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17.11.2015

23:16 Uhr

Länderspiel England – Frankreich

Ein Spiel ohne Grenzen

VonCarsten Herz

Das Länderspiel England gegen Frankreich im Londoner Wembley-Stadion ist kein normales Fußballspiel, sondern ein politisches Zeichen. Die alten Rivalen suchen angesichts der Terrorakte von Paris den Schulterschluss.

Zeichen der Solidarität

Unfassbar: Englands Fußballfans singen französische Nationalhymne

Zeichen der Solidarität: Unfassbar: Englands Fußballfans singen französische Nationalhymne

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LondonDidier Deschamps ist die Rührung anzumerken, als die Marseillaise ertönt. Doch Frankreichs Nationaltrainer ist mit seinen Emotionen im weiten Rund des Londoner Wembley-Stadion nicht allein. Es ist ein Gänsehaut-Moment – nicht nur für die Les Bleus genannte französische Fußball-Nationalmannschaft.

Der Bogen über dem Stadion leuchtet in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot. Über dem Haupteingang der Arena strahlen die Leitworte der französischen Revolution "Liberté, Egalité, Fraternité", als zehntausende Zuschauer sich im weiten Rund des größten Fußballstadion Londons von ihren Plätzen erheben. Ob englische Fans oder neutrale Zuschauer, ob französische Spieler oder die Mannschaft aus dem Fußball-Mutterland: Aus mehr als 70.000 Kehlen ertönt vor dem Anpfiff des Länderspiels England-Frankreich die Marseillaise.

Es ist ein Symbol der Verbundenheit, das schwerer wiegt als jede sportliche Rivalität. Ein Spiel ohne Grenzen. Das Sportereignis in Wembley ist ein Länderspiel wie kein anderes. Sportlich hat das Testspiel zwischen England und Frankreich keine große Relevanz.

Dennoch wird kein Fußballspiel in den zurückliegenden Jahrzehnten eine solche Bedeutung haben wie die Partie von London – allein, weil es überhaupt stattfindet. Denn das Länderspiel der beiden Nationalteams ist kein Sportereignis mehr, sondern ein politisches Symbol. Hunderte von französischen Fahnen werden im Stadion geschwenkt, gemeinsam posieren die Mannschaften vor den Fotografen: Arm in Arm.
„Wembley öffnet seine Arme für ein Land in Trauer“, titelte die britische Tageszeitung „Times“. Dass das Match nach dem Schock von Paris überhaupt stattfindet, bezeichnete die britische Innenministerin Theresa May als Zeichen, dass „die Terroristen nicht gewinnen werden“.

Das Spiel werde „eine ernsthafte Angelegenheit, aber eine, die zeigt, dass die Fußball-Welt vereint ist gegen solche Grausamkeiten“, betonte Englands Coach Roy Hodgson. "Dieses Spiel hat nicht nur eine sportliche Dimension, sondern noch viel mehr“, betonte auch Deschamps.

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