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12.05.2014

14:11 Uhr

Lizenz für den Red-Bull-Klub?

Die Bullen aus Leipzig bocken

Der Streit um die Lizenz des Zweitliga-Aufsteigers RB Leipzig wird heftiger. Nach der ersten Niederlage lautet die Strategie des Klubs von Red Bull: Weiter drohen und sich erneut beschweren. Der Ball liegt bei der DFL.

Fan-Protest gegen RB Leipzig: Fans von München halten ein Plakat mit der Aufschrift «DFL: Auf die eigenen Regeln achten und den roten Bullen schlachten» in die Höhe. Die Fans protestieren damit gegen den Aufsteiger RB Leipzig aus der 3. Liga, dessen Hauptsponsor ein Limonadenhersteller ist. dpa

Fan-Protest gegen RB Leipzig: Fans von München halten ein Plakat mit der Aufschrift «DFL: Auf die eigenen Regeln achten und den roten Bullen schlachten» in die Höhe. Die Fans protestieren damit gegen den Aufsteiger RB Leipzig aus der 3. Liga, dessen Hauptsponsor ein Limonadenhersteller ist.

Düsseldorf/LeipzigDer Zweitliga-Aufsteiger RasenBallsport (RB) Leipzig reizt die Instanzen bei der Lizenzierung aus. Nach dpa-Informationen reichte der Verein am Montag fristgerecht erneut Beschwerde gegen die Bedingungen und Auflagen der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ein. Ein erster Einspruch war vor fünf Tagen abgelehnt worden.

Am Donnerstag tagt nun erstmals der Lizenzierungsausschuss und entscheidet über die zweite Beschwerde. Bis spätestens zum 28. Mai trifft er dann die finale Entscheidung über die Vergabe der Lizenzen. In der Zwischenzeit könnte RB Leipzig auch noch die geforderten Bedingungen umsetzen.

Das große Problem: RB Leipzig ist ein Retortenverein, der vom Getränke- und Marketingkonzern Red Bull kontrolliert und finanziert wird. Der Konzern aus Österreich nutzt den Verein, um unter Fußballfans bekannter zu werden. Die DFL fordert nun unter anderem ein neues Vereinslogo, eine vom Geldgeber unabhängigere Besetzung der Führungsgremien sowie geringere Hürden für neue Mitglieder.

Fakten zu RB Leipzig

Gründung

Der Verein wurde am 19. Mai 2009 als RasenBallsport Leipzig e.V. gegründet. Er übernahm damit das Startrecht von drei Männermannschaften des SSV Markranstädt.

Umsatz

Die Region hofft auf den großen wirtschaftlichen Schwung durch einen sächsischen Fußballverein in der Bundesliga. Für die Region Leipzig könnten durch den Aufstieg von RB in die erste Liga rund 200 Millionen Euro im Jahr in die Kassen gespült werden, schätzen Experten.

Kaderwert

Der Kader ist rasant im Wert gestiegen. Zu Zweitligazeiten betrug der Marktwert rund 30 Millionen Euro, im November 2016 sind es mehr als 80 Millionen Euro.

Quelle: transfermarkt.de

Sponsoren

Hauptsponsor ist die Getränkefirma Red Bull aus Österreich. Experten schätzen, dass der Konzern rund 100 Millionen Euro in den Verein gepumpt hat. Da die Satzung des Deutschen Fußball-Bundes eine Namensgebung zu Werbezwecken verbietet, ist der Hauptsponsorenname als Namensbestandteil unzulässig. Auch über das Logo herrschte lange Zeit Unklarheit, jedoch wurde es nachträglich vom SFV nach minimalsten Änderungen doch zugelassen.

Stadion

Seine Heimspiele trägt RasenBallsport Leipzig in der 44.345 Zuschauer fassenden "Red Bull Arena" aus. Es war als Zentralstadion auch Austragungsort der WM 2006 und ist 2003 für 90 Millionen Euro gebaut worden. Der Vertrag über die Namensreche läuft bis 2040. Nachgedacht wird über ein größeres Stadion.

