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27.09.2014

20:35 Uhr

Krisenderby

Wölfe schießen Bremen in die Krise

Werder Bremen rutscht immer tiefer in die Krise. Durch eine knappe Niederlage in Wolfsburg findet sich der Traditionsverein im Abstiegskampf wieder. Die Wölfe können derweil durchatmen.

Wolfsburg feiert drei wichtige Punkte, Bremen ist frustriert. dpa

Wolfsburg feiert drei wichtige Punkte, Bremen ist frustriert.

WolfsburgDer norddeutsche Traditionsclub verlor am Samstag beim VfL Wolfsburg 1:2 (1:1), kassierte damit die dritte Niederlage in Serie und steht jetzt auf dem vorletzten Platz der Fußball-Bundesliga. Während die noch sieglosen Bremer bereits am sechsten Spieltag im Abstiegskampf stecken, schoben sich die Wolfsburger ins Mittelfeld der Tabelle. Die Tore für den VfL erzielten vor 29 117 Zuschauern Ricardo Rodriguez

(15.) und Ivica Olic (56.). Für Werder traf nur Marnon Busch (37.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor.

Unter besonderer Beobachtung stand am Samstag der kämpferisch auftretende Aaron Hunt. Nach 13 Jahren in Bremen war der Mittelfeldspieler im Sommer nach Wolfsburg gewechselt und zeigte bei seinem ersten Einsatz gegen seinen langjährigen Club eine durchwachsene Darbietung.

 

Der erst zum zweiten Mal in der VfL-Startformation berücksichtigte Hunt bewegte sich sehr viel und bot sich immer wieder als Anspielstation an. Akzente setzte der 27-Jährige indes nur selten und vergab in der 68. Minute mit der Hacke das dritte VfL-Tor. Kurz danach wurde er ausgewechselt.

Impulse gaben andere. In der auf insgesamt vier Positionen veränderten Startelf der Wolfsburger sorgte ein weiterer Ex-Bremer für die Vorbereitung des ersten Treffers. Kevin De Bruyne, in der Saison 2012/13 bei Werder, schickte nach einer vermurksten Bremer Ecke Linksverteidiger Rodriguez steil, und der Schweizer Abwehrmann erzielte seinen dritten Saisontreffer.

Beim zweiten Treffer war es der zur Halbzeit für den verletzten Sebastian Jung gekommene Vieirinha, der die Vorarbeit mit einer weiten Flanke leistete: Olic drückte sie mit einem Flugkopfball gegen die Laufrichtung von Werder-Keeper Raphael Wolf ins Netz.

Zahlen und Fakten zum 6. Spieltag

FSV Mainz - TSG Hoffenheim 0:0

In einer schwachen Begegnung trennen sich der FSV Mainz 05 und 1899 Hoffenheim leistungsgerecht mit 0:0. Über weite Strecken der Partie schafft es keine Mannschaft für echte Torgefahr zu sorgen. Die beste Chance vergibt Firmino, der per Kopf nur den rechten Außenpfosten trifft (61.).

Schalke 04 - Borussia Dortmund 2:1

Schalke war in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft und ging durch Joel Matip (10.) und Eric Maxim Choupo-Moting (23.) verdient in Führung. Doch in der zweiten Hälfte gab die Elf von Jens Keller das Spiel zu leicht aus der Hand. Beflügelt durch den Anschlusstreffer von Pierre-Emerick Aubameyang (26.) spielte der BVB besonders in Hälfte zwei starken Fußball, ohne jedoch das nötige Quäntchen Glück zu haben.

SC Freiburg - Bayer Leverkusen 0:0

Mit begrenzten Mitteln, aber dank einer kämpferischen Leistung und eines überragenden Roman Bürki holte Freiburg einen Punkt gegen Leverkusen. Dabei spielte den Breisgauern sicherlich auch der frühe Platzverweis von Emir Spahic (28.) in die Karten. Wirklich zwingend kamen die Gastgeber aber selten vors Tor. Leverkusen war trotz 50-minütiger Unterzahl die bessere Mannschaft und hatte bei den Lattentreffern von Bellarabi (64.) und Son (88.) Pech. In der 78. Minute musste auch noch Freiburgs Pavel Krmas wegen wiederholten Foulspiels vom Platz.

VfB Stuttgart - Hannover 96 1:0

Der VfB zeigte eine konzentrierte Leistung und war über die gesamte Spielzeit das bessere Team. Nachdem Stuttgart in der ersten Halbzeit vor dem Tor noch zu einfallslos war, erhöhten die Schwaben nach dem Seitenwechsel das Tempo. Daniel Schwaab sorgte mit seinem ersten Bundesliga-Treffer für die Erlösung (69.). Erst in den letzten zehn Minuten wachte Hannover auf, Schwaab und der sichere Kirschbaum retteten jedoch für den VfB.

