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26.05.2011

20:54 Uhr

Korruptionsvorwürfe

Schlammschlacht ums Fifa-Präsidentenamt

Gegen ihn selbst läuft bereits ein Verfahren wegen Bestechlichkeit, nun fordert Fifa-Präsidentschaftskandidat Mohamed bin Hammam eine Untersuchung wegen Korruption gegen Amtsinhaber Joseph Blatter.

Bin Hammam und Blatter im Jahr 2009. Quelle: dpa

Bin Hammam und Blatter im Jahr 2009.

ZürichSechs Tage vor der Wahl in Zürich ist der Kampf um das Präsidentenamt im Fußball-Weltverband FIFA endgültig zur Schlammschlacht verkommen. Herausforderer Mohamed bin Hammam forderte die Ethikkommission der FIFA am Donnerstag dazu auf, in Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre auch eine Untersuchung gegen Amtsinhaber Joseph Blatter einzuleiten.

Zugleich wies der Katarer in einer Erklärung noch einmal alle gegen ihn im Zusammenhang mit der Vergabe der WM-Endrunde 2022 erhobenen Bestechungsvorwürfe entschieden zurück. Bin Hammam und drei weitere hochrangige FIFA-Funktionäre müssen sich am Sonntag vor der Ethikkommission wegen des Vorwurfs der Bestechung verantworten.

Die Vorwürfe gegen ihn enthielten Aussagen, aus denen hervorgehe, dass Blatter von angeblichen Zahlungen an Mitglieder der Karibischen Fußball-Union gewusst, aber nichts dagegen unternommen habe, teilte bin Hammam am Donnerstagabend in einem Statement mit. Daraufhin beantragte der Katarer, die Untersuchung der Kommission auf den Schweizer Amtsinhaber auszuweiten. Blatter und bin Hammam kandidieren am kommenden Mittwoch um das Präsidentenamt bei der FIFA.

Es sei ein Teil des Planes gewesen, ihn so kurz vor der Präsidentschaftswahl in Misskredit zu bringen und ihn sogar zu einer Aufgabe seiner Kandidatur zu bewegen, hieß es in der Erklärung des Präsidenten des Asiatischen Fußball-Verbandes weiter.

Der Anhörung am Sonntag sieht Bin Hammam gelassen entgegen. „Ich habe keine Angst, alle Fragen zu beantworten, die die Ethikkommission mir stellt. So lange das Komitee ein faires Verfahren garantiert, habe ich nichts zu befürchten“, teilte der Katarer mit, der sich gemeinsam mit FIFA-Vizepräsident Jack Warner aus Trinidad & Tobago sowie Debbie Minguell und Jason Sylvester von der Karibischen Fußball-Union (CFU) verantworten muss.

Das amerikanische Exekutivkomitee-Mitglied Chuck Blazer hatte mit Informationen an FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke über mögliche Verstöße im Wahlkampf des Katarers am Mittwoch den Stein ins Rollen gebracht. Bin Hammam hatte die Vorwürfe auf seiner Homepage als „ein taktisches Manöver von denen, die kein Vertrauen in ihre Fähigkeiten haben, siegreich aus der Wahl hervorzugehen“ bezeichnet.

Von

dpa

Kommentare (1)

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26.05.2011, 22:22 Uhr

Es würde kaum verwundern,würde sich in den Strukturen der mächtigen FIFA aktive und passive Bestechung feststellen lassen.

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