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19.08.2011

22:24 Uhr

Kavalierstart

Gladbach zieht den „Wölfen“ die Zähne

VonThorsten Giersch

Dank einer überzeugenden Leistung hat Gladbach gegen den VfL Wolfsburg den besten Saisonstart seit 16 Jahren hingelegt - und damit die Tabellenspitze erobert. Die „Wölfe“ waren hingegen mit dem Ergebnis noch gut bedient.

Die Gladbacher können sich zumindest für eine Nacht über die Tabellenführung freuen. dapd

Die Gladbacher können sich zumindest für eine Nacht über die Tabellenführung freuen.

MönchengladbachSelbstbewusst, kampfstark und spielerisch glänzend: Borussia Mönchengladbach erobert mit einer Gala gegen den VfL Wolfsburg die Tabellenführung - zumindest für eine Nacht. Kaum einer der 43.200 Gladbacher Zuschauer hat sein Team schon mal so stark gesehen. Durch den 3:1-Sieg gelang den Borussen der beste Saisonstart seit 1995 - und das bei einem wahrlich anspruchsvollen Gegner. Die Wolfsburger zeigten dagegen ein emotionslose Leistung, die phasenweise an Arbeitsverweigerung grenzte.

„Wir haben ein Riesenspiel gemacht und hätten noch höher gewinnen müssen. Wir sind jetzt Erster und brauchen die Tabelle nicht mehr umdrehen wie so oft in der letzten Saison“, kommentierte Mike Hanke nach dem Spiel die Leistung seiner Mannschaft. Matchwinner Raul Bobadilla übte sich nach seiner Galavorstellung derweil in Demut: „Ich bin nicht nur stolz auf mich, sondern auf die ganze Mannschaft. Ich bin wieder hier und versuche das, was passiert ist, wieder wettzumachen.“

„Wir haben sehr gut begonnen, haben dass Gegentor zum 1:1 nicht verkraftet. Danach waren wir deutlich unterlegen“, gestand Trainer Felix Magath die Neiderlage seiner Wolfsburger ein. Gladbach-Trainer Favre fand unterdessen für Rückkehrer Bobadilla lobende Worte: „Ich bin mit Raul Bobadilla überaus zufrieden. Die Vorlage zum 1:1 hat ihm viel Selbstvertrauen gegeben.“

Mönchengladbach musste erneut auf Abwehrchef Martin Stranzl und Stürmer Igor de Camargo verzichten. Da gegen den VfL auch der Niederländer Roel Brouwers nach seiner Gelb-Roten Karte beim 1:1 gegen den VfB Stuttgart fehlte, musste Trainer Lucien Favre die Innenverteidigung erneut umstellen. Er beorderte Havard Nordtveit in die Innenverteidigung und ließ Thorben Marx im Mittelfeld spielen.

Bei Wolfsburg stürmten Mandzukic und Helmes - Lakic musste auf der Bank Platz nehmen. Überraschend stand erstmal Thomas Hitzlsperger in der Startelf. Der 52-malige Nationalspieler war seit dem Ende der vergangenen Saison vereinslos, nachdem er mit West Ham United in die 2. englische Liga abgestiegen war. Auch das vorherige halbjährige Intermezzo bei Lazio Rom in Italien war nicht wie gewünscht verlaufen. In dem gebürtigen Münchner hat Magath den lange gesuchten Linksfuß gefunden.

Gemessen an den Tabellenplätzen (Rang vier gegen fünf) war es sogar das Top-Match des Spieltages, doch davon sah man zunächst wenig. Das Passspiel wirkte vor allem bei Gladbach gefällig, aber Richtung 16er fehlte es erheblich an Präzision. Zudem gab es viele kleine Fouls, die den Spielfluss störten. Unterm Strich tat die Borussia mehr fürs Spiel.

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