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17.04.2015

14:00 Uhr

Klopp, Tuchel, Labbadia

Der Spieltag nach dem Trainerbeben

Der 29. Spieltag steht im Zeichen der Trainer. Beim BVB werden die Fans den nahen Abschied von Klopp betrauern. Der abstiegsbedrohte HSV schöpft nach der Verpflichtung Labbadia neuen Mut – wieder mal in dieser Saison.

Trainer Jürgen Klopp beginnt mit dem Spiel gegen Paderborn seine Abschiedstournee. dpa

Borussia Dortmund

Trainer Jürgen Klopp beginnt mit dem Spiel gegen Paderborn seine Abschiedstournee.

DüsseldorfFür Jürgen Klopp beginnt die Abschiedstournee aus Dortmund, für Bruno Labbadia beim HSV die wohl schwierigste Mission seiner Trainerkarriere. Die beiden Hauptdarsteller der Fußballwoche bleiben auch zum Start in den Bundesliga-Endspurt im Rampenlicht. Bei aller Wehmut über seinen zum Saisonende anstehenden Abschied vom Revierclub hofft Klopp, dass seine Profis „aus der gemeinsamen Geschichte noch einmal Kraft ziehen. Das ist eine super, super, super wichtige Phase.“

Schon in den Tagen vor dem Heimspiel gegen den SC Paderborn wurde deutlich, in welcher Gemütsverfassung sich viele BVB-Fans befinden. „Wir sind sooo traurig“, war auf einer von mehreren schwarzen Fahnen zu lesen, die auf der Zufahrtstraße zum Dortmunder Trainingsgelände zu sehen waren.

Der 29. Spieltag im Überblick

Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach 0:0 (0:0)

Keine Tore, dafür aber eine durchaus sehenswerte Partie erleben die Zuschauer in Frankfurt. In der ersten Halbzeit ist Gladbach nach Chancen besser, Herrmann hat früh die Chance zur Gästeführung (11.). Auch die Eintracht hat einen Hochkaräter: Valdez scheitert an Sommer (34.). Nach dem Seitenwechsel kommt von der Borussia so gut wie gar nichts mehr nach vorne, dafür hat Aigner die Möglichkeit, den Treffer des Tages für Frankfurt zu erzielen (70.). Kurz vor dem Abpfiff kommt der eingwechselte Hazard zur besten Gladbacher Chance, doch auch er kommt nicht am souveränen Trapp vorbei. Am Ende ein leistungsgerechtes Resultat.

Bayer Leverkusen - Hannover 96 4:0 (2:0)

Die Werkself ist von Anfang an die bessere Mannschaft und belohnt sich mit vier Toren für eine starke Leistung. Ömer Toprak (20.), Julian Brandt (40.), Kyriakos Papadopoulos (49.) und Stefan Kießling (70.) sorgen für diesen Endstand. Hannover ist unglaublich harmlos und sieht sich nun wieder dem Abstiegskampf gegenüber. Die Werkself zieht hingegen an Gladbach vorbei auf den dritten Platz.

Hertha BSC - 1. FC Köln 0:0 (0:0)

Es ist das gefürchtet zähe Spiel im Olympiastadion geworden. Beide Mannschaften neutralisieren sich in Halbzeit eins durch ihre defensivtaktische Disziplin. In den zweiten 45 Minuten nimmt die Hertha das Spiel in die Hand, ohne übermäßig gefährlich zu sein. Die Hauptstädter zeichnen trotzdem für die größeren Chancen verantwortlich - Langkamp (17.) und Stocker (49.) scheitern am guten Horn, Skjelbred (30.) und Haraguchi (59.) verziehen freistehend. Köln kann mit dem Remis leben, sich aber auch über einen nicht gegebenen Elfmeter nach einem Skjelbred-Foul an Maroh ärgern (23.).

SC Freiburg - FSV Mainz 05 2:3 (0:2)

Der FSV kann mit einer eiskalten Torausbeute die Begegnung für sich entscheiden. Die Breisgauer machen zwar das Spiel, können ihre zahlreichen Chancen allerdings nicht nutzen. Okazaki bringt die Mainzer nach seinem Doppelpack (39. und 45+1.) in Führung. In der zweiten Hälfte nimmt Freiburg das Spiel erneut in die Hand. In der 81. Minute kann Mehmedi auf 1:2 Verkürzung. Im direkten Gegenzug erhöht Malli allerdings auf 3:1 und entscheidet die Partie. Der Sport-Club kommt in der Nachspielzeit nochmal auf 2:3 durch Schmid heran (90+1.). Doch dabei bleibt es, Mainz nimmt die drei Punkte mit.

