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16.03.2006

18:16 Uhr

Justiz, DFB und FC Bayern bestreiten Verwicklung in Wettskandal

Aufregung um „Schweini“

Die Staatsanwaltschaft hat einen Bericht einer Münchener Boulevardzeitung, nach der Sebastian Scheinsteiger der Nationalspieler sein soll, der nach Berichten des ARD-Magazins Plusminus in den Wettskandal verstrickt ist, heftigst dementiert. DFB und FC Bayern zeigten sich empört und drohen mit Klagen.

Bastian Schweinsteiger Foto: dpa

Bastian Schweinsteiger Foto: dpa

HB MÜNCHEN. An der Meldung sei „momentan gar nichts dran“, sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler von der Münchner Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend dem Nachrichtensender N24. Es gebe gegenwärtig „keine Beschuldigten“. „Die Staatsanwaltschaft hat keine Personen vernommen und auch niemanden eingeladen. Das ist schlichtweg falsch. Wir werten derzeit Informationen aus. Wir reden nicht über Namen.“ Dagegen sind nach Angaben der ARD unter Berufung auf den Plusminus-Autor die Namen der angeblich verstrickten Spieler, auch des Nationalspielers, den Ermittlungsbehörden bekannt. Dazu Winkler: „Das kann ich so nicht bestätigen.“

Die „tz“ hatte berichtet, der Nationalspieler Bastian Schweinsteiger sei im Zusammenhang mit dem Wettskandal offenbar in das Visier der Ermittler geraten sein. Wie das Blatt vorab berichtete, sollen neben dem 21-jährigen Spieler des FC Bayern München auch Paul Agostino und Quido Lanzaat (26) vom TSV 1860 München in mögliche Manipulationen verstrickt sein.

Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wies die Darstellung zurück. Gegenüber dem Nachrichtensender N-TV sagte ein Sprecher, „an der Geschichte ist nichts dran“. Dies habe Winkler auch DFB-Chefjustiziar Goetz Eilers bestätigt. Der FC Bayern München wies die Vorwürfe gegen Schweinsteiger ebenfalls entschieden zurück. In einem persönlichen Gespräch mit den Verantwortlichen des Clubs habe der 21-Jährige versichert, dass „die aufgestellten Behauptungen absolut frei erfunden sind“, hieß es in einer Erklärung des Vereins am Donnerstagabend. Der deutsche Rekordmeister betonte ferner, dass der Spieler weder von der Polizei noch von der Staatsanwaltschaft München verhört worden sei. Auch gebe es keine Erkenntnis, dass Schweinsteiger an angeblichen Wettmanipulationen beteiligt gewesen sei.

Bayern-Manager Uli Hoeneß reagierte empört: „Wir haben sofort einen Anwalt eingeschaltet. Wenn es wahr ist, was wir gehört haben, dann läuft das auf eine Millionenklage gegen die tz hinaus“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Schweinsteiger habe dem FC Bayern erklärt, er „habe nie in seinem Leben auch nur einen Euro auf ein Spiel gesetzt“. Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger machte in einer Pressemeldung mit Nachdruck deutlich, dass der DFB seinen Nationalspielern angesichts der jüngsten Entwicklung jegliche juristische Unterstützung zusichert, um sie vor solchen Vorwürfen, die jeglicher Grundlage entbehren, zu schützen. „Der DFB wird alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen, die gegen solche Vorgehensweisen eingeleitet werden können."

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