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17.03.2006

13:03 Uhr

Immobilienmärkte der WM-Städte: München

Mit Ehrgeiz aus der Krise

VonMarkus Fasse

Der monströse Stadionneubau ist Münchens Symbol für den Anspruch, Deutschlands Immobilienstandort Nummer eins sein zu wollen. Nach Frankfurt ist München das teuerste Pflaster in Deutschland. Ein paar Jahre dümpelte der Immobilienmarkt dort vor sich hin. Doch kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft spüren die Makler den Aufschwung.

Die Spieltermine in München. Für eine größere Ansicht der Graphik klicken Sie bitte auf das Pluszeichen.

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MÜNCHEN. Die nächtliche Autobahnfahrt nach München vermittelt Vorfreude. Vierspurig rollt der Verkehr auf der A9, Flüsterasphalt haben die Verkehrsplaner für das nagelneue Ausbaustück spendiert. Und irgendwann taucht sie auf, leuchtend Rot oder leuchtend Blau: Die Allianz Arena, Münchens Aushängeschild für die Fußballweltmeisterschaft 2006.

Der monströse Stadionneubau ist zugleich Münchens Symbol für den Anspruch, Deutschlands Immobilienstandort Nummer eins sein zu wollen. Ob Gewerbe- oder Wohnungsmarkt, München ist nach Frankfurt das teuerste Pflaster in Deutschland. "München ist ein wichtiger Unternehmensstandort, dass macht ihn für Immobilien interessant", sagt Rupert Hackl, Leiter der Hypo Real Estate in München. Ein paar Jahre dümpelte der Markt vor sich hin, jetzt ziehen Nachfrage und Preise wieder an. "Es ist derzeit sehr viel Geld im Markt" resümiert Hackl. Auch Peter Bigelmaier, Geschäftsführer des Münchener Immobilienkontors Schauer & Schöll sieht das Ende der Durststrecke gekommen. "Nach Jahren der Stagnation mieten viele Firmen wieder für die Expansion."

Dass sich die Situation geändert hat, registriert die IHK München deutlich. "Seit Mitte vergangenen Jahres nimmt die Zahl der Vollzeitbeschäftigten wieder zu", sagt Robert Obermeier, Chefvolkswirt der IHK. Und die jüngsten Zahlen lassen auf einen kräftigen Aufschwung schließen. Von 7 000 befragten Unternehmen gaben im Herbst 2005 noch 17 Prozent an, die Zahl ihrer Beschäftigten aufstocken zu wollen. Anfang des Jahres waren es schon 34 Prozent.

Der Stimmungswandel ist auch an Zahlen ablesbar. Um über zehn Prozent zog die Vermietleistung im vergangenen Jahr an, der Durchschnittsmietpreis kletterte um 4,2 Prozent. In diesem Jahr werde der Markt noch einmal in derselben Größenordnung zulegen, sagt Experte Hackl.

Das starke Exportgeschäft der Münchener Industrie treibt das Wachstum und lässt die unternehmensbezogenen Dienstleistungen expandieren. "Berater und Anwälte treiben die positive Entwicklung derzeit", sagt Berater Bigelmaier. Vor allem in den guten Lagen zögen die Mieten an, beobachten Makler.

21 Mill. Quadratmeter (qm) Bürofläche hat die Isarmetropole, damit ist der Münchener Büromarkt fast doppelt so groß wie Frankfurt und dreimal so groß wie Düsseldorf. In den Boomjahren der New Economy war der Markt leergefegt, die Leerstandsrate an der Isar sank unter ein Prozent, der folgende Einbruch in den Jahren 2002 bis 2004 traf die Branche hart. Doch von mehr als zehn Prozent Leerstand hat sich der Markt auf aktuell 8,1 Prozent erholt.

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