Essen und Trinken

Ein Wasser (0,5 l) kostet: 2,50 Euro
Ein Bier der Marke Ur-Krostitzer (0,5 l) kostet: 2,50 Euro
Eine Bratwurst kostet: 2,50 Euro

Vereinsführung

Das Management wird gebildet vom Sportdirektor Ralf Rangnick, dem Geschäftsführer Ulrich Wolter sowie dem Mäzen Dietrich Mateschitz.

Trainer

Ralph Hasenhüttl hat die Mannschaft zu Beginn der Saison 2016/17 übernommen. Der Österreicher war zuvor mit dem FC Ingolstadt in die Bundesliga aufgestiegen und hatte die Klasse überraschend gehalten.

Wertvollste Spieler (November 2016)

Naby Keita (11 Millionen Euro), Oliver Burke (10 Millionen Euro), Timo Werner (8 Millionen Euro).

Personalaufwand

Der Etat der Profi-Mannschaft liegt in der Saison 2016/17 bei 35 Millionen Euro. Das ist wenig im Vergleich zu Spitzenteams, die dafür 100 Millionen Euro ausgeben. Beim FC Bayern sind es sogar rund 200 Millionen Euro.

Sollte ein Kompromiss nicht zustande kommen und RB Leipzig die Lizenz verwehrt werden, bleibt dem genauso ambitionierten wie umstrittenen Projekt des österreichischen Milliardärs Dietrich Mateschitz noch der Weg vor das Ständige Schiedsgericht für Lizenzvereine und Kapitalgesellschaften.

Doch so weit wollen es die Verantwortlichen gar nicht kommen lassen. Sportdirektor Ralf Rangnick sagte der Bild-Zeitung:  "Ich glaube nach wie vor daran, dass wir die Lizenz erhalten werden." Er sucht intern nach einem Kompromiss mit der DFL. „Ich habe immer gesagt, dass wenn wir den Aufstieg sportlich schaffen, wir nächstes Jahr auch in der zweiten Liga spielen werden.“

Wesentlich schärfer äußerte sich dagegen zuletzt der starke Mann, Mäzen und Red-Bull-Chef Mateschitz. Er sieht das ehrgeizige Projekt in der Stadt des ersten deutschen Fußball-Meister VfB Leipzig (1903) gefährdet. Die Aufstiegseuphorie sei dahin. „Vielleicht will man ganz einfach nicht, dass wir mit Leipzig an der Bundesliga teilnehmen. Jetzt, wo alles sportlich funktioniert, droht das Aus“, meinte er in der „Leipziger Volkszeitung“.

 

Kommentare (14)

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12.05.2014, 14:37 Uhr

Warum wurde in der Vergangenheit der Hirsch von Jägermeister akzeptiert, jetzt sollen die Bullen aus dem Logo verbannt werden; welche Heuchelei.

Die DFL soll doch froh sein, wenn gute Mannschaften die Liga bereichern !!

Account gelöscht!

12.05.2014, 15:02 Uhr

Lasst die Bullen los, eine Großstadt wie Halle/Leipzig braucht einen 1.Ligamannschaft.
Da wird Bayern endlich Konkurrenz bekommen.
Auf die Spiele RB-Bayern freue ich mich heute schon!!

Account gelöscht!

12.05.2014, 15:27 Uhr

Werter tolbiac, Sie verwechseln das was. Der Hirsch war Trikotwerbung. Das Logo weist Rasenballsport Leipzig klar als RB-Tochter aus. Es steht denen doch frei, als Trikotsponsor aufzutreten. Sie wollen aber die alleinige Kontrolle über das Konstrukt haben, und das würde alle Dämme zur Kommerzialisierung im Fußballsport brechen lassen. Dann haben wir bald amerikanische Verhältnisse. Und an sowas ist schon das deutsche Eishockey (DEL) zugrunde gegangen.

Und dann ziehen sie jetzt die Heulsusennnummer Ostverein. Der Osten ist denen völlig wurscht, schließlich haben sie schon 2006 oder 2007 versucht, irgendwo in einen etablierten Verein einzusteigen, dann aber das Konstrukt Markranstädt gebildet.

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