Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.07.2014

15:47 Uhr

Kosten für Polizei-Einsätze

Bremen will DFL für Risikospiele zahlen lassen

Der Fußball soll sich an den Kosten für Polizei-Einsätze bei Bundesliga-Spielen beteiligen. Die Forderung ist nicht neu, aber jetzt macht zum ersten Mal ein Bundesland ernst: Bremen will künftig die DFL zur Kasse bitten.

Polizeibeamte versuchen am 1. März 2014 am Weserstadion in Bremen Fußballfans des Hamburger SV daran zu hindern, zu den Fans von Werder Bremen zu gelangen. (Archivfoto) dpa

Polizeibeamte versuchen am 1. März 2014 am Weserstadion in Bremen Fußballfans des Hamburger SV daran zu hindern, zu den Fans von Werder Bremen zu gelangen. (Archivfoto)

BremenAls erstes Bundesland will Bremen den Fußball für Polizei-Einsätze bei Risikospielen in der Bundesliga zur Kasse bitten. Die Deutsche Fußball Liga werde voraussichtlich im Dezember nach dem Heimspiel von Werder Bremen gegen Hannover 96 erstmals eine Rechnung erhalten, sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) am Dienstag. Die rot-grüne Landesregierung will dafür das Gebührenrecht ändern. Der Landtag muss das nach der Sommerpause allerdings noch beschließen.

Die DFL drohte dem Land umgehend mit juristischen Konsequenzen, falls sie in Zukunft tatsächlich für Polizeieinsätze bei Spielen mit hohem Gewaltpotenzial zahlen soll. In einer Erklärung bezeichnete der Dachverband der 36 Proficlubs in Deutschland den Vorstoß des Bremer Senats als „verfassungsrechtlich unhaltbaren Weg“.

Ordner, Polizei & Co.: Das kostet die Sicherheit in der Bundesliga

Ordner, Polizei & Co.

Das kostet die Sicherheit in der Bundesliga

Polizeieinsätze bei Bundesligaspielen kosten den Staat jährlich Millionen. Kritiker meinen, die Vereine sollten die Kosten selbst tragen, die der Fußball verursacht. Doch dabei übersehen sie einen entscheidenden Faktor.

„Die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit ist unabhängig von der Kassenlage der öffentlichen Haushalte allein Aufgabe des Staates, zumal Fußball-Vereine und -Verbände keinesfalls Verursacher oder Veranlasser von Gewalt sind“, sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball. „Falls Bremen diesen Weg beschreitet, wird der Ligaverband in Abstimmung mit dem SV Werder Bremen alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen.“

Auch der Deutsche Fußball-Bund sprang der DFL sofort zur Seite. „Die Entscheidung des Bremer Senats zur Bezahlung von Polizei-Einsätzen bei Fußball-Spielen rüttelt an den Grundfesten unserer gesellschaftlichen Ordnung“, meinte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Rene Weiß

23.07.2014, 09:58 Uhr

Dann sollten auch die Kurden bezahlen, die in Dtl. gegen die Türkei demonstrieren und zusätzliche Polizeikosten verursachen. Oder die Linken, die zum 01. Mai in Hamburg und Berlin demonstrieren und ein überproportionales Polizeiaufgebot erfordern, etc.
Und es sollten nicht die Vereine bezahlen, sondern die gewalttätigen Verursacher!

Herr Nicht - Dumm

23.07.2014, 10:53 Uhr

Diese Einsätze sind kein Noteinsatz, wo die Polizei spontan gerufen werden muss, sondern bereits im voraus geplant.
Als Alternative kann der Gesetzgeber solche Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen ja auch verbieten.
Wenn ein Verein trotzdem spielen will, dann soll er auch dafür bezahlen. Das hat nichts mit einer Demo in einer Demokratie zu tun, wo keine Gewinne erwirtschaftet werden sollen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×