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30.01.2011

17:35 Uhr

„Ländle“-Derby

Freiburgs Flum schockt Stuttgart

Das Derby verloren, den Sprung vom 17. Platz verpasst: Der VfB Stuttgart hat durch ein verdientes 0:1 (0:1) gegen den SC Freiburg einen empfindlichen Rückschlag im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga kassiert.

VfB Stuttgart - SC Freiburg dpa

Freiburgs Oliver Barth (l) grätscht VfB-Stürmer Pawel Pogrebnjak (M.) den Ball weg.

HB STUTTGART. Das Derby verloren, den Sprung vom 17. Platz verpasst: Der VfB Stuttgart hat durch ein verdientes 0:1 (0:1) gegen den SC Freiburg einen empfindlichen Rückschlag im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga kassiert.

Dank des zweiten Saisontreffers von Johannes Flum in der 24. Minute gewannen die Freiburger zum ersten Mal seit fast 17 Jahren in Stuttgart und stellten damit die neue ungewohnte Fußball-Hierarchie im "Ländle" eindrucksvoll unter Beweis. Die taktisch überlegenden Badener bewegen sich als Tabellensechster mit 33 Punkten weiter in den Europacup-Regionen, die Schwaben bleiben nach der ersten Niederlage in der Rückrunde auf einem Abstiegsplatz.

Vor dem Spiel hatte der VfB Schals mit der Aufschrift "Niemals 2. Liga" an alle seine Anhänger unter den 38 600 Zuschauern verteilt. Doch die Spieler taten auf dem Platz alles dafür, dass die Angst vor dem Absturz noch größer wurde. Keine Ideen, technische Mängel, Fehlpässe - schon nach wenigen Minuten trieb die Vorstellung seiner Mannschaft Trainer Bruno Labbadia die Zornesröte ins Gesicht. Wild gestikulierend kommentierte er jeden Fehler seines Personals.

Dagegen durfte Freiburgs Trainer Robin Dutt das Geschehen auf dem Rasen gelassen beobachten. Dabei fehlten ihm wieder acht Spieler. Dennoch hatte er immerhin eine Überraschung vor dem Anpfiff parat: Anderthalb Wochen nach seinem Muskelfaserriss durfte Torjäger Papiss Cissé wieder ran.

Und der Senegalese, der in dieser Saison bereits 15 Mal getroffen hatte, bewies sofort seine Torgefährlichkeit: In der zweiten Minute prüfte er mit einem Schuss aus 25 Metern VfB-Keeper Sven Ulreich.

Dutts personell geschwächtes Aufgebot agierte alles andere wie eine Verlegenheits-Mannschaft. Im Gegenteil: Taktisch hervorragend eingestellt, ließen die Breisgauer die Stuttgarter kaum zur Entfaltung kommen.

Hinten standen die Freiburger vor allem dank Abräumer Cedrick Makiadi sicher, im Angriff kombinierten sie beinahe nach Belieben. So auch beim Führungstreffer, als Flum (24.) eine Gemeinschafts-Aktion mit Jan Rosenthal und Maximilian Nicu erfolgreich abschloss. Bis auf einen Schuss von Ciprian Marica (22.), den Freiburgs Torwart Oliver Baumann abwehrte, und ein Freistoß von Daniel Didavi (38.) war vom VfB nichts zu sehen. "Die Spieler wirken wie gelähmt", sagte VfB - Clubchef Erwin Staudt in der Pause im Pay-TV-Sender "sky"

Auch nach dem Wechsel änderte sich nichts. Außer Engagement hatten die Stuttgarter kaum etwas zu bieten. VfB-Coach Labbadia brachte Timo Gebhart und "Joker" Martin Harnik, um die Offensive zu beleben. Immerhin sorgte zumindest Harnik für ein wenig Schwung.

Er war es auch, der die bis dahin beste Möglichkeit des VfB einleitete, als er den ebenfalls eingewechselten Sven Schipplock nach einem Flum-Fehler bediente. Doch Schipplock (75.) scheiterte an SC- Schlussmann Baumann. Doppeltes Pech für die Stuttgarter kurz vor dem Ende: Schiedsrichter Jochen Drees ahndete zunächst ein Handspiel von Freiburgs Heiko Butscher (82.) im Strafraum nicht. Dann schaffte es Harnik eine Minute vor dem Ende es nicht, den Ball aus vier Metern ins Tor zu schieben.

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