiegend deutschen Spielern aufbauen, die attraktiven Offensivfußball zeigen.“ Für den sportlichen Erfolg sind Rangnick und Bernhard Peters als Direktor für Sport- und Jugendförderung zuständig, der für Hoffenheim immerhin seinen Job als Hockey-Bundestrainer aufgegeben hat. Im Management zieht Diplom-Kaufmann Rotthaus die Strippen, zuvor Merchandising-Manager bei Bavaria Film und zuletzt Marketing-Chef beim VfB Stuttgart. In seiner Zeit beim VfB stiegen dort die Werbeeinnahmen von zwölf auf 30 Millionen Euro.

Für fünf Jahre haben Rangnick, Peters und Rotthaus unterschrieben. „Wir sind gekommen, weil wir überzeugt sind, hier etwas Einzigartiges aufbauen zu können“, sagen sie unisono. Über die Höhe des Etats verlieren sie kein Wort, klar ist jedoch, dass Hopp seine leitenden Angestellten für Regionalliga-Verhältnisse großzügig entlohnt. Alle Verträge seien stark leistungsbezogen, sagt Rotthaus. „Wer zocken will, ist bei uns an der falschen Adresse.“

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