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02.06.2013

12:11 Uhr

Jupp Heynckes

Der Triumphator

VonAlexander Möthe

Jupp Heynckes hat mit dem Triple seine große Karriere gekrönt. Es ist der absolute Höhepunkt, mehr geht nicht. „So eine Saison kann nicht getoppt werden“, sagt er selbst. Und trotzdem ist sein Abtritt nicht sicher.

Auf dem absoluten Zenit seiner Karriere: Bayern-Coach Jupp Heynckes. dpa

Auf dem absoluten Zenit seiner Karriere: Bayern-Coach Jupp Heynckes.

Berlin„Jupp, Jupp, Jupp!“ Ein Aufschrei aus Zehntausenden Kehlen hallte am Samstagabend unzählige Male durch das Berliner Olympiastadion. Die Fans des FC Bayern München begannen damit irgendwann zwischen dem zweiten und dritten Tor. Und hörten damit nicht mehr auf, bis der Adressat den Rasen endgültig verlassen hatte: Triple-Trainer Jupp Heynckes, 68, möglicherweise arbeitssuchend.

Nicht nur der Verein, der große FC Bayern, hat durch das 3:2 (1:0) gegen den VfB Stuttgart Geschichte geschrieben. Den dreifachen Triumph, das große europäische Triple aus Meisterschaft, nationalem Pokal und Champions League, holten zuletzt Klubs mit den klangvollen Namen Inter Mailand, FC Barcelona und Manchester United. Hinter dem Erfolg standen Männer mit nicht minder klangvollen Namen: Jose Mourinho, Sir Alex Ferguson – Josep Guardiola. Und nun, als erster deutscher Trainer mit dem ersten deutschen Verein, Heynckes.

Dass ein Coach so gefeiert wird, nicht nur von den Fans, auch von der eigenen Mannschaft, ist selten. Die Spieler verneigten sich in Berlin, nicht nur sprichwörtlich, vor Heynckes. Immer wieder wurde der gebürtige Mönchengladbacher in die Kurve geschickt, mit Pokal, ohne Pokal. Ein Gänsehautmoment, als Daniel van Buyten seinem mittlerweile von mehreren Bierduschen durchnässten Trainer den Arm um die Schulter legte und die Münchener Fan-Kurve mit einem „Jupp, Jupp, Jupp!“ auf den Lippen weiter anstachelte. Bevor sie in dann wieder einmal haben hochleben lassen. Alles in allem eine einer großen Karriere angemessene Ehrenrunde für den 68-Jährigen, dessen Abgang beim FC Bayern schon im Vorfeld lange festgestanden hatte.

Dennoch wirkte Heynckes in diesen Augenblicken wie der glücklichste Mensch auf Erden. Und das war er vielleicht auch. „Das ist ein emotionaler Moment. Die Mannschaft hat sich und mir heute das schönste Geschenk überhaupt gemacht“, sagte er später in seiner fast überbetont ruhigen, sachlichen Ausdrucksweise.

Auf den letzten Metern seiner Laufbahn als Coach eines Bundesliga-Teams sammelte er den letzten nationalen Titel ein, der ihm noch fehlte. Die Mannschaft, die sich gegen tapfere Stuttgarter überraschend und letztlich unnötig schwertat, wollte sich dieses Triple spürbar nicht nur sich selbst nicht nehmen lassen. Leistung und anschließende Feier zeigten, dass eine Mannschaft da auch den Willen zeigte, ihrem Trainer dieses Geschenk zu machen. Für den Coach ein Abtritt auf dem absoluten Höhepunkt? Vielleicht. Aber nicht sicher.

Kommentare (2)

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Tabu

02.06.2013, 12:59 Uhr

Alle Jubelchöre besingen den Heiligen Jupp
--------
Von einer Masse,der selbst nichts mehr heilig ist.
Seit dem aufrechtem Gang wird gekickt.
Irgendwie mußte ja das Aggressionspotenzial
halbwüchsiger kanalisiert werden und dann
findig,vermarktet.
Ich kann darin kein Lebenswerk erkennen.
Auch nichts bedeutsam historisches.
Begabte Strassenfußballer aus der Unterschicht,
gibt es zu abermillionen..99% davon aber,holt es
nicht aus den Slums und nicht von der Strasse weg.
Die grölende Masse Publikum bringt den Reibach.
Mehr ist nicht dahinter

Account gelöscht!

02.06.2013, 13:30 Uhr

Jupp Heynckes hat mit dem Triple seine große Karriere gekrönt. Es ist der absolute Höhepunkt, mehr geht nicht.

Eines fehlt dem Jupp noch, Weltmeister mit der Nationalmannschaft werden.
Höchste Zeit also, dass der Jupp den Joggi ablöst damit hier mal was voran geht.

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