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27.05.2014

09:31 Uhr

Lizenzstreit

Die Bullen aus Leipzig kuschen

Quelle:SID

Der Zweitliga-Aufsteiger RB Leipzig hat eine zentrale Auflage der Deutschen Fußballliga erfüllt. Das Vereinswappen unterscheidet sich nun etwas stärker vom Logo des Sponsors - dem Marketingkonzern Red Bull.

LeipzigZweitliga-Aufsteiger RB Leipzig hat sein Logo heimlich, still und leise verändert. Ohne vorherige Ankündigung oder erklärende Worte prangte das leicht modifizierte Logo am Montag auf der Facebook- und Twitter-Seite des Klubs.

Die Änderung war eine Bedingung der Deutschen Fußball Liga (DFL), damit der von einem österreichischen Getränkehersteller finanzierte Verein die Zweitliga-Lizenz erhält. Im neuen Logo ist die gelbe Sonne im Hintergrund der beiden roten Bullen verschwunden, sie ist zentraler Bestandteil des Firmenlogos des Sponsors (Red Bull).

Der Ball im Emblem wird dafür größer. Die Abkürzung "RB", die offiziell für RasenBallsport steht, aber auch Bezug auf den Sponsorennamen nimmt, ist in die untere Zeile zum Wort "Leipzig" gerückt und wird nicht mehr durch eine rote Färbung hervorgehoben.

Fakten zu RB Leipzig

Gründung

Der Verein wurde am 19. Mai 2009 als RasenBallsport Leipzig e.V. gegründet. Er übernahm damit das Startrecht von drei Männermannschaften des SSV Markranstädt.

Umsatz

Die Region hofft auf den großen wirtschaftlichen Schwung durch einen sächsischen Fußballverein in der Bundesliga. Für die Region Leipzig könnten durch den Aufstieg von RB in die erste Liga rund 200 Millionen Euro im Jahr in die Kassen gespült werden, schätzen Experten.

Kaderwert

Der Kader ist rasant im Wert gestiegen. Zu Zweitligazeiten betrug der Marktwert rund 30 Millionen Euro, im November 2016 sind es mehr als 80 Millionen Euro.

Quelle: transfermarkt.de

Sponsoren

Hauptsponsor ist die Getränkefirma Red Bull aus Österreich. Experten schätzen, dass der Konzern rund 100 Millionen Euro in den Verein gepumpt hat. Da die Satzung des Deutschen Fußball-Bundes eine Namensgebung zu Werbezwecken verbietet, ist der Hauptsponsorenname als Namensbestandteil unzulässig. Auch über das Logo herrschte lange Zeit Unklarheit, jedoch wurde es nachträglich vom SFV nach minimalsten Änderungen doch zugelassen.

Stadion

Seine Heimspiele trägt RasenBallsport Leipzig in der 44.345 Zuschauer fassenden "Red Bull Arena" aus. Es war als Zentralstadion auch Austragungsort der WM 2006 und ist 2003 für 90 Millionen Euro gebaut worden. Der Vertrag über die Namensreche läuft bis 2040. Nachgedacht wird über ein größeres Stadion.

Essen und Trinken

Ein Wasser (0,5 l) kostet: 2,50 Euro
Ein Bier der Marke Ur-Krostitzer (0,5 l) kostet: 2,50 Euro
Eine Bratwurst kostet: 2,50 Euro

Vereinsführung

Das Management wird gebildet vom Sportdirektor Ralf Rangnick, dem Geschäftsführer Ulrich Wolter sowie dem Mäzen Dietrich Mateschitz.

Trainer

Ralph Hasenhüttl hat die Mannschaft zu Beginn der Saison 2016/17 übernommen. Der Österreicher war zuvor mit dem FC Ingolstadt in die Bundesliga aufgestiegen und hatte die Klasse überraschend gehalten.

Wertvollste Spieler (November 2016)

Naby Keita (11 Millionen Euro), Oliver Burke (10 Millionen Euro), Timo Werner (8 Millionen Euro).

Personalaufwand

Der Etat der Profi-Mannschaft liegt in der Saison 2016/17 bei 35 Millionen Euro. Das ist wenig im Vergleich zu Spitzenteams, die dafür 100 Millionen Euro ausgeben. Beim FC Bayern sind es sogar rund 200 Millionen Euro.

Nach dem Ende des Lizenzstreits mit der DFL sind die Leipziger auch dazu verpflichtet, ihre Gremien künftig mit "mehrheitlich unabhängigen Persönlichkeiten" zu besetzten. Allerdings bleibt der Klub wohl ein exklusiver Verein. Von der zunächst ebenfalls geforderten Öffnung für weitere Mitglieder war zuletzt keine Rede mehr. Angeblich soll es nur neun stimmberechtigte Mitglieder geben, der Jahresbeitrag beträgt 800 Euro.

Das Team von RB Leipzig startet bereits in vier Wochen in die erste Saison der 2. Fußball-Bundesliga. Am 18. und 19. Juni empfängt Trainer Alexander Zorniger seine Spieler zu ersten Leistungstests und medizinischen Untersuchungen. Einen Tag später findet der öffentliche Trainingsauftakt statt.

Am 22. Juni tritt RB Leipzig zu einem Benefizspiel beim Bezirksligisten VfB Zwenkau an. Der Erlös soll der Mutter eines Jugendspielers zugutekommen, die im Winter bei der Fahrt zu einem Hallenturnier verunglückt ist. Danach ist ein viertägiges Trainingslager im brandenburgischen Neuruppin inklusive eines Testspiels geplant. Vom 7. bis 15. Juli reist die Mannschaft ins Trainingslager nach Schladming (Österreich).

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