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18.11.2013

15:42 Uhr

Länderspiel in London

Bayern-Profis können länger regenerieren

Der Bundestrainer sorgt für Verstimmung bei BVB-Fans: Während zwei Münchner vorzeitig abreisen dürfen, müssen wohl fünf Dortmunder gegen England ran – wenige Tage vor dem Bundesliga-Topspiel. Löw nerven die Diskussionen.

Die Dortmunder, hier Marco Reus und Sven Bender, sind beim Länderspiel in England in der Überzahl. dpa

Die Dortmunder, hier Marco Reus und Sven Bender, sind beim Länderspiel in England in der Überzahl.

LondonJoachim Löw ist von den Diskussionen im Vorfeld des Länderspiels zwischen England und Deutschland über den Bundesligagipfel Borussia Dortmund gegen Bayern München am kommenden Samstag total genervt. „Wenn das unser Problem ist, dann machen wir etwas falsch, dann entwickeln wir uns wieder in die falsche Richtung, nämlich zurück“, sagte der Bundestrainer energisch und äußerst gereizt auf entsprechende Nachfragen einen Tag vor dem Klassiker der DFB-Auswahl in Wembley gegen die Three Lions am Dienstag (21 Uhr/ARD). Das deutsche Gigantentreffen am Samstag sei in London weder bei den Münchner Spielern noch bei den BVB-Profis ein Thema.

„Die Spieler sind mit ihren Gedanken nicht bei dem Spiel Dortmund gegen Bayern“, versicherte Löw bereits vor dem Länderspiel in Italien, „sondern eher die Verantwortlichen. Es darf mir jetzt niemand kommen und sagen, es soll dieses oder jenes am Freitag in Italien oder danach am Dienstag in England passieren oder ich soll Spieler schonen“, stellte Löw unmissverständlich fest.

Es war ohne Namensnennung eine Replik auf BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der eine Gleichbehandlung beider Topklubs bei der Belastung der jeweiligen Nationalspieler in den anstehenden zwei Länderspielen angemahnt hatte. „Ich bin mir sicher, dass vor dem Topspiel gegen Bayern mit der gesamten Situation sensibel umgegangen wird. Deswegen gehen wir davon aus, dass beide Vereine gleich behandelt werden“, hatte Watzke gesagt. Elf Profis aus Dortmund (5) und München (6) standen bis Freitag im Kader der deutschen Nationalmannschaft. Nach dem Spiel in Italien sind aber zwei Bayern-Spieler abgereist.

Fünf Dortmunder könnten am Dienstag in Wembley auf dem heiligen Rasen stehen. Vom FC Bayern in Toni Kroos dagegen nur einer. Am Freitag in Italien lautete das Verhältnis noch 6:1 für die Bayern. Doch Löw verbat sich in London ausdrücklich eine öffentliche Debatte darüber. Er schaue auf die Nationalmannschaft, „Dortmund gegen Bayern ist nicht mein Thema, sondern jetzt England und dann im März Chile“, giftete er und ergänzte: „Wenn ich die Spieler frage, wollen alle spielen.“

Kapitän Philipp Lahm, sein Münchner Kollege Manuel Neuer und auch Mesut Özil wurden von der Teilnahme am letzten Länderspiel des Jahres 2013 befreit. Die hoch belasteten Profis sollen sich erholen. Lahm spiele immer 90 Minuten, Özil war zuletzt krank. „Ich möchte diese Spieler nicht unbedingt verheizen“, betonte Löw – auch oder vor allem mit Blick auf das, was Sami Khedira am Freitag widerfahren ist. Noch mehr Ausfälle in der Kategorie der Leistungsträger wären schwer zu kompensieren. Neuer durfte heimreisen, weil Löw drei Torhüter in England nicht benötigt.

Neuer hatte allerdings nach dem 1:1 in Mailand noch betont, unbedingt in Wembley spielen zu wollen. „Als Profi spielt man gerne gegen solche Teams am liebsten selbst. Gerade im Hinblick auf die WM sind solche Spiele gegen attraktive Gegner viel wert, weil die in K.o.-Spielen auf uns treffen können. Dann hat man Erfahrung gesammelt“, hatte der Bayern-Torwart noch am Donnerstag gesagt. Am Samstag war dies jedoch Makulatur. Und so wird der Dortmunder Roman Weidenfeller im reifen Alter von 33 Jahren in dem Klassiker sein Länderspiel-Debüt feiern - mit 33 Jahren und 106 Tagen. „Das hat er sich verdient. Er ist eine gereifte Persönlichkeit“, lobte Löw.

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