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01.02.2006

20:45 Uhr

Auf der Jahreshauptversammlung des Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern hat sich der scheidende Vorstandsboss Rene C. Jäggi selbst geläutert und Fehler in seiner Amtsführung eingeräumt. "Mein Schicksal mit dem von Michael Henke zu verbinden, war falsch. Das hätte ich nicht tun sollen", erklärte der Klubchef des Tabellenletzten, der nach der Entlassung von Ex-Trainer Henke im November des vergangenen Jahres seinen Rücktritt erklärt hatte.

Jeder wird sich an die "Schwuchteltruppe" erinnern

Bei der emotional verlaufenden Versammlung appellierte Jäggi an die komplett anwesende Mannschaft, den drohenden Abstieg noch zu verhindern. "Wenn wir absteigen, werden sich die Pfälzer an unsere Namen erinneren. An den Jäggi und - mit Gerry Ehrmanns Worten - seine Schwuchteltruppe", sagte der Schweizer.

Trotz seines kämpferischen Auftretens hat sich Jäggi aber auch bereits mit dem drohenden Gang in die Zweitklassigkeit beschäftigt: "Wenn wir schon nach unten marschieren, dann mit dem Gefühl, unser Bestes getan zu haben. Die Verantwortung liegt bei mir, und die habe ich schon gezogen", meinte der 57-Jährige, der sein Amt nach der laufenden Saison zur Verfügung stellen wird.

Jäggi gibt Ex-Klubführung Mitschuld

Bei seinem letzten Auftritt vor den Mitgliedern attackierte Jäggi zudem die Ex-Klubführung um Jürgen Friedrich, die in erster Linie für die schwierige wirtschaftliche Situation des Vereins verantwortlich sei. Auch an ehemalige Profis, die Jäggi zuletzt kritisiert hatten, richtete der Klubchef deutliche Worte: "Wo sind sie denn, die alles besser wissen?"

Jäggi gab zudem bekannt, dass die beiden Ex-Vorstände Friedrich und Gerhard Herzog mit ihrem Einspruch gegen ihre Verurteilung zur Zahlung von Schadensersatz in Höhe von rund 500 000 Euro gescheitert sind. Das Oberlandesgericht Zweibrücken habe einen entsprechenden Einspruch der Ex-Klubführung zurückgewiesen.

Wie schon in der Vergangenheit mehrfach betont, hält Jäggi eine Ausgliederung der Profi-Abteilung für den wichtigsten Schritt in eine positive Zukunft: "Die Ausgliederung ist ein Muss. Dazu muss Ruhe in den Verein, um potenzielle Investoren und zusätzliches Kapital zu beschaffen."

Engelhardt: "Die Situation ist beschissen, aber nicht hoffnungslos"

Im sportlichen Bereich versprach Trainer Wolfgang Wolf den Mitgliedern, alles für den Klassenerhalt zu tun. "Wir Pfälzer sind Kämpfer, noch ist nichts verloren. Ich möchte in der ersten Liga bleiben", meinte der Coach. Auch Kapitän Marco Engelhardt, der bei seiner Rede von Pfiffen der Klubangehörigen unterbrochen wurde, glaubt noch an den Verbleib in der Eliteklasse: "Die Situation ist beschissen, aber nicht hoffnungslos. Keiner von uns will runter."

Auf der Tagesordnung der Versammlung steht am späteren Abend die Neuwahl des Aufsichtsrats. Für die fünf Posten stellten sich 23 Bewerber zur Wahl.

© SID

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