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30.12.2011

09:58 Uhr

Korruptionsvorwurf

Blatter soll für Stimmen WM-Rechte verramscht haben

Der frühere Fifa-Vize Jack Warner setzt Fifa-Chef Joseph Blatter schwer unter Druck. Blatter soll Warner für seine Stimmen bei Präsidentschaftswahlen WM-Übertragungsrechte zu symbolischen Dollarbeträgen überlassen haben.

Der ehemalige FIFA-Vizepräsident Jack Warner erhebt schwere Vorwürfe gegen Sepp Blatter. Reuters

Der ehemalige FIFA-Vizepräsident Jack Warner erhebt schwere Vorwürfe gegen Sepp Blatter.

Port of Spain/DüsseldorfDer frühere Fifa-Vizepräsident Jack Warner hat neue Vorwürfe gegen Fußball-Weltverbandschef Joseph Blatter erhoben. Im Gegenzug für Wahlkampfhilfe für den umstrittenen Schweizer seien ihm WM-Fernsehrechte für Minimalbeträge verkauft worden, teilte Warner am Donnerstag in einer Erklärung mit.

Er habe die TV-Rechte für Trinidad und Tobago dann gewinnbringend weiterverkaufen können und das Geld „hauptsächlich für die Entwicklung des Fußballs“ in seiner Heimat verwenden können, fügte der ehemalige Spitzenfunktionär hinzu.

Warner hatte die Vorwürfe stets bestritten und einen „Fußball-Tsunami“ aus belastendem Material gegen Blatter angekündigt. Bislang war er jedoch Beweise für Fehlverhalten des Schweizer Fifa-Chefs schuldig geblieben.

Nun berichtete Warner, er habe die TV-Rechte für die WM 1998 für einen Dollar erhalten - wohl als Dank für seine Hilfe bei Blatters Wahlsieg gegen den Schweden Lennart Johansson. Später habe er auch die Fernsehrechte für die Turniere von 2002 bis 2014 für geringe Beträge erhalten. Zusammen mit dem Katarer Fußballfunktionär Mohamed Bin Hammam habe er 2002 für Blatter eine „brutale Kampagne“ gefahren, so Warner.

Dass Warners 40 Voten zählendes Stimmpaket seit 1998 für Joseph Blatter reserviert ist, ist schon lange bekannt. Die neuen Vorwürfe setzen Blatter allerdings schwer unter Druck, denn eine Gegenleistung in Form von TV-Rechten zum Spottpreis wäre purer Stimmenkauf, also Bestechung von Fifa-Spitzenfunktionären. Und selbst ohne Stimmenpaket mutet ein Verkauf von WM-Übertragungsrechten an Fifa-Spitzenfunktionäre höchst fragwürdig an.

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