Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.04.2013

10:47 Uhr

Interview mit Karl-Heinz Rummenigge

„Der FC Bayern steht zu Uli Hoeneß“

Es war ein überdeutlicher Sieg im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona. Was kann diese Bayern noch schocken –außer Skandale um Präsident Uli Hoeneß? Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gibt sich bescheiden.

Wie lange sind sie noch am Spielfeldrand vereint? Der Interview-Partner, Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge, und der Klub-Präsident Uli Hoeneß beim Champions-League Viertelfinale gegen Juventus Turin. dpa

Wie lange sind sie noch am Spielfeldrand vereint? Der Interview-Partner, Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge, und der Klub-Präsident Uli Hoeneß beim Champions-League Viertelfinale gegen Juventus Turin.

Herzlichen Glückwunsch zum 4:0 im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona. Haben Sie sich jemals so ein Ergebnis erträumt?

Rummenigge: „Ich glaube, in dem ganzen Stadion gab es keinen, der von so einem Ergebnis geträumt hat. 4:0 gegen die beste Mannschaft der Welt zu gewinnen, das ist natürlich auch etwas, was man nicht mal nachts träumen kann. Aber es gab trotz des 4:0 keine Euphorie in der Kabine, es gab wieder nur Wasser, keinen Champagner. Wir gehen trotzdem mit einem Schuss Demut ins Rückspiel, obwohl wir wissen, dass wir jetzt beste Voraussetzungen geschaffen haben.“

Zum Finale darf man schon gratulieren, oder?

Rummenigge: „Gratulieren dürfen Sie nicht, weil wir noch ein Rückspiel haben und das wäre arrogant, wenn wir uns jetzt schon gratulieren lassen würden.“

Was kann Bayern München denn auf dem Weg nach London noch aufhalten?

Rummenigge: „Wenn wir nicht konzentriert spielen - aber wir werden weiter konzentriert spielen. Deshalb bin ich auch optimistisch, dass wir das schaffen. Aber ich finde die Reaktion der Mannschaft sehr gut, dass sie weiter ruhig, bescheiden und auch mit dem Schuss Demut auftritt.“

Braucht man mehr solche Spiele, um die beste Mannschaft Europas abzulösen? Oder war das schon eine Wachablösung?

Rummenigge: „Nein. So arrogant sind wir nicht. Barcelona ist ein Club, mit dem wir eng befreundet sind und wir sind glücklich, dass wir so eine Leistung heute abgerufen haben und mit so einem Ergebnis. Aber wir werden jetzt hier nicht arrogant ausflippen, wir werden ganz ruhig unseren Weg weitergehen, wie wir das die ganze Saison gemacht haben.“

Sie feiern befreit– zumindest die sportliche Erfolgsserie konnte der FC Bayern mit dem 4:0 gegen den FC Barcelona fortsetzen. Sie brauchen es, denn im Skandal um die Steuerselbstanzeige des Vereins-Präsidenten Uli Hoeneß kommen immer drückendere Fragen auf. dpa

Sie feiern befreit– zumindest die sportliche Erfolgsserie konnte der FC Bayern mit dem 4:0 gegen den FC Barcelona fortsetzen. Sie brauchen es, denn im Skandal um die Steuerselbstanzeige des Vereins-Präsidenten Uli Hoeneß kommen immer drückendere Fragen auf.



Die Mannschaft hat Sensationelles geleistet, wie haben Sie es oben auf der Tribüne gesehen?

Rummenigge: „Ich habe es genossen. Ich glaube, keiner, der im Stadion war oder vor dem Fernseher gesessen hat, hat auch nur im Ansatz damit gerechnet, dass Bayern München gegen die beste Mannschaft der Welt mit 4:0 gewinnt. Das war natürlich eine unglaubliche Leistung sowohl in der Defensive als auch in der Offensive. Das gesamte Kollektiv hat heute funktioniert, wie man sich das in den kühnsten Träumen nur ausmalt.“

Die vergangenen Tage waren ziemlich schwer für den FC Bayern und seinen Präsidenten. Wie wichtig war das Spiel für ihn?

Rummenigge: „Man kann sich ja vorstellen, welcher Druck auf ihm lastet im Moment, und ein solches Spiel hilft dann natürlich auch ein bisschen, eben diesen Druck abzubauen. Ich bin auch sehr glücklich für ihn, dass wir ein solches Spiel und ein solches Ergebnis abgeliefert haben.“

Sie saßen auf der Tribüne wieder neben Uli Hoeneß. Wie ist Ihre Stellungnahme zum Steuer-Fall von Uli Hoeneß?

Rummenigge: „Grundsätzlich muss ich sagen: Uli Hoeneß ist ein langjähriger Freund von mir und ich glaube sagen zu können, dass ich mir einen FC Bayern ohne Uli Hoeneß gar nicht vorstellen kann, vorstellen will und auch nicht werde. Ich glaube, es ist wichtig, dass man in einer schwierigen Situation auch loyal zu seinem Freund steht, und ich habe den Eindruck heute ganz klar gewonnen, dass der gesamte FC Bayern total loyal zu unserem Freund Uli Hoeneß steht.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×