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04.09.2013

15:43 Uhr

Kritik an Wechsel

Ronaldo „wütend“ über Özil-Transfer

Der Transfer von Mesut Özil hat bei Real für ein Unwetter gesorgt. Nicht nur die Fans, auch die Mitspieler beklagen den Weggang des Deutschen – allen voran Cristiano Ronaldo. Auch Bundestrainer Löw zeigte Unverständnis.

Niemand kenne seine Laufwege besser als Mesut Özil: Ex-Kollege Cristiano Ronaldo zeigte sich nicht begeistert über den Weggang seines Mitspielers. Reuters

Niemand kenne seine Laufwege besser als Mesut Özil: Ex-Kollege Cristiano Ronaldo zeigte sich nicht begeistert über den Weggang seines Mitspielers.

MadridDer 50-Millionen-Euro-Transfer von Mesut Özil zum FC Arsenal sorgt bei Real Madrid weiter für Wirbel. Torjäger Cristiano Ronaldo äußerte sich nach Informationen des Sportblatts „As“ verärgert darüber, dass der spanische Fußball-Rekordmeister den deutschen Nationalspieler an den Londoner Club abgab. „Der Weggang von Özil ist eine sehr schlechte Nachricht für mich“, zitierte das Blatt am Mittwoch den Portugiesen.

Im Trainingslager seiner Nationalelf habe Ronaldo immer wieder gesagt: „Ich bin wütend über Özils Weggang.“ Kein anderer Spieler kenne seine Laufwege vor dem gegnerischen Tor so gut wie der Deutsche. Zuvor hatten bereits andere Real-Profis wie Sergio Ramos oder Alvaro Arbeloa den Weggang von Özil öffentlich bedauert.

„Der Özil-Transfer löst bei Real ein Unwetter aus“, titelte die Zeitung „El Periódico“. Real-Präsident Florentino Pérez hatte die Beliebtheit des Deutschen unter den Mitspielern und den Fans offensichtlich unterschätzt. Er gab Özil an Arsenal ab, um den Rekordtransfer von Gareth Bale für 100 Millionen Euro finanzieren zu können.

Reals Ex-Trainer José Mourinho lobte seinen früheren Schützling in den höchsten Tönen. „Özil ist die beste Nummer 10 der Welt“, zitierten die Sportblätter „Marca“ und „As“ den jetzigen Coach des FC Chelsea. „Von ihm gibt es keine Kopie, nicht einmal eine schlechte.“ Mourinho stellte Özil auf eine Stufe mit Stars des Weltfußballs. „In ihm sieht man ein wenig von Luis Figo und ein wenig von Zinédine Zidane.“

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Für Rot-Weiß Essen ist der Wechsel von Mesut Özil zum FC Arsenal ein Glücksfall. Als ausbildender Verein wird RWE an der Ablösesumme beteiligt. Vereinschef Welling hält derlei Summen dennoch für Wahnsinn.

Auch Bundestrainer Jogi Löw äußerte Unverständnis über den Transfer. Für die Nationalmannschaft sei der Rekordtransfer eines deutschen Fußballers dagegen gerade auch im Hinblick auf die bevorstehende Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Brasilien „gut“, erklärte der Bundestrainer am Mittwoch in München.

„Mesut findet in London eine Mannschaft vor, die fußballerisch auf technisch hohem Niveau spielt“, sagte Löw in seiner ersten öffentlichen Reaktion auf den 50-Millionen-Euro-Transfer. Bei Arsenal finde er neben den Nationalelf-Kollegen Lukas Podolski und Per Mertesacker wieder einen Verein und einen Trainer vor, die ihm das Vertrauen schenken würden, das dem 24-Jährigen in Madrid zuletzt gefehlt habe. „Mesut ist schon ein bisschen ein sensibler Spieler, der in einem Verein viel Vertrauen von einem Trainer braucht“, sagte Löw. Özil habe von einem sehr positiven Telefonat mit Arsenal-Coach Arsène Wenger gesprochen. „Er hat mir seine Vorstellungen gesagt und er vertraut mir – und das brauche ich auch als Spieler“, hatte Özil erklärt.

Erstaunt zeigte sich Löw, dass Real den Edeltechniker Özil drei Jahre vor Vertragsablauf nach England ziehen ließ. Diese Entscheidung sorge ja auch vereinsintern für Debatten, wie die Reaktionen von Spielern wie Topstar Cristiano Ronaldo zeigen würden. „Ich finde es ein Stück weit unverständlich, dass Real Madrid seinen Topscorer, der wahnsinnig viele Tore vorbereitet hat, abgibt“, erklärte Löw.

Der Bundestrainer geht davon aus, dass Özil am Freitag im WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich unbelastet von dem kurzfristigen Vereinswechsel zu Wochenbeginn aufspielen werde. „Im Training war ihm nichts anzumerken“, berichtete der Bundestrainer.

Von

dpa

Kommentare (2)

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RumpelstilzchenA

04.09.2013, 14:04 Uhr

Sie sollen sich nicht so aufregen. Sie haben doch noch den Langweiler, Khedira.

OldFox

04.09.2013, 21:43 Uhr

Lieber Santos, ich kann Ihre Empoerung sehr gut nachvollziehen. Die Summen, die da heute fuer Spielerwechsel gezahlt werden, spotten jeder Normalitaet. WIR aber sind es, die ueber Eintrittsgelder
und Sky Gebuehren diesen Wahnsinn erst ermoeglichen.
Also: trefffen Sie eine Entscheidung! Entweder Top Leage oder die Volksmusik im Ersten. Sie haben es in der Hand.

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