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16.03.2006

16:38 Uhr

HSV trotzig

Dann eben Champions League

Wenn schon nicht Uefa-Cup, dann eben Champions League: Noch waren die Tränen über den Rauswurf des Hamburger SV aus dem internationalen Geschäft nicht getrocknet, da schworen sich Mannschaft und Vereinsführung trotzig auf höhere Ziele ein.

Kampfeslustig dpa

Die Hamburger Lauth (M), Mahdavikia (r) und Demel freuen sich über das 1:0.

dpa HAMBURG. „Wir haben jetzt neun Endspiele für die Champions League“, sagte HSV-Chef Bernd Hoffmann und gab damit die Marschrichtung für die nächsten Wochen aus. Der Tabellen-Zweite der Fußball-Bundesliga will sich in der kommenden Saison nicht mehr mit einem Uefa-Cup-Platz bescheiden. „Es macht Spaß, in Europa zu spielen“, resümierte Trainer Thomas Doll. „Es macht aber noch mehr Spaß, im ganz großen Fußball dabei zu sein. Jetzt haben wir das Riesenziel Champions League.“

Das 3:1 im Achtelfinal-Rückspiel gegen Rapid Bukarest war nach der 0:2-Hinspiel-Niederlage sechs Tage zuvor der wohl traurigste Sieg der Hamburger in den vergangenen Jahren. Doch das Resultat hat nicht nur Enttäuschung hinterlassen. Was der HSV an Leidenschaft, Kampfgeist und Siegeswillen auf dem Rasen demonstrierte, war Fußball mit Herz und nötigte Respekt ab. Die Zuschauer verabschiedeten die erschöpften Hauptdarsteller mit Jubelgesängen und Sprechchören. „Nach dem grandiosen Spiel hätten wir das Weiterkommen verdient gehabt“, befand Doll nicht weniger abgekämpft als seine Spieler und attestierte dem Team „einen sensationellen Charakter“.

Vorsitzender Hoffmann trauerte zwar dem verpassten Viertelfinale hinterher, das dem Verein rund zwei Mill. Euro eingebracht hätte, stellte dann aber das Positive heraus: „Die Europacup-Spiele haben uns eine Menge an Renommee und Erfahrung gebracht, aber auch Handlungsfähigkeit in der Winterpause und ein kleines Polster für Aktivitäten in der Sommerpause.“ Letzteres wird der Verein auch dringend benötigen. Denn zumindest für die nahezu sicheren Abgänge Sergej Barbarez, Stefan Beinlich und Bastian Reinhardt, die allesamt ihre Vertragsangebote wegen Gehaltskürzungen ausschlugen und nun Ausschau nach neuen Arbeitgebern halten, muss Ersatz her. Sportchef Dietmar Beiersdorfer: „Wir orientieren uns jetzt auf dem Markt.“

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