Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.02.2015

17:26 Uhr

Liga verrückt

Bayern-Torrausch und drei Last-Minute-Pleiten

Ein Wahnsinns-Spiel in Leverkusen und eine Bayern-Treffergala. Aber bittere Niederlagen für Stuttgart, Köln, Bayer und Hertha. Spektakulärer hätte der 21. Spieltag kaum sein können. Die Bundesliga ist an Karneval „jeck“.

Bundesliga - 21. Spieltag: Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg am 14.02.2015 in der BayArena in Leverkusen (Nordrhein-Westfalen). Leverkusens Maskottchen Brian the Lion winkt mit einer Karnevalskappe auf dem Kopf. dpa

Verrückte Bundesliga

Bundesliga - 21. Spieltag: Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg am 14.02.2015 in der BayArena in Leverkusen (Nordrhein-Westfalen). Leverkusens Maskottchen Brian the Lion winkt mit einer Karnevalskappe auf dem Kopf.

BerlinDie Weltmeisterliga völlig närrisch - pünktlich zu den „tollen Tagen“ präsentierte sich Deutschlands Fußball-Eliteklasse als Panoptikum. Die Meister-Bayern gewinnen gegen einen desolaten HSV 8:0, Leverkusen erlebt ein 4:5 mit vier Bas-Dost-Gegentreffern im Duell mit Wolfsburg.

„Last Minute“ verlieren auch der Tabellenletzte Stuttgart beim 1:2 gegen Hoffenheim und „Karnevalsverein“ Köln beim 0:1 in Mönchengladbach. „Verrückte 142 Sekunden“ - so überschrieb die DFL auf ihrer Homepage diesen Part des 21. Spieltags.

Es gab indes auch völlig unangebrachte Szenen wie den Platzsturm vermummter Kölner Hooligans beim Rhein-Derby im Borussia-Park. Diese „Fans“ hatten schon mit Spielbeginn und kurz nach der Pause Pyrotechnik und Böller entzündet.

Der 21. Bundesliga-Spieltag

Borussia Dortmund - 1. FSV Mainz 05 4:2 (0:1)

Nach nicht mal einer Minute lag der BVB gegen Mainz schon wieder zurück, doch erstmals in dieser Saison kann der BVB einen Rückstand noch in einen Sieg verwandeln. Bester Mann auf dem Platz war Marco Reus, mit einem eigenen Tor und einer Vorlage.

Bayern München - Hamburger SV 8:0 (3:0)

Der FC Bayern München schießt den Hamburger SV mit einem 8:0 (3:0)-Kantersieg aus der Allianz-Arena. Angeführt von den überragenden Doppeltorschützen Arjen Robben (36./47.), Thomas Müller (21. Handelfmeter/55.) und Mario Götze (23./88.) nehmen die Münchner ihren Gegner komplett auseinander und verpassen dem HSV die höchste Auswärtsniederlage in der 52-jährigen Bundesliga-Geschichte des Dinos. Die weiteren Treffer für die Bayern steuern Robert Lewandowski (56.) und der eingewechselte Franck Ribery (69.) bei. Für Pep Guardiola ist es der höchste Sieg in seiner Amtszeit bei den Bayern.

Bayer 04 Leverkusen - VfL Wolfsburg 4:5 (0:3)

In einem atemberaubenden Spiel gewinnt Wolfsburg in Leverkusen mit 5:4. Zur Pause sieht alles nach einer klaren Sache aus. Bas Dost (6., 29.) und Naldo (17.) schießen eine klare Gästeführung heraus. Bayer kommt aber wie ausgewechselt aus der Kabine. Heung-Min Sons Doppelpack (57., 62.) sorgt wieder für Spannung, die Dost mit seinem dritten Treffer kontert (63.). Son (67.) und Karim Bellarabi (72.) schaffen dennoch den Ausgleich für die Leverkusener, die aber noch zwei Rückschläge hinnehmen müssen. Emir Spahic sieht Gelb-Rot (82.), Dost krönt das Spektakel mit dem 5:4 in der dritten Minute der Nachspielzeit.

Bor. Mönchengladbach - 1. FC Köln 1:0 (0:0)

Gladbach tut sich lange schwer gegen gut verteidigende Kölner. Doch wirkliche Chancen kann man sich nicht erarbeiten. Köln bleibt nach vorne unglaublich blass. Erst das Tor von Xhaka (90.+1) erlöst die Borussia und sichert hier den verdienten Sieg.

