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15.04.2015

10:18 Uhr

Labbadia übernimmt sofort

HSV wagt Trainer-Schnellschuss

Quelle:SID

Überraschender Trainerwechsel beim HSV: Bruno Labbadia soll die Hamburger vor dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte retten. Er übernimmt sofort – dem bisherigen Wunschkandidaten wurde hingegen abgesagt.

„Wir müssen uns jetzt schnell ein Erfolgserlebnis erarbeiten.“ SID

Bruno Labbadia neuer HSV-Trainer

„Wir müssen uns jetzt schnell ein Erfolgserlebnis erarbeiten.“

HamburgBruno Labbadia soll den Fußball-Bundesligisten Hamburger SV vor dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte retten. Der 49-Jährige löst überraschend Interimstrainer Peter Knäbel ab und unterschrieb bei den Hanseaten einen Vertrag für 15 Monate bis Juni 2016. Der Kontrakt gilt auch für die 2. Liga. Dies gab der HSV am Mittwoch bekannt. Top-Kandidat Thomas Tuchel wurde abgesagt.

„Wir haben uns zu diesem Schritt entschieden, weil wir die Trainerfrage für die wichtigste halten. Mit Bruno Labbadia haben wir einen starken und auch im Abstiegskampf erfahrenen Trainer geholt“, sagte der HSV-Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer. Labbadia, der sich am Mittwochmorgen der Mannschaft und dem Betreuerteam vorstellte, kündigte an: „Ich erwarte volle Hingabe und Leidenschaft aller Beteiligten in den kommenden Wochen. Wir müssen uns jetzt schnell ein Erfolgserlebnis erarbeiten.“ Sein Debüt feiert der zweimalige Nationalspieler ausgerechnet im Nordderby bei seinem Ex-Klub Werder Bremen am Sonntag (15.30 Uhr/Sky).

Labbadia ist nach Mirko Slomka, Joe Zinnbauer und Knäbel bereits der vierte HSV-Trainer in dieser Saison. Der Ex-Stürmer war bereits vom 1. Juli 2009 bis Ende 26. April 2010 Coach bei den Hanseaten und lief von 1987 bis 1989 für die Rothosen auf. Zuletzt arbeitete Labbadia bis August 2013 beim VfB Stuttgart.

Fakten zum Hamburger SV

Dino

Der Hamburger SV ist Gründungsmitglied der Bundesliga und wird daher auch als Dino der Liga bezeichnet. Der Verein wurde 1887 gegründet.

Erfolge

Größte Erfolge: sechs Meisterschaften, drei DFB-Pokalsiege, Gewinn des Europapokals der Pokalsieger, Gewinn des Pokals der Landesmeister (heute Champions League).

Umsatz

In der Saison 2014/15 setzte der HSV 128,1 Millionen Euro um.

Verlust

Der Verlust in dem Geschäftsjahr 2014/15 lag bei 16,9 Millionen Euro.

Kaderwert

Der Wert des HSV-Kaders für die Saison 2016/17 wird auf rund 80 Millionen Euro beziffert. Zum Vergleich: Der Kader von Bayern München ist über sieben Mal so viel wert.

Quelle: Transfermarkt.de

Trikots

Sponsor ist die Fluggesellschaft Emirates. Bis 2019 fließen pro Jahr 7,5 Millionen Euro an den HSV. Ausrüster ist Adidas.

Trikotpreise

Ohne Beflockung: 84,95 Euro
Mit Standard-Beflockung: 94,95 Euro
Mit besonderer Beflockung: 99,95 Euro
Kindertrikots: 64,95 Euro

Stadion

Volksparkstadion – Kapazität: 57.000
Zuschauerschnitt im Vorjahr: 53.700
Namensrechte vergeben bis 2019, bringen 4 Millionen Euro pro Jahr
Eigentümer: HSV Fußball AG

Ticketpreise

Tagestickets: 17 bis 96 Euro
Dauerkarten: 224 bis 805 Euro
verkauft: 26.000

Geschäftskunden

Logen: 50
Logenplätze: 700
VIP-Plätze: 3100

Die zuletzt in der Öffentlichkeit viel zitierte Personalie Thomas Tuchel ist kein HSV-Thema mehr. „Wir hatten mehrere Gespräche, haben aber keine Einigung erzielen können. Darum haben wir uns entschieden, die Gespräche zu beenden“, sagte Beiersdorfer.

Nach acht Spielen in Folge ohne Sieg sind die Hanseaten auf den letzten Tabellenplatz abgestürzt. Dem Bundesliga-Dino droht der erste Abstieg der Vereinsgeschichte. Der Abstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz beträgt vier Punkte.

„Wir haben keine Zeit zu verschenken. Wir werden optimal vorbereitet in das Nordderby bei Werder gehen und ebenso fokussiert die folgenden Spiele angehen. Für uns zählt jeder Punkt“, sagte Labbadia und appellierte an die Spieler „bis zum letzten Spieltag ohne Wenn und Aber als Einheit aufzutreten.“

Der zuletzt als Interimscoach eingesetzte Knäbel kehrt in seine ursprüngliche Rolle als Direktor Profifußball zurück. „Wir haben unsere Entscheidungen, unsere Maßnahmen und sämtliche Auftritte und Erkenntnisse reflektiert und sind gemeinsam zum Entschluss gekommen, dass die längerfristige Klärung der Trainerposition noch einmal wichtige Energie im Abstiegskampf freisetzen kann“, sagte Knäbel, der die beiden Spiele als HSV-Trainer bei Bayer Leverkusen (0:4) und gegen den VfL Wolfsburg (0:2) verloren hatte.

Knäbels bisheriger Co-Trainer Peter Hermann beendet sein Engagement in Hamburg. „Ich bedaure das sehr. Ich hätte ihn sehr gerne in meinem Team gehabt, aber ich respektiere seine Entscheidung“, sagte Labbadia.

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