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17.02.2006

12:00 Uhr

Koordinator für Spielbeobachtungen

Vogts während WM wieder für DFB aktiv

Berti Vogts wird während der WM wieder für den DFB arbeiten. Der 59-Jährige wird zusammen mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Beobachtung anderer Mannschaften durch die deutschen Trainer koordinieren.

Berti Vogts feiert während der WM sein Comeback beim DFB. Der ehemalige Bundestrainer sitzt dabei zwar nicht auf der Trainerbank, er wird aber im Zusammenspiel mit Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Beobachtungen der anderen Mannschaften durch die DFB-Trainer koordinieren. Dies bestätigte der Verband am Freitagmittag offiziell.

"Ich werde Jürgen helfen"

Für die konkrete Spionage bei den deutschen Gegnern werden allerdings DFB-Chefscout Urs Siegenthaler und U21-Trainer Dieter Eilts zuständig sein. Zusätzlich zu dem Schweizer Siegenthaler und Eilts erstellten Spielbeobachtungen werden während der WM auch die von Vogts und dem DFB-Trainerstab gesammelten Informationen an Klinsmann weitergeleitet. "Ich werde Jürgen helfen. Details kann ich noch nicht nennen", sagte Vogts der Bild-Zeitung.

Die Erkenntnisse des von Vogts koordinierten Einsatzes werden nach dem Turnier exakt ausgewertet und zu einem Abschluss-Bericht zusammengefasst. Die Ergebnisse der DFB-Beobachter, zu denen auch Chefausbilder Erich Rutemöller gehört, sollen nach der WM unter anderem für die Junioren-Nationalmannschaften, die Trainerausbildung und die Talentförderung des Verbandes genutzt werden.

"Sammer ist die richtige Wahl"

Über Einzelheiten des Vertrages mit dem früheren "Terrier" wollte sich der DFB nicht äußern. Vorstellbar ist aber, dass Vogts auch nach der WM weiter für den Verband tätig sein wird. Der ehemalige Weltklasseverteidiger strebt aber wohl kein Direktorenamt an. "Matthias Sammer ist die richtige Wahl", beglückwünschte er in der Bild den DFB zu seiner Wahl, den früheren Nationalspieler als Sportdirektor zur verpflichten.

Zudem entschuldigte sich Vogts dafür, dass er im Vorfeld der Entscheidung die Diskussion um Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters als "Karnevalsscherz" abgetan hatte. "Da kannte ich noch keine Details. Nun muss ich sagen: Ich habe Bernhard Peters Unrecht getan. Inzwischen habe ich ein langes Gespräch mit Klinsi und Bernhard Peters geführt. Peters ist ein Mann, der Strukturen ändern und die wissenschaftliche Methodik liefern soll. Ich kann mir vorstellen, dass er als Technischer Direktor und Sammer als Sportdirektor gut zusammenarbeiten."

"Qualität kommt von quälen"

Dasselbe gelte auch für ihn und Klinsmann, dem er vor allem in der Diskussion um die Fitness der deutschen Profis zur Seite sprang: "Unsere Spieler müssen mehr trainieren, es muss eine reine Eliteschulung geben. Junge Spieler müssen stärker unter Druck gesetzt werden. Qualität kommt von quälen. Wir hinken hinterher im Fitnessbereich."

Vogts, von August 1990 bis September 1998 Bundestrainer, hatte im Sommer 2004 bei der Suche nach einem Nachfolger für den als Teamchef zurückgetreten Rudi Völler dem DFB den entscheidenden Tipp gegeben, dass Jürgen Klinsmann möglicherweise der richtige Mann sei. Der heutige Bundestrainer war unter dem Trainer Vogts 1996 in England Europameister geworden. Vogts, der anschließend bis Herbst 2004 als Teammanager der schottischen Nationalelf gearbeitet hatte und derzeit als DSF-Experte das Fußballgeschehen verfolgt, war unter anderem auch als Trainer der südkoreanischen Nationalmannschaft für die WM im Gespräch.

© SID

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