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02.02.2016

17:28 Uhr

„Krebsgeschwür des Weltfußballs“

Zwanziger darf über Katar schimpfen

„Krebsgeschwür des Weltfußballs“ ist offenbar von der Meinungsfreiheit gedeckt. Das Landgericht Düsseldorf hat diesbezüglich Ex-DFB-Präsident Theo Zwanzigers Position gestärkt. Eine Entscheidung steht allerdings aus.

Prozess um Zwanziger-Aussagen

Ist Katar das „Krebsgeschwür des Weltfußballs“?

Prozess um Zwanziger-Aussagen: Ist Katar das „Krebsgeschwür des Weltfußballs“?

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DüsseldorfTheo Zwanziger wird im Rechtsstreit mit dem Fußballverband von Katar voraussichtlich als Sieger vom Platz gehen. Der frühere DFB-Präsident durfte Katar als „Krebsgeschwür des Weltfußballs“ bezeichnen, teilte das Düsseldorfer Landgericht am Dienstag in einer vorläufigen Bewertung mit. Die Aussage sei vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit noch gedeckt gewesen. Der 70-Jährige habe eine Diskussion über die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar anstoßen wollen. Eine Entscheidung will das Gericht am 19. April verkünden.

„Ich habe nicht eine Sekunde einen Menschen aus Katar beleidigen wollen“, beteuerte Zwanziger. Er habe ein System angegriffen und kritisiert, dass sich Katar mit seinem Reichtum solche Vorteile verschaffe. Er habe auch auf Menschenrechtsverletzungen in dem Land hingewiesen.

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Bei dem Rechtsstreit geht es um ein Interview Zwanzigers mit dem Hessischen Rundfunk vom 2. Juni 2015. Darin fallen jene Worte, die am Persischen Golf für erhebliche Verstimmung gesorgt haben: „Ich habe immer klar gesagt, dass Katar ein Krebsgeschwür des Weltfußballs ist. Mit dieser Entscheidung hat alles begonnen.“

Die Richter kamen während der mündlichen Verhandlung ins Grübeln, nachdem der Anwalt des Fußballverbands von Katar, der frühere CSU-Politiker Peter Gauweiler, auf Zwanzigers Aussage einging, mit der Vergabe an Katar habe alles begonnen. Dies sei eine bewusst unwahre Tatsachenbehauptung, sagte Gauweiler.

Damit werde der Eindruck erweckt, die korrupte FIFA-Welt habe zuvor nicht existiert. Angesichts der verdächtigen Vergabe der WM 2006 an Deutschland habe Zwanziger mit seinen Vorwürfen „eigene Spuren verwischen wollen“.

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