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23.07.2014

11:24 Uhr

Kämpfe in der Ukraine

Fußball-Klub aus Donezk muss nach Kiew umziehen

Die prorussischen Separatisten in Donezk kämpfen erbittert gegen das aus ihrer Sicht faschistische Regime in Kiew. Ironischerweise verlegt aber Fußballmeister Schachtar Donezk seine Zentrale wegen der Kämpfe nach Kiew.

Der ukrainische Unternehmer Rinat Achmetow, Besitzer von Schachtar Donezk: Ob ihm der Umzug nach Kiew schmeckt? dpa

Der ukrainische Unternehmer Rinat Achmetow, Besitzer von Schachtar Donezk: Ob ihm der Umzug nach Kiew schmeckt?

KiewDie Kämpfe zwischen prorussischen Separatisten und Regierungstruppen vertreiben den Profi-Fußball aus der ostukrainischen Industriemetropole Donezk. Der ukrainische Fußballmeister Schachtar Donezk verlegt seine Zentrale in die Hauptstadt Kiew.

Seine Heimspiele in der Champions League und der ukrainischen Liga werde der Club in der etwa 1000 Kilometer von Donezk entfernten Stadt Lwiw im Westen des Landes austragen, teilte Vereinspräsident Sergej Palkin am Mittwoch mit. Der Club hatte vor einigen Tagen Schlagzeilen gemacht, weil sich sechs Spieler aus Brasilien und Argentinien nach einem Spiel in Frankreich weigerten, nach Donezk zurückzukehren.

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Donezk ist eine von zwei Großstädten, die in der umkämpften Ostukraine von den Aufständischen kontrolliert werden. Etwa 60 Kilometer entfernt war vorige Woche ein malaysisches Verkehrsflugzeug mutmaßlich von einer Rakete getroffen worden und abgestürzt. Alle 298 Menschen an Bord wurden getötet.

Der europäische Fußballverband UEFA hatte Schachtar Donezk vier Fußballstadien als Austragungsort seiner Spiele zur Auswahl gestellt. Im Stadion von Lwiw schlug Donezk am Dienstag zum Auftakt der Saison seinen Erzrivalen Dynamo Kiew im Super-Cup-Spiel zwischen Meister und Pokalsieger mit 2:0. Club-Chef Palkin sagte, es liefen weiterhin Bemühungen, die fünf Brasilianer und den Argentinier zur Rückkehr in die Ukraine zu bewegen.

Fragen und Antworten zum Absturz von MH17

Können die Experten sicher sein, dass vor Ort nichts verändert wird?

Nein. Der OSZE-Forderung, nichts an der Absturzstelle zu verändern, wurde nach Angaben einer Sprecherin zumindest nicht gänzlich nachgekommen. So seien Gepäckstücke von Flugzeuginsassen fein säuberlich aufgereiht worden. Ein anderer OSZE-Vertreter berichtete, am Samstag seien Leichen von Passagieren des Flugs MH17 von Unbekannten in Plastiksäcke gepackt und an den Straßenrand gebracht worden, ohne dass die OSZE-Experten Erklärungen dafür erhielten.

Können sich die Fachleute in der Ostukraine frei bewegen?

Nein. Sowohl die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) als auch die ukrainische Regierung haben sich auch am zweiten Tag nach der Katastrophe beschwert, dass die prorussischen Separatisten die Arbeit der Experten massiv behindern, die bereits jetzt vor Ort sind. Die Ermittler können sich nach den Angaben nicht völlig frei bewegen und stehen unter Aufsicht schwer bewaffneter Rebellen. Inzwischen sollen die Aufständischen nach ukrainischen Angaben immerhin einer „Sicherheitszone“ rund um die Absturzstelle zugestimmt haben.

Und was ist mit den Familien der Opfer?

Das ukrainische Innenministerium hat in Charkow für Angehörige und Hinterbliebene der Opfer Hunderte Hotelzimmer reserviert. In der Großstadt stünden auch Übersetzer und Psychologen bereit. Noch ist es nach Angaben der Fluggesellschaft Malaysia Airlines nicht in allen Fällen möglich gewesen, Familienangehörige ausfindig zu machen.

Was ist mit den Opfern?

Noch sind längst nicht alle 298 bei dem Absturz getöteten Insassen der malaysischen Passagiermaschine entdeckt worden. Zudem herrschen in dem Gebiet Temperaturen von um die 30 Grad. Nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums wurden die sterblichen Überreste der Passagiere und Besatzungsmitglieder nach Charkow gebracht, weit weg von den Gefechten. In der etwa 300 Kilometer von der Absturzstelle entfernten Stadt werde ein Labor zur Identifizierung eingerichtet, hieß es. Separatisten wiederum kündigten an, die Leichen würden in Mariupol identifiziert.

Wer koordiniert die internationale Untersuchung?

Das ist noch immer nicht definitiv geklärt. Viele Länder, die Opfer zu beklagen haben, schicken eigene Experten in die Ukraine. Dort ist die Lage aber nach Angaben des Bundeskriminalamtes recht unübersichtlich. Sowohl der genaue Einsatzort als auch die Führung der Mission müssten noch geklärt werden, sagte ein Sprecher. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) schlug in einem Brief an die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) die Einsetzung einer aus mehreren Nationen besetzten Untersuchungskommission vor. Deutschland biete für einen Einsatz unter der Leitung der ICAO die Unterstützung der Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung an, sagte Dobrindt „Focus Online“.

Wie ist die Situation im Absturzgebiet?

Das Gebiet östlich von Donezk, in dem die Trümmer der abgestürzten Maschine liegen, ist riesig. Die Wrackteile sind nach Angaben des ukrainischen Rettungsdienstes über eine Fläche von etwa 25 Quadratkilometern verstreut. Das entspricht in etwa der Größe der ostfriesischen Insel Norderney. Wo die Flugschreiber sind, ist weiterhin nicht definitiv geklärt. Sie könnten in den Händen der Aufständischen sein. Separatistenanführer Alexander Borodaj sagte, die Black Boxes könnten dem Internationalen Roten Kreuz übergeben werden.

Von

rtr

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