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31.05.2017

07:31 Uhr

KPMG-Ranking

Was die größten Fußballklubs wert sind

VonThomas Schmitt

Der Fußball lohnt sich für Investoren. Erneut zweistellig steigt der Wert der großen Klubs. Zehn Vereine bringen mehr als eine Milliarde Euro auf die Waage, einer sogar mehr als drei Milliarden Euro. Die KPMG-Bilanz.

Der Fußballklub ist derzeit der wertvollste in Europa, schätzen die Sportexperten des Beratungskonzerns KPMG. Reuters

Manchester United

Der Fußballklub ist derzeit der wertvollste in Europa, schätzen die Sportexperten des Beratungskonzerns KPMG.

DüsseldorfGroße und erfolgreiche Fußballvereine sind Goldesel. Sie begeistern die Massen und bieten daher großartige Werbeflächen für die Wirtschaft – und das in vielfältiger Weise und sogar das ganze Jahr über. Wegen der gewaltigen Reichweite dieses Sports drückt der Umsatz eines Klubs dessen möglichen Wert daher nur unzureichend aus.

Im Spitzenfußball zählt heute mehr denn je die Strahlkraft einer Marke. Diese hängt nicht allein vom aktuellen sportlichen Erfolg ab, sondern auch sehr stark von denkwürdigen Siegen, die auf einen Schlag viele neue Anhänger brachten. Denn ein richtiger Fan wechselt dann nicht mehr den Verein, auch wenn anschließend eine lange Durststrecke folgt.

Das beste Beispiel für dieses Fans-Verhalten ist Manchester United. Die neue Rangliste des Beratungskonzerns KPMG führt der englische Klub an – mit einem Unternehmenswert von 3,1 Milliarden Euro. Insgesamt sind die 32 von KPMG erfassten prominenten Vereine 30 Milliarden Euro wert – 14 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Fußball-Studie der KPMG: Die wertvollsten Klubs

Rekordwert

Manchester United ist der erste Klub, der von KPMG mit mehr als drei Milliarden Euro bewertet wird.
Quelle: KPMG-Studie über 32 prominente Fußballklubs in Europa

Premier League

Englische Klubs haben wesentlich höhere TV-Einnahmen als ihre Konkurrenten. Sie besetzen daher sechs Plätze unter den Top-10.

Champions-League-Finalisten

Real Madrid erreicht den zweiten and Juventus Turin den neunten Platz. Allerdings ist der Wertabstand der beiden gewaltig: 1,7 Milliarden Euro

Aufgeholt

Manchester City (mit Trainer Pep Guardiola) rückt - gemessen am Unternehmenswert von knapp zwei Milliarden Euro - auf die fünfte Position vor und überholt Arsenal London.

Spanien

Die Engländer dominieren zwar die Rangliste, doch die beiden spanischen Klubs, Real und Barcelona, erreichen beide einen Unternehmenswert von mehr als zwei Milliarden Euro. Das schaffte keine andere Liga mit zwei Vereinen.

Deutschland

Drei deutsche Klubs schaffen es in die 32er-Rangliste. Neben den Bayern auf Platz 4 sind dies Borussia Dortmund auf Platz 12 und Schalke 04 auf Platz 14.

Bayern, Dortmund, Schalke

Zusammen kommen die drei deutschen Klubs auf einen Unternehmenswert von mehr als vier Milliarden Euro.

Kleinere Ligen

Sechs Vereine in der Liste kommen nicht aus den fünf großen Fußballligen in Europa. Dies sind Ajax Amsterdam, PSV Eindhoven, Benfica Lissabon, Fenerbahçe Istanbul, Galatasaray Istanbul and Beşiktaş Istanbul. Die Klubs kommen auf sechs Prozent des von KPMG errechneten Gesamtwerts.

Wachstum

Mit einem Unternehmenswert von insgesamt 29,9 Milliarden Euro ist der Wert der 32 prominentesten Fußballvereine im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent gewachsen.

Gründe

Das Fußballgeschäft wächst, weil die Vereine immer mehr Geld erhalten für TV-Rechte, international Fans werben, in moderne Anlagen investieren und das Geschäft nachhaltiger managen.

Der Sieg von Manchester United überrascht: Schließlich beruht das Ranking auf Zahlen für 2016. Da war noch nicht klar, dass United die Europa League gewinnen und sich damit für die finanziell so wichtige Champions League qualifizieren würde. Zudem hatte der Verein zwar mächtig investiert, doch in den vergangenen Jahren sportlich keinen großen Erfolg.

Dass die Sport-Experten Manchester United dennoch so hoch einschätzen, liegt vor allem an der internationalen Stellung der Premier League. Die englische Liga ist mit Abstand die finanziell stärkste der Welt, vor allem wegen großartiger TV- und Sponsorendeals. Und dieses Geld bekommt die Liga nur, weil sie weltweit die beste Werbefläche im Fußball bietet.

Wollte sich also ein Investor in Topklubs wie Manchester United, Real Madrid oder FC Barcelona einkaufen, müsste er wohl mehr als das Dreifache des Umsatzes zahlen. Und gleichzeitig damit rechnen, dass sich solch ein Investment – gemessen am Reingewinn – frühestens nach zehn Jahren lohnen würde.

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