TSG Hoffenheim - VfB Stuttgart 2:1 (1:1)

Was für ein Pech für den VfB! Die Stuttgarter spielen über 90 Minuten defensiv stark und erlauben sich in der letzten Minute doch noch einen Patzer, der zur 1:2-Niederlage für die Schwaben führt. Die Hoffenheimer sind jedoch durchgehend überlegen und gewinnen das Spiel hier zurecht mit 2:1 durch die Tore von Roberto Firmino in der 30. Minute und dem Last-Minute-Tor von Sebastian Rudy in der 93. Minute. Den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer für die Stuttgarter erzielt Gotoku Sakai in der 39. Minute. Die VfB aus Stuttgart bleibt mit dieser Niederlage Tabellenschlusslicht. Die TSG bleibt auf Platz 7.

Werder Bremen - FC Augsburg 3:2 (3:1)

In Durchgang eins stellt Werder die Weichen bereits früh auf Sieg, Lukimya gelingt nach 16 Minuten die Führung, auf Klavans Ausgleich nach 21 Minuten findet man per Elfmeter durch di Santo zwei Minuten darauf sofort eine Antwort. Danach verwaltet man die Führung, hat aber weiter ein Auge auf die eigene Offensive und erhöht praktisch mit dem Pausenpfiff durch Gebre Selassie auf 3:1. Im zweiten Durchgang sind die Norddeutschen dann lange Zeit das klar bessere Team, verpassen es aber, mit zahlreichen guten Chancen den vierten Treffer nachzulegen. Ein Aufbäumen der Augsburger wird zwar durch Werners Anschlusstreffer nach 79 Minuten eingeleitet, kommt letztlich aber zu spät.

Eintracht Frankfurt - FC Schalke 04 1:0 (0:0)

Kevin Trapp und Lucas Piazon sind die Matchwinner beim 1:0 der Frankfurter Eintracht gegen Schalke 04. Der Keeper ist von den Gästen nicht zu bezwingen, pariert allein im ersten Durchgang drei Mal gegen Marco Höger (15., 21., 44.) und verhindert so eine verdiente Pausenführung der Königsblauen. Nach dem Seitenwechsel übernehmen die Hessen den Taktstock und entscheiden durch das Tor des eingewechselten Brasilianers (64.) die Partie.

Hertha BSC - SC Freiburg - 0:2

Dank eines 2:0-Auswärtssieges verlassen die Gäste die Abstiegsränge, Berlin fällt auf Platz 16 zurück. Die Hausherren geraten in der 14. Minute durch Klaus in Rückstand und finden in der Folge nie zu ihrem Spiel. Der leichte Schwung nach Wiederanpfiff geht nach dem 2:0 durch Philipp (52.) schnell verloren. Bis auf eine Doppelchance von Stocker und Kalou bleiben die Berliner harmlos.

Hannover 96 - SC Paderborn 07 - 1:2

Hannover agiert die komplette Spielzeit über einfallslos, geht aber nach einem Freistoß dennoch schmeichelhaft durch Marcelo (66.) in Führung. Die in der zweiten Hälfte gefährlichen Paderborner geben aber in Form von Lakic' Joker-Treffer (72.) die schnelle Antwort. Sieben Minuten später versenkt Freistoßspezialist Meha einen ruhenden Ball im 96-Gehäuse. Zieler sieht dabei nicht gut aus und trägt so eine große Mitschuld an der Heimniederlage.

„Es kann nicht sein, das geht einfach nicht. Das sind keine Fans - die schaden nur dem Verein“, kommentierte FC-Keeper Timo Horn die Vorkommnisse. Der FC distanzierte sich, will die Verursacher ausfindig machen, hart gegen sie vorgehen.

Nicht nur Trainer Peter Stöger verurteilte das Geschehen: „Wer den Fußball liebt, kann mit so etwas nichts anfangen.“ Dem FC droht ein Zuschauerausschluss. Randale gab es auch nach dem 3:2 der immer besser auftrumpfenden Bremer gegen den FC Augsburg: Rund 60 Rowdys attackierten FCA-Anhänger. Es gab wie in Mönchengladbach Verletzte.

Sportlich bitter wurde es für Köln, den VfB und die Bayer-Werkself in den Schlussphasen. Der überragende Dost, dessen VfL schon 3:0 und 4:2 führte, wollte ein Remis einfach nicht akzeptieren - und ließ Wolfsburg in der vierten Nachspiel-Minute mit seinem Treffer Nummer vier jubeln. Auch für Mönchengladbach und Hoffenheim trafen Granit Xhaka gegen Köln und der einstige VfB-Mann Sebastian Rudy gegen Stuttgart in der Nachspielzeit entscheidend.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×