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28.12.2016

15:07 Uhr

Internationale Sponsoren

Bundesliga tappt ohne Plan ins Ausland

VonJoachim Hofer

Die meisten Vereine in der Bundesliga würden gerne mehr internationale Sponsoren anziehen. Doch die Klubs haben keinen Plan, wie das gelingen soll. Das hat die Studie einer Beratungsgesellschaft ergeben.

Fans verfolgen eine Trainingseinheit des FC Bayern München in Doha, Katar. dpa

FC Bayern München - Trainingslager

Fans verfolgen eine Trainingseinheit des FC Bayern München in Doha, Katar.

MünchenDie Hotels sind gebucht, die Koffer gepackt. In ein paar Tagen  machen sich die Bundesligisten auf  ins Trainingslager in den warmen Süden. Bislang waren die meisten in die Türkei gejettet. Doch angesichts der Wirren in dem Land zieht es die Mannschaften diesen Winter eher nach Spanien. Dort finden die Kicker die besten Bedingungen, um sich fit für die Rückrunde zu machen.

Einige wenige Klubs nehmen eine weitere Anreise auf sich. Ein blauer Himmel und frühlingshafte Temperaturen reichen für sie nicht aus. Sie verfolgen mit ihrem Trainingslager auch strategische Ziele. So wie der FC Bayern. Der Deutsche Meister fliegt wieder einmal nach Katar, wo einer der Sponsoren des Klubs beheimatet ist und auch sonst das Geld eher locker sitzt.

Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet die Münchener ihr Trainingslager nicht nur nach sportlichen, sondern auch nach geschäftlichen Kriterien ausgewählt haben. Sie gehören zur Minderheit der Erstligisten, die einen klaren Plan für die Expansion im Ausland verfolgt.

Trainingslager der Bundesliga in der Winterpause

FC Bayern München

Doha/Katar (3. - 11.1)

Hertha BSC

Mallorca/Spanien (7. - 14.1.)

Eintracht Frankfurt

Abu Dhabi/VAE (4. - 11.1.)

1899 Hoffenheim

Kein Trainingslager

Borussia Dortmund

Marbella/Spanien (5. - 13.1.)

1. FC Köln

Kein Trainingslager

SC Freiburg

Sotogrande/Spanien (5. - 13.1)

Bayer Leverkusen

Orlando/USA (4. - 12.1.)

RB Leipzig

Lagos/Portugal (4. - 12.1.)

Zu diesem Schluss kommt eine gerade erschienene Studie von SLC Management. „Weniger als die Hälfte der Klubs  hat eine Strategie für die Internationalisierung schriftlich fixiert“, so die Sportberatungsgesellschaft. Die Nürnberger haben in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fußball-Liga die Vereine befragt, 17 von 18 Bundesligisten antworteten.

Das Ergebnis: Viele Klubs wollen internationaler werden, vor allem um ausländische Sponsoren anzuziehen. Doch dabei gehen sie reichlich unkoordiniert vor. Nur jeder fünfte Verein hat dafür eine eigene Abteilung geschaffen. Auch hier sind die Bayern Vorreiter, die einen Vorstandsposten eingerichtet haben und zehn Mitarbeiter auf diesem Feld beschäftigen.

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Erstaunliches Resultat der Befragung unter den Klubmanagern: Neue Fans jenseits der Landesgrenzen zu gewinnen ist der Umfrage zufolge nicht so wichtig für die Bundesligisten; und auch an ausländischen Investoren haben sie eher wenig Interesse.

Die von den Managern genannten Zielmärkte liegen laut der Befragung vor allem in Asien: China, Indien, Japan, Indonesien und Südkorea sowie die Länder in Südostasien, also etwa Singapur, Malaysia oder Vietnam. Dazu kommen die Vereinigten Staaten.

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