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06.03.2006

08:59 Uhr

„In Deutschland müssen sie sich anstrengen“

Blatter kritisiert Verkaufssystem für WM-Tickets

Nur wenige Tage nachdem Fifa-Präsident Joseph Blatter die Deutschen für ihre Zurückhaltung gegenüber der kommenden WM (9. Juni bis 9. Juli) kritisiert hat, bekommt nun das WM-Organisationskomitee sein Fett weg.

In einem Interview in der Sonntagsausgabe der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) nahm Blatter in seinem Heimatland kein Blatt vor den Mund und kritisierte das deutsche Ticket-Verkaufssystem: "Ich weiß nicht, wie viele Sitzungen dazu schon stattgefunden haben. Wir kommen mit dem Deutschen Fußball-Bund keinen Schritt weiter. Es wäre wahrscheinlich besser gewesen, wir hätten den Ticket-Vertrieb übernommen."

Unverständnis zeigte der Fifa-Boss bezüglich der Losrunden im Rahmen der Ticketverteilung. "Die Deutschen wählten ein System, das ich überhaupt nicht verstehe. Ich habe mich von Beginn weg distanziert, aber am Schluss bin ich sowieso an allem schuld. In Südafrika 2010 übernehmen wir das Ticketing wieder", sagte Blatter.

Für Wolfgang Niersbach, den Vize-Präsidenten des OK, sind diese Aussagen ein "doppeltes Rätsel". "Zum einen weiß jeder, dass gerade 2002 der Kartenverkauf alles andere als reibungslos verlaufen ist. Zum anderen weiß ich von meinem Vize-Präsidenten Horst R. Schmidt, dem Fachmann für das Ticketing, dass der gesamte Verkauf ohne Probleme, durchsichtig und nachvollziehbar verlaufen ist."



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Auch Horst R. Schmidt zeigte sich überrascht: "Diese Äußerungen machen mich sprachlos. Es war alles mit der offiziellen Fifa-Politik abgestimmt. Über den Kartenverkauf 1998 und 2002 will ich mich nicht äußern."

Der Fifa-Boss scheint in die Organisation der WM ebenfalls kein großes Vertrauen zu setzen: "In Deutschland müssen sie sich anstrengen, wenn sie wiederholen wollen, was 2002 in Südkorea oder 1998 in Frankreich passierte. Man muss erst beweisen, dass die WM so gut wird, wie es die Erwartungen sind. Als Verantwortlicher der Fifa bin ich mit der überschwänglichen Prognose etwas vorsichtig."

© SID

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