1899 Hoffenheim - Bayern München 0:2 (0:1)

In einem mäßigen Bundesliga Spiel reicht den Bayern eine durschnittliche Leistung, um souverän in Hoffenheim zu gewinnen. Die Gäste aus München kontrollieren den Ball, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Im Stile einer Spitzenmannschaft nutzt Rode die erste Chance der Gäste (38.). In der zweiten Halbzeit hat Rudy für die Gastgeber die beste Chance. Der Freistoß geht aber Millimeter am linken Pfosten vorbei (84.). Das Eigentor von Beck in der Nachspielzeit sorgt dann für die Entscheidung.

Borussia Dortmund - SC Paderborn 3:0 (0:0)

Anfangs ist der BVB noch ideenlos, aber je länger das Spiel dauert, desto mehr bekommt Dortmund Zugriff auf die Partie. Kurz vor der Halbzeit haben Aubameyang, Mkhitaryan und Ginter gute Chancen, vergeben aber allesamt. Kurz nach dem Seitenwechsel ist es Mkhitaryan, der mit seinem zweiten Saisontor Dortmund in Führung bringt (48.). Wenig später erhöht Aubameyang auf 2:0 (55). Zehn Minuten vor Schluss macht dann Kagawa den Deckel drauf (80.). Die Westfalen bringen diese Führung nach Hause.

FC Augsburg - VfB Stuttgart 2:1 (1:1)

Der FCA kommt besser in die Partie und geht dürch Tobias Werner (7.) verdient in Führung. Stuttgart wacht dann auf und gleicht durch Ginczek (22.) aus. In der zweiten Hälfte ist das Spiel weitestgehend offen, Raul Bobadilla (73.) entscheidet die Partie für die Augsburger.

Werder Bremen - Hamburger SV 1:0 (0:0)

Auch unter Bruno Labbadia taumelt der Hamburger SV weiter dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte entgegen. Der HSV verlor das 102. Nordderby beim Erzrivalen Werder Bremen am Sonntag durch ein spätes Elfmetertor von Franco Di Santo (84.) 0:1 (0:0) - es war die fünfte Niederlage der Hamburger in Serie unter dem dritten Trainer.

VfL Wolfsburg - FC Schalke 04 1:1 (0:0)

Der VfL Wolfsburg ist gegen Schalke 04 überlegen. Muss sich aber mit einem Punkt begnügen. Nach der Pleite gegen Neapel im Europacup wirken die Niedersachsen etwas müde. Die erste Heimniederlage der Saison verhindert der Club-Superstar.

Ein Sieg über den Drittletzten könnte helfen, die Trauerstimmung ein wenig zu vertreiben. Angesichts des machbaren Restprogramms mit vier Heim- und nur zwei Auswärtsspielen bietet sich der Borussia die Chance, die Saison doch noch mit der Qualifikation für die Europa League abzuschließen.

Geht die Partie gegen den Aufsteiger jedoch verloren, könnte der Vorjahreszweite wieder in den Abstiegssog geraten. Die knifflige Ausgangslage veranlasste Klopp zu pathetischen Worten: „Für Paderborn geht es um alles – und für uns auch.“

Unabhängig vom Ausgang dieser Partie will Hans-Joachim Watzke schon bald einen neuen Trainer präsentieren. „Die Lösung wird nicht ewig auf sich warten lassen. Ich denke, dass wir nächste Woche eine ordentliche und vernünftige Lösung transportieren“, wird der BVB-Geschäftsführer in der „Osthessischen Zeitung“ (Online) zitiert. Zu Gerüchten, nach denen Thomas Tuchel erster Kandidat sei, äußerte sich Watzke zurückhaltend: „Ich weiß nicht, wer neuer Trainer wird, und wenn, würde ich es nicht sagen. Aber ich warne davor, zu eindimensional in Richtung Thomas Tuchel zu denken.“

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