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02.04.2013

15:57 Uhr

Juventus Turin

Die „Alte Dame“ kennt keine Angst

Halb Europa hat nach dem Gala-Auftritt der Bayern vom Wochenende Angst vor dem FCB. Champions-League-Gegner Juventus Turin hat zwar Respekt, aber auch Selbstbewusstsein. Kein Wunder, ist Juve doch wieder eine Größe.

Champions League Viertelfinale

Bayern München ist heiß auf Juventus Turin

Champions League Viertelfinale: Bayern München ist heiß auf Juventus Turin

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TurinItaliens Sportzeitung „Corriere dello Sport“ fürchtet Schlimmes für Juventus Turin. „Bayern macht Angst!“, titelte das Blatt angesichts der Münchner 9:2-Gala gegen den HSV. Juve-Trainer Antonio Conte ließ sich nach dem 2:1-Erfolg bei Inter Mailand nicht ins Bockshorn jagen. „Ich habe vor nichts und niemandem Angst“, sagte er vor dem Gipfeltreffen der beiden Fußball-Rekordmeister am Dienstagabend (20.45 Uhr/Sky).

Die Bayern erklärte der gewiefte Taktiker im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League zum klaren Favoriten, seine „Bianconeri“ mit Unschuldsmine zu „begeisterten und gelassenen“ Herausforderern - komfortabel für die Italiener, gefährlich für den designierten deutschen Meister.

Die „Gazzetta dello Sport“ staunte über die „Super-Bayern“, die die Hamburger „demoliert“ hätten. Doch nach Liga-Skandal und Zwangsabstieg 2006 fühlt sich Juve so stark wie lange nicht mehr. „Nach so vielen Jahren sind wieder zurück unter den Großen Europas“, meinte Conte. Der Erfolgstrainer und sein Team strotzen vor Selbstbewusstsein. 2012 führte der frühere Juve-Star die „Weiß-Schwarzen“ auf Anhieb zur Meisterschaft, nach dem Sieg bei Inter scheint die Titelverteidigung so gut wie sicher. „La Vecchia Signora“ hat zu alter Klasse und altem Stolz zurückgefunden. „Die große Alte Dame“ des italienischen Fußballs ist zurück auf der ganz großen Fußballbühne und brennt darauf, sich mit den Bayern zu messen.

„Juve ist gewachsen“, sagt Conte - wohlwissend, dass dieses Wachstum vor allem ihm zugeschrieben wird. Sportdirektor Beppe Marotta ist voll des Lobes für den 43-jährigen Coach, und Torwart Gianluigi Buffon bezeichnete ihn sogar als den „besten Trainer“ seiner Karriere. Und das will was heißen. Schließlich gewann Buffon 2006 in Deutschland mit Italien unter Spitzentrainer Marcello Lippi den Weltmeistertitel.

„Die Bayern sind ein harter Gegner, aber solche Spiele sind immer offen“, meinte der Weltklassekeeper vor dem Duell in München voller Zuversicht. Bei allem Respekt vor den Bayern - Buffon glaubt, dass einzelne Szenen und auch ein wenig Glück das Hinspiel entscheiden werden. Buffon ist neben dem genialen Regisseur Andrea Pirlo der Superstar der Turiner. Vor dem Kapitän steht mit den italienischen Nationalspielern Andrea Barzagli, Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini die mit nur 19 Gegentoren mit Abstand beste Abwehr der Serie A.

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Vor der Dreierabwehrkette treibt Weltmeister Pirlo mit seinen präzisen langen Pässen das Spiel nach vorne, um den besten Sturm der Liga in Szene zu setzen. Statt seines üblichen 3-5-2-Systems könnte Conte in München eine Spitze opfern, um den Münchnern im Mittelfeld die Räume enger zu machen: „Die Bayern sind eine physisch sehr starke Mannschaft“, analysierte Conte, der deshalb den Einsatz seiner großen und athletischen Spieler Paul Pogba und Federico Peluso im Mittelfeld in Betracht zieht.

Als einzige Sturmspitze könnte dann der gegen Inter wegen einer fiebrigen Erkältung geschonte Mirko Vucinic auflaufen. „Aber selbst wenn wir auf eine Spitze verzichten sollten, werden wir unsere Spielweise und unsere Philosophie nicht verändern“, verspricht Conte. Juve wird sich nicht verstecken, obwohl Conte einräumt: „Auf dem Papier hat Bayern von allem mehr als wir.“

Von

dpa

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