1. FC Köln - Bayern München 0:2

Der Favorit wurde seiner Rolle gerecht und spielte die Kölner phasenweise an die Wand. Der FC blieb in der Offensive ideenlos und kam nur vereinzelt durch Konter gefährlich vors Tor. Götze (19.) und Halfar mit einem Eigentor (66.) sorgten für die Treffer des Spiels. Mit etwas mehr Konsequenz hätten die Bayern auch höher gewinnen können. Mit der gezeigten Leistung müssen sich die Rheinländer als Aufsteiger aber keineswegs verstecken.

SC Paderborn - Borussia Mönchengladbach 1:2

Die Borussia hatte die Partie nach der frühen 2:0-Führung lange im Griff – Herrmann (8.) und Raffael (14.) brachten die Gäste in Front. Durch den Anschlusstreffer von Wemmer (70.) keimte noch einmal Hoffnung auf, aber am Ende fehlten den Hausherren etwas die Kräfte. Für Paderborn war es die zweite Niederlage in Folge, Mönchengladbach ist dank des Dreiers erster Verfolger des FC Bayern.

VfL Wolfsburg - Werder Bremen 2:1

Wolfsburg atmet auf - Bremen tief in der Krise
Die stark fehlerbehaftete Partie konnte die Hausherren letztlich knapp mit 2:1 für sich entscheiden. Nach der frühen Führung durch Rodriguez (15.) verpassten es die Wolfsburger in Durchgang eins die Führung zu erhöhen. Durch einen schönen Gewaltschuss von Busch kommt der Gast in der 37. Minute zum überraschenden Ausgleich. Auch nach der Pause sind die Bremer zunächst besser, kassieren aber in der 57. Minute nach einer tollen Hereingabe von Vieirinha durch Olic den Treffer zum 2:1. Die Wölfe gehen als verdienter Sieger vom Platz. Die Hausherren bestimmten das Spielgeschehen und nehmen zu Recht drei Punkte mit. Bremen bleibt in der Offensive weitgehend blass und wies darüber hinaus große Mängel im Umschaltspiel auf. Auch die Leistung des Schiedsrichters muss an dieser Stelle erwähnt werden, der ohne Karten auskommt und das Spiel über 90 Minuten im Griff hat.

FC Augsburg - Hertha BSC: 1:0 (1:0)

Der FC Augsburg holt wichtige Punkte im Abstiegskampf. Mit 1:0 behält der FCA gegen Hertha BSC die Oberhand. In einer überschaubaren Partie fällt die Entscheidung in der ersten Halbzeit. Nach einem Foul von Kraft an Bobadilla gibt es Strafstoß. Verhaegh verwandelt sicher zum 1:0-Siegtreffer für den FCA (27.).

Hamburger SV - Eintracht Frankfurt: 1:2 (0:1)

Der Hamburger SV wartet weiter auf den ersten Sieg. Mit 1:2 unterliegt der HSV der Frankfurter Eintracht. Seferovic trifft kurz vor der Pause zum 1:0 für die SGE (44.). Müller beendet die Hamburger Torflaute mit dem 1:1-Ausgleich (58.). Ein Traumtor per Freistoß aus 30 Metern durch Piazon zum 2:1 setzt den Schlusspunkt (90.).

 

Im Bremer Mittelfeld wurde ein ballsicherer Spieler wie Hunt, in der Vorsaison noch einer der wenigen Lichtblicke, schmerzlich vermisst. Dem Aufbauspiel der Gäste mangelte es wieder an Zielstrebigkeit und Genauigkeit. Insgesamt initiierte Werder zu wenig eigene Aktionen, um sich Torchancen zu erarbeiten. Die ebenfalls auf vier Positionen veränderte Startelf kämpfte und arbeitete engagiert, spielerische Defizite waren jedoch nicht zu übersehen.

Der VfL half den Bremern allerdings unfreiwillig mit Fehlern. «Wir haben zu viele Ballverluste», klagte VfL-Manager Klaus zur Halbzeit im TV-Sender Sky. «So kann man nicht zufrieden sein.» Für die erste gefährliche Aktion im Wolfsburger Strafraum sorgte ausgerechnet VfL-Keeper Diego Benaglio, als er Nils Petersen in der 14. Minute aus kurzer Distanz an den Kopf schoss - zum Glück für den Schweizer konnte der Werder-Angreifer nicht schnell genug reagieren und verzog knapp.

Besser machte es der junge Rechtsverteidiger Busch. Der 19-Jährige bestrafte die unachtsame VfL-Deckung nach einer Vorlage von Fin Bartels und rehabilitierte sich so immerhin für seinen Fehler vor der Wolfsburger Führung. Mehr als dieser Treffer gelang Werder nicht.

Von

dpa

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