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11.06.2014

22:11 Uhr

Kongress in Sao Paulo

Europäer revoltieren gegen Fifa-Boss Blatter

Joseph Blatter will FIFA-Präsident bleiben - begeistert sind davon nicht alle Delegierten. Der europäische Fußballverband Uefa stellt sich offen gegen den Schweizer. Speerspitze der Europäer ist DFB-Präsident Niersbach.

DFB-Päsident Wolfgang Niersbach: Klare Kante gegen Blatter und Zwanziger. dpa

DFB-Päsident Wolfgang Niersbach: Klare Kante gegen Blatter und Zwanziger.

Sao Paulo/Joseph Blatter hat in seiner Schlussansprache beim Kongress in Sao Paulo wie erwartet seine erneute Kandidatur als FIFA-Präsident im kommenden Jahr angekündigt. „Meine Mission ist nicht beendet, das sage ich Ihnen“, rief Blatter den Delegierten zu und erntete Applaus aus dem Auditorium.

„Ich bin bereit, Sie nach vorne zu bringen. Wir werden eine neue FIFA errichten“, sagte der 78-Jährige. Blatter führt den skandalumwitterten Weltverband seit 1998. Wird er beim Kongress am 29. Mai 2015 als FIFA-Chef bestätigt, würde er seine fünfte Amtszeit antreten.

Die Europäer leisten allerdings offen Widerstand gegen eine erneute Kandidatur. Damit haben Europas Fußball-Spitzenfunktionäre kurz vor dem WM-Auftakt einen Bruch mit dem machthungrigen FIFA-Präsidenten heraufbeschworen.

Blatter selbst zeigte sich davon allerdings wenig beeindruckt. Mit einer energischen Ansprache forderte der 78 Jahre alte FIFA-Präsident die Delegierten des 64. FIFA-Kongresses zu ethisch und moralisch unantastbarem Handeln auf.

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Milliardengeschäft

Die WM-Gesamteinnahmen der Fifa belaufen sich auf 4,5 Milliarden Dollar. Nach Abzug der Kosten rechnet der Weltverband mit 2,2 Milliarden Dollar.

Nutznießer

Von der Nettoeinnahme werden 1,624 Milliarden Dollar in die Fußball-Entwicklungshilfe (800) oder andere FIFA-Turniere (524) investiert. 200 Millionen Dollar gehen an die nationalen Verbände und 100 Millionen als WM-Hinterlassenschaft an den Gastgeber Brasilien, der seinerseits rund 11 Milliarden Dollar an Infrastrukturkosten für das Turnier gestemmt hat.


Team-Prämien

Insgesamt schüttet die FIFA mit rund 422 Millionen Euro (576 Millionen Dollar) die höchste Summe der WM-Geschichte aus - in Südafrika waren es 2010 rund 420 Millionen Dollar.

Vereine

Die Vereine, die Spieler zur WM abstellen, bekommen insgesamt rund 70 Millionen Dollar Entschädigung.

Vorrunde

Die 16 Teams, die nach der Vorrunde nach Hause reisen müssen, bekommen eine Garantiesumme von 5,8 Millionen Euro.

Achtel- und Viertelfinale

Das Achtelfinale ist knapp 6,6 Millionen Euro wert, der Einzug ins Viertelfinale bringt 10,2 Millionen Euro.

Vize-Weltmeister

Der unterlegene Finalist streicht immerhin noch 18,3 Millionen Euro ein (25 Millionen Dollar).

Weltmeister

Der neue Fußball-Weltmeister kassiert von der FIFA eine Rekordprämie. Der Sieger des Endspiels am 13. Juli bekommt aus dem Topf des Weltverbandes 25,7 Millionen Euro (35 Millionen Dollar).

Die FIFA müsse eine besondere soziale Aufgabe erfüllen, sagte der Chef des skandalumwitterten Weltverbandes. „Wir formen die Gesellschaft“, sagte der Schweizer. Er sprach weiter von „großen Aufgaben in der Zukunft“.

Den Konflikt mit den europäischen Vertretern, die seinen Abschied fordern, erwähnte er nur indirekt. „Fußball ist ein Multimillionen-Dollar-Geschäft. Er kreiert Möglichkeiten, aber auch Konfliktsituationen und Schwierigkeiten“, sagte Blatter.

Blatter überraschte und verwirrte aber auch mit entrückten Aussagen, mit denen er offenbar die Bedeutung des Fußballs herausheben wollte. „Wir fragen uns, ob unser Spiel auch auf anderen Planeten gespielt wird. Wir werden nicht nur eine WM haben, sondern interplanetarische Wettbewerbe“, sagte der 78-Jährige.

Kommentare (1)

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11.06.2014, 20:08 Uhr

Der DFB sollte der FIFA, diesem korrupten Hauden, den Rücken kehren. Es würde Nachahmer geben. Da gibt es doch einen englischen Reporter, der ist da ganz dicht dran ... !!!

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