Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.05.2013

10:04 Uhr

Jupp Heynckes

Sag zum Abschied leise „Triple“

Jupp Heynckes hat nach dem Champions-League-Sieg seinen Abschied als Trainer angedeutet. Nach zwei Siegen in der Königsklasse und etlichen Meisterschaften hat er fast alles erreicht. Nur ein Titel fehlt ihm noch.

Jupp Heynckes hat mit dem FC Bayern München am Samstagabend die Champions League gewonnen. ap

Jupp Heynckes hat mit dem FC Bayern München am Samstagabend die Champions League gewonnen.

LondonEs war der Abend der Bayern und doch war es auch nur der Abend eines Mannes: der von Jupp Heynckes. Das klang in jeder Reaktion zum Champions-League-Sieg der Münchner nach. „Vor allem gratuliere ich auch Jupp Heynckes zu diesem Erfolg“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach fand warme Worte. „Ich freue mich ganz besonders, dass mein alter Freund Jupp Heynckes seine einzigartige Trainer-Laufbahn mit diesem Triumph krönt.“ Auch Stürmer Thomas Müller betonte die Leistung des 68-Jährigen. „Wenn man in der Bundesliga eine Rekordsaison spielt, wenn es sein vermeintlich letztes Jahr ist und er jetzt das Triple holen kann... da kannst du froh sein, dass du 68 bist und nicht 28, sonst müsstest du auch aufhören.“

Eindeutig hat sich Jupp Heynckes noch nicht dazu geäußert, was er nach dieser Saison machen will. Doch was bei den Glückwünschen von Niersbach und Müller mitschwingt, klingt nach Abschied. Heynckes selbst sagte: „Zu meiner Zukunft kann ich sagen, dass meine Entscheidung, was ich nach dem 30. Juni mache, schon im letzten Sommer nach dem verlorenen Champions-League-Finale gefallen ist.“ Dass er die Bayern verlässt, steht bereits seit geraumer Zeit fest. Die Worte deuten jedoch auch auf ein Ende seiner Karriere als Coach hin. Ein solch langfristiger Anschlussvertrag wäre wohl maximal auf Funktionärsebene denkbar. Der FCB selbst hat kein Problem: In Pep Guardiola hat der Verein den neuen Hoffnungsträger gefunden.

Eines fehlt der Trophäensammlung des Jupp Heynckes noch: der Gewinn des DFB-Pokals. In seiner Trainerkarriere hat er zwar etliche nationale und internationale Titel holen können, aber eben noch nicht den deutschen Pokal. Am kommenden Samstag kann er das gegen den VfB Stuttgart noch ändern.

Es wäre der krönende Abschluss einer glanzvollen Karriere. Mit Real Madrid gewann Heynckes 1998 die Champions League, das Kunststück hat er nun mit dem FC Bayern wiederholt. Er ist damit erst der vierte Trainer, der mit zwei verschiedenen Vereinen die Königsklasse gewinnen konnte. In Deutschland gewann er drei nationale Meisterschaften mit den Bayern. Lediglich der Pokal blieb ihm trotz zweimaliger Teilnahme als Trainer bisher verwehrt.

Nur gut, dass seine Spieler nach wie vor nicht satt zu sein scheinen. Bayerns Kapitän Philipp Lahm sagte am Abend: „Jetzt wollen wir das Triple.“ Das wird Jupp Heynckes sicherlich ähnlich sehen.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Der_ewige_Spekulant

26.05.2013, 10:24 Uhr

„Der BVB ist Sieger der Herzen.“

Das sehe ich ganz anders. Der absichtliche Tritt von Lewandowski auf die Achillessehne des am Boden liegenden Boateng hätte die Karriere vom Letzteren beenden können, wenn die Achillessehne durch wäre.

Solch eine grobe Unsportlichkeit darf nicht folgenlos bleiben. Unabhängig davon, ob er nun zu den Bayern wechselt oder nicht, sind ein paar Spiele Sperre in der Champions-League angebracht.

Der Tritt auf die ungeschützte Achillessehne mit den Metallstollen tat schon alleine vom Hinsehen weh.

Eigentlich ist es nicht mehr als Unsportlichkeit, sondern als beabsichtigte Körperverletzung einzustufen.

Account gelöscht!

26.05.2013, 10:47 Uhr

Ein absichtlicher Tritt kann auch sehr wohl zur Anzeige gebracht werden. Das Recht ist hier nicht aufgehoben, höchstens erschwert zu sprechen. Viele Amateur- und Freizeitfussbaler würden etwas dafür geben, wenn ihre Verletzungen auf Video aufgenommen worden wären. In diesen Bereichen geht es teils noch viel brutaler zu und solche Fouls sind deutlich häufiger. Abgesehen von den Schlägereien und Übergriffen auf Schiedsrichtern auf den Spielfeldern der unteren Klassen und im Jugendbreich.

Zum Finale: ein verdienter Sieg der Bayern. Sie waren insgesamt im Angriff eindeutig wirkungsvoller und besser in der Abwehr. Heynkes, obwohl sicher nicht mit den weltbesten Spieler auf den jeweiligen Positionen, hat es geschafft die Manschaftsleistung und Taktik so zu optimieren, das Bayern München derzeit die stärkste Elf ist. Das zeigt die Kompetenz des Trainers. Menschlich kommen vermutlich nicht alle mit Jupp grade gut zurecht.
Aber es handelt sich um Profifussball, und bei den Jubelbildern konnte ich das Gefühl nicht ignorieren, dass hier letztlich 11 Egoisten agieren, die durch ein System zusammnengebunden werden. Tiefere Bindung an die Menschen, den Verein, die Region, die Vergangenheit gibt es da kaum: bietet ein anderer Verein ein paar Millionen mehr, geht man weg. Verletzt sich ein Mitspieler der gleichen Position, wird die Erleichterung, einen Konkurrenten weniger zu haben immer größer sein, als das Mitgefühl, die Bestürztheit, auf DIESEM Wege, seine Chance zu bekommen. So ist also der Profifussball ein Spiegel der Gesellschaft. Es gibt schönere und humanere Bilder... .

Account gelöscht!

26.05.2013, 11:05 Uhr

Ist Heynkes der erste Fußball-Trainer, der in Deutschland die Tripple-Crown gewonnen hat. Jetzt steht er auf einer Höhe mit Sven von Mitzlaff, Königsstuhl und Peter Alafi!
Gratulation nach München

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×